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Recycling von Fondsbeteiligungen und Lebensversicherungen

Altglas wird gesammelt und recycelt. Auch Papier harrt in Papiersammeltonnen seiner Zweitverwertung. Bioabfälle gelten ebenfalls als wichtiger Sekundärrohstoff und Energieträger. Die Kreislaufwirtschaft ist ein elementarer Bestandteil nachhaltigen Wirtschaftens, hilft sie doch, die Produktlebenszyklen zu verlängern und somit Energie und Rohstoffe zu sparen.

Frankfurt/Main (csr-partner) – Altglas wird gesammelt und recycelt. Auch Papier harrt in Papiersammeltonnen seiner Zweitverwertung. Bioabfälle gelten ebenfalls als wichtiger Sekundärrohstoff und Energieträger. Die Kreislaufwirtschaft ist ein elementarer Bestandteil nachhaltigen Wirtschaftens, hilft sie doch, die Produktlebenszyklen zu verlängern und somit Energie und Rohstoffe zu sparen.

Von Matthias Wühle

Auch in der Finanzwirtschaft ist die Kreislaufwirtschaft ein Begriff. Dort gibt es langfristige Anlageprodukte, wie zum Beispiel Beteiligungen an geschlossenen Fonds. Eine Fondsbeteiligung ist ein finanzielles Engagement, das man nicht einfach kündigen und auflösen kann, wie ein Girokonto oder Sparbuch. Ein solcher Fonds hat beispielsweise eine Laufzeit zwischen 15 und 20 Jahren. Daran ist grundsätzlich nichts einzuwenden, vorausgesetzt, der Anleger nimmt diese Einschränkung bewusst in Kauf, um im Gegenzug auf Renditeversprechen des Fondsprospektes zu hoffen. Wenn jedoch ein Anlageberater solche Fondsbeteiligungen an 60jährige Senioren verkauft, kann das dazu führen, dass der Berater zu Schadensersatz verklagt wird, wie im Fall des Landgerichts Duisburg (Az.: 12 O 27/13) geschehen. Die Klägerin hätte in diesem Fall über 80 Jahre alt werden müssen, um in Genuss einer Auszahlung zu gelangen. Anwälte vermuteten eine Übervorteilung der Seniorin und haben argumentiert, dass ein solches Geschäft anlegerwidrig sei. Aber auch für jüngere Investoren kann die lange Wartezeit mitunter als schmerzvoll empfunden werden. Für diese Zwecke wurde der Zweitmarkt für geschlossene Fondsbeteiligungen ins Leben gerufen. Er ermöglicht den Investoren, auch vor Fälligkeit der Beteiligung diese auf dem Zweitmarkt zu veräußern. Je nach aktueller Bewertung der Wirtschaftslage kann dies mit Verlust oder Gewinn geschehen.

Zweitmarkt gibt es auch für Lebensversicherungen

Während der Zweitmarkt für Fondsbeteiligungen in der Branche bekannt ist, wissen nur wenige, dass auf diese Weise auch Lebensversicherungen gehandelt werden. Dabei sind auch Lebensversicherungen Sparverträge, die für mindestens 12 Jahre und nicht selten für eine Laufzeit von 20, 30 oder gar 40 Jahren abgeschlossen werden. Im Unterschied zu Fondsbeteiligungen sind Lebensversicherungen zwar durchaus vorzeitig kündbar, dies ist allerdings mit hohen Kosten verbunden. Der Kunde erhält den sogenannten Rückkaufswert ausgezahlt, von dem sowohl anteilige Abschlusskosten als auch Stornokosten abgezogen werden. Viele Renditebestandteile, wie endfällige Schlussüberschüsse sind nicht im Rückkaufswert enthalten, weswegen Verbraucherschutzverbände vor der vorzeitigen Kündigung der Lebensversicherung warnen. Der Versicherte macht bei einer vorzeitigen Kündigung immer Verlust.

Warum trennt man sich von seiner Lebensversicherung?

Eine Untersuchung des Institute Corporate Responsibility Managements der Steinbeis Hochschule Berlin hat ergeben, dass Versicherte sich in erster Linie von ihrer Lebensversicherung trennen, weil sie Schulden tilgen müssen. Der Abschied von der Lebensversicherung erfolgt also keinesfalls freiwillig, sondern die Versicherten werden aufgrund ihrer finanziellen Situation dazu gedrängt. Das Stornovolumen wächst dabei unaufhörlich. Allein im Jahr 2013 wurden Policen im Wert von 14,4 Milliarden Euro gekündigt. Dabei hätte ein Großteil dieser Versicherungskunden die Police auf dem Zweitmarkt verkaufen können. Zu dieser Alternative rät zumindest das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in seiner Verbraucherschutzbroschüre. Dort ist auf Seite 121 zu lesen: „Wer das angesparte Kapital dringend benötigt, kann
eventuell die Police auf dem Zweitmarkt verkaufen“.

Warum ist der Verkauf die bessere Alternative zur Kündigung?

Schon die Bezeichnung „Rückkaufswert“ ist eigentlich ein Irrtum. Denn die Versicherungsgesellschaft, die einen Vertrag „zurückkauft“, kündigt diesen. Damit erlischt mit dem Versicherungsschutz nicht nur ein wichtiges Vorsorgeelement – der Rückkaufswert ist auch oft eine Enttäuschung, verglichen mit den eingezahlten Beiträgen. Von sparen kann bei der vorzeitigen Kündigung also keine Rede sein. Der BdV empfiehlt daher auf seiner Webseite den Verkauf auf dem Zweitmarkt. Der Vorteil: Die Ankäufer zahlen einen Kaufpreis über Rückkaufswert und führen die Police weiter. Der Verkäufer erhält also mehr Geld als von seiner Versicherungsgesellschaft. Zusätzlich bleibt ihm ein beitragsfreier Rest-Versicherungsschutz erhalten. Die Ankäufer treten an die Stelle des Versicherungsnehmers und übernehmen auch alle Beitragszahlungen bis Laufzeitende.

Warum machen die Ankäufer das?

Während Versicherungsgesellschaften im Kündigungsfall in erster Linie an den Stornogebühren verdienen, gilt das Interesse der Ankäufer der vertraglichen Ablaufleistung. Lebensversicherungen verfügen über eine exponentielle Wertentwicklung. Während in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss oft erst noch die Abschlusskosten getragen werden müssen und der Rückkaufswert sogar negativ sein kann, wächst er anschließend überproportional. Bei Ablauf kommen dann noch endfällige Überschusszahlungen hinzu: Der Versicherungsnehmer wird für sein langes Durchhalten belohnt. Der Zweitmarkt hilft Versicherte wie Versicherer bei diesem Durchhalten. Die Unternehmen des Zweitmarktes sind im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen (BVZL) e.V. organisiert.

About the author

CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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