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Runder Tisch zur Textilwirtschaft im Entwicklungsministerium: NGOs begrüßen Entschlossenheit

Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fand heute der von Minister Gerd Müller (CSU) angekündigte Tisch zur Textilwirtschaft statt. Müller sprach mit rund 30 Vertretern von Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen über einen Aktionsplan für die Verantwortungsübernahme in der globalen textilen Lieferkette.

Berlin (csr-news) – Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fand heute der von Minister Gerd Müller (CSU) angekündigte Tisch zur Textilwirtschaft statt. Müller sprach mit rund 30 Vertretern von Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen über einen Aktionsplan für die Verantwortungsübernahme in der globalen textilen Lieferkette.

Dabei ist noch nicht entschieden, ob es – wie von dem Bundesminister zunächst gegenüber der Presse angekündigt – ein neues Produktsiegel für nachhaltige Textilien geben wird oder ob bestehende Siegel zusammengeführt werden können. In Arbeitsgruppen soll ein Aktionsplan mit konkreten Ziel- und Zeitvorgaben erstellt werden. Erste messbare Ergebnisse sollen 2015 vorliegen. Zudem will sich die deutsche Seite darum bemühen, Initiativen zu einer verantwortungsvollen Gestaltung der textilen Lieferkette auf europäischer Ebene voranzubringen.

Wie Berndt Hinzmann von der „Kampagne für Saubere Kleidung“ sagte, zeigte der Minister ein deutliches „Interesse, die Zivilgesellschaft stärker als bisher einzubinden.“ Als positiv bewertete Hinzmann, dass klare Ziele und ein wirkungsorientiertes Arbeiten vereinbart worden seien. Wichtig sei, dass in der textilen Lieferkette eine höhere Transparenz geschaffen werde. NGOs hätten bei der Begegnung an ausstehende Zahlungen deutscher Unternehmen für die Opfer von Fabrikkatastrophen in Bangladesch und Pakistan erinnert, so Hinzmann weiter.

Entwicklungsminister Müller hatte Anfang April gegenüber der Presse Initiativen seines Hauses für mehr Nachhaltigkeit in der textilen Lieferkette angekündigt. Es solle noch in diesem Jahr ein neues Textilsiegel zur Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards eingeführt werden, hatte Müller angekündigt. Der Minister verlangt zunächst eine „Selbstverpflichtung“ der Branche. Als weitere Idee brachte Müller ein Internet-Portal in die Diskussion ein, “das es allen Verbraucherinnen und Verbrauchern möglich macht, zu überprüfen, ob der Hersteller die von uns geforderten Mindeststandards einhält”.

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