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Unternehmensverantwortung für Wasser: langfristiges Engagement gefragt

Ungefähr 800 Millionen Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. An durch schmutziges Wasser verursachten Krankheiten – insbesondere Durchfälle – sterben mehr Kinder als an Malaria, AIDS und Tuberkulose zusammen. Das berichtet Peter Runge von CARE Deutschland-Luxemburg und fügt hinzu: „Die Tätigkeit westlicher Unternehmen reicht in alle Länder der Entwicklungszusammenarbeit hinein und deshalb tragen Unternehmen eine Verantwortung für das globale Thema Wasser.“

Bonn (csr-news) – Ungefähr 800 Millionen Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. An durch schmutziges Wasser verursachten Krankheiten – insbesondere Durchfälle – sterben mehr Kinder als an Malaria, AIDS und Tuberkulose zusammen. Das berichtet Peter Runge von CARE Deutschland-Luxemburg und fügt hinzu: „Die Tätigkeit westlicher Unternehmen reicht in alle Länder der Entwicklungszusammenarbeit hinein und deshalb tragen Unternehmen eine Verantwortung für das globale Thema Wasser.“

Die Weltöffentlichkeit ist sensibilisiert: Klimaveränderungen verursachen in der einen Region Überschwemmungen und in anderen Dürrekatastrophen oder unberechenbare Regenzeiten. In der Folge drohen Ernteausfälle, Hunger, Flüchtlingsströme und kriegerische Konflikte. Zwar haben die Vereinten Nationen das Recht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser 2010 als Menschenrecht anerkannt, zu dessen Verwirklichung geschehe seitens der Weltgemeinschaft aber viel zu wenig, so Runge, der die Programmabteilung seiner Hilfsorganisation leitet.

CARE wurde 1945 in den USA gegründet, um nach dem 2. Weltkrieg den Hunger in Europa zu lindern. Heute engagiert sich CARE weltweit in Kriegs- und Katastrophengebieten und will einen Beitrag zur Überwindung der Armut leisten. „Der Mangel an sauberem Wasser ist ein Faktor, der zur Armut führen kann“, sagt Runge, der in CARE-Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika diesem Problem begegnet. Nachhaltige Lösungen lassen sich nicht kurzfristig verwirklichen. „Wasser ist ein überdauerndes Thema, und Unternehmen müssen sich dieser langfristigen Herausforderung stellen“, so der NGO-Manager. „Es geht nicht nur um den Schutz von Ressourcen, sondern auch um eine gerechte Ressourcenverteilung.“

Der Business-Case liegt dabei für Runge auf der Hand: Bei der Herstellung vieler Erzeugnisse – nicht nur in der Landwirtschaft – sind Unternehmen auf die begrenzte natürliche Ressource Wasser angewiesen. Unternehmen brauchen gesunde und arbeitsfähige Mitarbeiter und – für den Absatz ihrer Produkte – Gesellschaften, die Armut überwinden.

„Wir arbeiten gerne, aber auch kritisch mit Unternehmen zusammen“, sagt Runge. Ein Beispiel dazu bietet die Kooperation mit dem Münchener Konzern Knorr-Bremse: Das Unternehmen reduziert an seinen Standorten in Deutschland den Wasserverbrauch in der Produktion kontinuierlich und fängt Regenwasser zur Nutzung in den Sanitäranlagen auf. Mit dem Verein „Knorr-Bremse Global Care“ engagieren sich die Münchener weltweit für den Zugang zu sauberem Trinkwasser, verbesserten Sanitäranlagen und aufklärenden Hygienemaßnahmen. In Peru fördert „Knorr-Bremse Global Care“ ein CARE-Projekt, in dem es um den Ressourcenschutz im vom Klimawandel gezeichneten andinen Hochland geht.

CARE selbst hat sich mit 17 anderen deutschen NGOs im WASH-Netzwerk zusammengeschlossen. Zu den “WA-S-H”-Themen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene wollen die Organisationen ihren Wissensaustausch intensivieren, die praktische Arbeit verzahnen und die Öffentlichkeit sensibilisieren. Denn wer in Deutschland beim Zähneputzen literweise Wasser fließen lässt, dem „fehlt das Gefühl dafür, wie knapp und wertvoll diese Ressource ist.“

Foto: Somalischer Flüchtlingsjunge in Dadaab, Kenia (CARE/Sabine Wilke)

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