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CSRbriefly am Mittwoch

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Ready to report – Nachhaltigkeitsberichterstattung im Mittelstand, keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne, Engagement Global startet Twitterprojekt, Umweltbundesamt mit neuer Präsidentin, Lösungsansätze für Nahrungsmittelverluste in Kenia, Foodwatch-Büro in  Paris eröffnet, Transparenzbericht – Auskunft an Sicherheitsbehörden, Studentischer Aufruf für eine Plurale Ökonomik, Soennecken veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2013, Umweltbank finanziert über 15.000 Projekte, 31 % der Berufspendler in Ballungszentren nutzen Bus und Bahn und die Auszeichnung der Lufthansa als besonders nachhaltige Airline.

Ready to report – Nachhaltigkeitsberichterstattung im Mittelstand
Die Global Reporting Initiative GRI hat einen neuen Leitfaden speziell für Mittelständler veröffentlicht. Dieser führt zunächst in die Nachhaltigkeitsberichterstattung ein und zeigt dann, wie in wenigen Schritten ein G4-Nachhaltigkeitsbericht erstellt werden kann. Hier geht es zum Download.

Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne
Öffentliche Entwicklungshilfe soll kleinbäuerliche Betriebe stärken, statt die Profite von Agrarkonzernen zu vergrößern. Das fordern FIAN, das INKOTA-netzwerk und Oxfam Deutschland im Bündnis mit anderen Organisationen. Die Förderung von Konzernen wie Bayer, BASF und Monsanto müsse beendet werden. Die Bundesregierung unterstützt im Rahmen der German Food Partnership (GFP) und der Neuen Allianz für Ernährungssicherung (Neue Allianz) der G8-Staaten zunehmend Großunternehmen. Entwickelt wurden die Programme in enger Abstimmung mit Konzernen und privaten Stiftungen, aber unter weitgehendem Ausschluss von betroffenen Kleinbauern sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren. GFP und Neue Allianz schmücken sich mit dem Etikett der Armutsbekämpfung, dienen aber vor allem den Profitinteressen der Konzerne. Oxfam dokumentiert in seinem neuen Bericht „Gefährliche Partnerschaft“ die fatalen Folgen: Kooperationsabkommen im Zuge der Neuen Allianz führen beispielsweise zu Gesetzen, die Bauern behindern, Saatgut frei zu teilen, zu tauschen und zu verkaufen. Zudem zeigen erste Fälle, dass mit diesen Initiativen verbundene Investitionsprogramme Landkonflikte fördern. Auch die GFP dient dem Interesse der Unternehmen, sich neue Märkte für Saatgut und Pestizide zu erschließen. So konnte Bayer in Kenia dank einer „produktneutralen“ Schulung über 20 Prozent mehr Pestizide an Kleinbauern verkaufen. Marita Wiggerthale, Agrar-Expertin bei Oxfam: „Wer Armut und Hunger bekämpfen will, muss die Armen und Hungernden unterstützen, nicht Agrokonzernen dabei helfen, Geschäfte zu machen. Die Bundesregierung darf sich nicht vor den Karren von Bayer, BASF, Monsanto und Co. spannen lassen. Sie treibt mit diesen Kooperationen die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in die Abhängigkeit von Multis statt ihren Zugang zu Nahrung, Land und Wasser zu verbessern.“

Engagement Global startet Twitterprojekt
Im Juni startet die Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen das Twitterprojekt @meinEngagement, bei dem engagierte Menschen sowie Organisationen, Initiativen und weitere Akteure der Zivilgesellschaft für jeweils eine Woche täglich über ihr persönliches Engagement und ihre Arbeit mit Engagierten berichten. „Engagement Global versteht sich als Plattform für engagierte Menschen. Unser Twitterprojekt soll genau das fördern. So kann ein Austausch entstehen – nicht nur online“, erklärt Gabriela Büssemaker, Geschäftsführerin von Engagement Global. Der zentrale von Engagement Global angelegte Twitteraccount @meinEngagement wird dabei Woche für Woche, wie ein Staffelstab, weitergereicht. Mehrmals täglich werden somit kleine, spannende Tweets an ein breites Publikum getwittert. Durch den wöchentlichen Wechsel der Twitterautoren wird das vielseitige Spektrum von entwicklungspolitischem und Engagement im Allgemeinen sichtbar. Dabei geht es um persönliche Geschichten. Als erstes hat Bea Paeßler von der Organisation 2aid.org den Staffelstab in der Hand.

Umweltbundesamt mit neuer Präsidentin
Die Leitung des Umweltbundesamtes (UBA) übernimmt erstmals eine Frau. Am 5. Mai 2014 trat Maria Krautzberger ihr Amt als Präsidentin der größten nationalen Umweltbehörde an. Das Bundeskabinett hatte sie am 30. April zur Nachfolgerin von Jochen Flasbarth ernannt, der Ende 2013 als Staatssekretär in das Bundesumweltministerium berufen wurde. Frau Krautzberger war zuletzt Staatssekretärin in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dort wirkte sie maßgeblich an der Einführung der Berliner Umweltzone mit. Davor war sie unter anderem sechs Jahre lang Umweltsenatorin der Freien Hansestadt Lübeck und bekleidete zeitweise das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin. Eines ihrer wichtigsten Wirkungsfelder war die ökologische Verkehrspolitik. Maria Krautzberger: „Der Verknüpfung von Umweltthemen mit der nachhaltigen Stadtentwicklung gilt auch weiterhin mein besonderes Interesse. Ganz weit vorn auf der Agenda steht jetzt natürlich der Klimaschutz in Verbindung mit der Energiewende“.

Lösungsansätze für Nahrungsmittelverluste in Kenia
Fallstudien in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und Fischerei in Kenia zeigen Ursachen und Lösungswege für Nahrungsmittelverluste auf. Die resultierenden Ansatzmöglichkeiten könnten sich auf weitere afrikanische Märkte übertragen lassen. Dazu gehören der Aufbau von Kapazitäten entlang der Supply Chain, der gezielte Einsatz von Technologie, aber auch verstärkte Trainings für die Erzeuger, die Einrichtung lokaler Lager- und Verteilungszentren sowie die generelle Schaffung eines Bewusstseins für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Diese Maßnahmen empfiehlt die aktuelle Grundlagenstudie der Initiative SAVE FOOD in Zusammenarbeit mit der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Konkret befasst sich die Studie mit der Optimierung der Erträge bei Milch, Bananen, Fisch und Mais in Kenia. Im Unterschied zu vielen vorhergegangenen Studien fokussiert „Food Loss Assessment: Causes and Solutions“ – so der offizielle Titel – auch und vor allem auf die Bedeutung der einzelnen Verlust-Faktoren sowie die verschiedenen Auswirkungen von Lösungsansätzen auch unter Kosten-Gesichtspunkten sowie Nachhaltigkeitsaspekten.

Foodwatch-Büro in  Paris eröffnet
Die Verbraucherorganisation foodwatch hat ein Büro in Frankreich eröffnet. Nach Berlin und Amsterdam ist Paris der dritte Standort, das französische Büro leitet die Journalistin Ingrid Kragl. „Wir brauchen eine europaweite Verbraucherbewegung, um dem Lobby-Einfluss der Lebensmittelindustrie etwas entgegenzusetzen“, erklärte der Gründer und Geschäftsführer von foodwatch in Deutschland, Thilo Bode. „Fast alle wichtigen Gesetze im Lebensmittelsektor werden mittlerweile in Brüssel entschieden – mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Verbraucher in jedem einzelnen Mitgliedsstaat. Im vereinten Europa lässt sich nicht mehr nur in einem Land für mehr Verbraucherrechte kämpfen. Unser Ziel ist ein internationales Netzwerk, das sich wirkungsvoll für Verbraucherrechte in Europa einsetzt – das foodwatch-Büro in Paris ist dazu der nächste Schritt.“

Transparenzbericht – Auskunft an Sicherheitsbehörden
Die Deutsche Telekom und der grüne E-Mail-Dienstleister Posteo haben in dieser Woche jeweils einen Bericht über Anfragen von Sicherheitsbehörden veröffentlicht. Die Unternehmen sind dazu verpflichtet unter bestimmten Voraussetzungen Daten an die Behörden weiterzugeben. Um in diesem Verfahren für Transparenz zu sorgen haben sich nun zwei Unternehmen zur Veröffentlichung entschieden. So musste die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr fast 50.000 Anschlussüberwachungen zulassen. In mehr als 400.000 Fällen mussten Verbindungsdaten weitergegeben werden. Für die zivilrechtliche Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen hat die Telekom fast 950.000 IP-Adressen weitergeleitet. Kurz vor der Telekom hatte bereits der kleine Dienstleister Posteo seine Daten veröffentlicht. Das Berliner Unternehmen hatte zuvor ein Gutachten anfertigen lassen um die Rechtmäßigkeit des Transparenzberichts sicherzustellen. Zwar hatte Posteo nur sieben behördliche Anfragen, das Unternehmen will aber mit seinem Vorstoß eine Vorreiterrolle einnehmen. Zudem beklagte Posteo im vergangenen Jahr von Staatsschutzbehörden unter Druck gesetzt worden zu sein.

Studentischer Aufruf für eine Plurale Ökonomik
Am 5. Mai 2014 ist ein internationaler Aufruf für eine pluralere Ökonomik in Zeitungen weltweit veröffentlicht worden. Dieser wurde von der neu gegründeten International Student Initiative for Plural Economics (ISIPE) verfasst und macht eine breite Öffentlichkeit auf die negativen gesellschaftlichen Auswirkungen aufmerksam, die die Einseitigkeit der Volkswirtschaftslehre mit sich bringt. ISIPE wird von den Mitgliedsinitiativen getragen, die sich in ihren Ländern für eine offenere und vielseitige Ökonomik einsetzen. Neben Initiativen unter anderem aus England, Frankreich, Brasilien und Indien ist von deutscher Seite das Netzwerk Plurale Ökonomik involviert. Neben den rund 40 studentischen Vereinigungen wird der Aufruf auch von über 230 Professoren unterstützt. Hier geht es zum Aufruf.

Soennecken veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht 2013
Die Soennecken eG hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Maßnahmen ihre Unternehmenskultur weiterentwickelt und ihren Ruf als attraktiver Arbeitgeber gestärkt. Das verdeutlicht der inzwischen dritte Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2013, der die Fortschritte auf den Gebieten Ökonomie, Ökologie und Soziales dokumentiert. „Wir fühlen uns in unserem Handeln als wertebasierter Mittelständler bestätigt und haben als dynamisches Unternehmen den Ehrgeiz, uns noch weiter zu verbessern“, so Vorstandsprecher Benedikt Erdmann. Als einer der größten Arbeitgeber der Region sieht sich Soennecken in der Verantwortung für die Menschen in Overath und Umgebung, engagiert sich auch für überregionale Projekte. Besonders wichtig ist es der Genossenschaft, Kindern und Jugendlichen Bildungschancen zu eröffnen. Sie gehört deshalb zu den Gründungsmitgliedern der Gemeinschaftsstiftung „Chancen stiften“, unterstützt lokale Schulen und Kindergärten und fördert durch den Bezug des Kaffees über die Organisation „Coffee Circle“ Bildungsprojekte wie den Bau von Schulen in Äthiopien. Grundlage für das soziale Engagement der Soennecken eG ist ihr wirtschaftlicher Erfolg, der auf den typisch mittelständischen Tugenden wie Solidität und Verlässlichkeit und der Dynamik eines modernen Unternehmens basiert. Die klassischen Aufgaben einer Genossenschaft beherrscht das Unternehmen genauso wie Themen, die sich aus den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen des Marktes ergeben. Somit sorgt Soennecken dafür, dass sich die Mitgliedsunternehmen auf dem Markt behaupten können, und trägt so zum Erhalt von Mittelstand und Fachhandel, von Arbeits- und Ausbildungsplätzen bei. „Ökonomisch nachhaltig handeln bedeutet für uns, solide zu wirtschaften und die Zukunft genau im Blick zu behalten“, erklärt Dr. Benedikt Erdmann. „Mitglieder finden bei uns einen sicheren Hafen und die Gewissheit, dass wir uns mit einer klaren Strategie frühzeitig um die Herausforderungen von morgen kümmern.“ Auf dem Gebiet der Ökologie erfüllt Soennecken alle Standards, eines nicht-produzierenden mittelständischen Unternehmens. So konnte nach bestandener Umweltzertifizierung die Energiebilanz in 2013 noch einmal deutlich verbessert werden. „Als Genossenschaft haben wir das Selbstverständnis, für die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen“, so Dr. Benedikt Erdmann. „Dazu gehören selbstverständlich auch Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz. Was wir machen, ist ehrlich und authentisch und wird nachweisbar gelebt und dokumentiert.“ Der nächste Nachhaltigkeitsbericht der Soennecken eG erscheint 2016.

Umweltbank finanziert über 15.000 Projekte
Das Fördervolumen der UmweltBank überstieg im letzten Jahr erstmals in der 17-jährigen Unternehmensgeschichte die 2-Mrd.-Euro-Marke. Die grüne Bank finanziert mit ihren Kundeneinlagen ausschließlich ökologische Kreditprojekte und veröffentlicht neben ihren testierten Geschäftszahlen auch einen jährlichen Umwelt- und Sozialbericht. Die Bank bewirkte durch Ihre Geschäftstätigkeit im letzten Jahr eine CO2-Einsparung von 2,6 Mio. Tonnen. Das Förderkreditvolumen stieg im letzten Jahr um 10,9 % auf 2,13 Mrd. Euro an. Finanziert wurden Projekte aus den Bereichen Erneuerbare Energien, ökologische Baufinanzierung und Bio-Landwirtschaft.

31 % der Berufspendler in Ballungszentren nutzen Bus und Bahn
Bei der Wahl des Verkehrsmittels heben sich Berufspendler in Kernstädten von Ballungsräumen deutlich von den Pendlern in ländlichen Regionen ab. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nutzt in den Zentren der Ballungsräume ein knappes Drittel (31 %) der Erwerbstätigen Busse und Bahnen für den Weg zur Arbeit. Mehr als die Hälfte davon ist mit U- und Straßenbahnen unterwegs. Außerhalb dieser Zentren werden öffentliche Verkehrsmittel dagegen wenig genutzt. In den sonstigen Gebieten liegt der Anteil der Erwerbstätigen, der öffentliche Verkehrsmittel benutzt, teilweise sogar deutlich unter 20 %. Hier fahren stattdessen mindestens 70 % der Erwerbstätigen mit dem Pkw zur Arbeit, unabhängig davon wie weit dieser Weg ist.

Lufthansa als besonders nachhaltige Airline ausgezeichnet
Lufthansa wurde neben Condor von Verbrauchern zu einer der beiden nachhaltigsten Fluggesellschaften gewählt. Das ist das Ergebnis der Studie „Mit gutem Gewissen“, die das Magazin Focus Money in Auftrag gegeben hatte. 16.500 Befragte bewerteten 17 Fluggesellschaften zu Kriterien der ökologischen, ökonomischen und sozialen Verantwortung. Lufthansa erhielt das Gold-Siegel und konnte sich besonders im Bereich der sozialen Verantwortung hervorheben.

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