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Ethikrat fordert weitere Regelungen für Biosicherheit

Berlin (afp) – Der Deutsche Ethikrat fordert in einer Stellungnahme zur Biosicherheit weitere Regelungen für Forschungen, deren Ergebnisse auch missbraucht werden könnten. Das Gremium legte dazu am Mittwoch in Berlin fünf Empfehlungen vor, die unter anderem auf einen bundesweit gültigen Forschungskodex und auf rechtliche Regelungen zielen. Hintergrund der Stellungnahme für die Bundesregierung waren Experimente zur Wandelbarkeit von Krankheitserregern.

In zwei Studien war laut Ethikrat die Übertragbarkeit von Vogelgrippeviren experimentell erhöht worden. Dies löste demnach im Jahr 2012 eine weltweite Diskussion über den Umgang mit missbrauchsgefährdeter Forschung aus. Der Ethikrat befasste sich deshalb im Auftrag der Bundesregierung mit den Vorgaben.

Das Gremium kam dabei nach eigenen Angaben zu dem Schluss, dass in Deutschland zwar viele Regelungen existierten, aber weitere „bewusstseinsbildende und verantwortungsfördernde Maßnahmen“ sowie rechtliche Regelungen notwendig seien.

Der Ethikrat empfiehlt deshalb, in der Wissenschaft das Bewusstsein für Missbrauchsgefahren zu schärfen und einen bundesweit gültigen Kodex für einen verantwortlichen Umgang mit entsprechenden Forschungen zu erstellen. Die Förderung solcher Vorhaben soll zudem an das positive Votum einer neu einzurichtenden Kommission geknüpft werden. Das Gremium macht auch Vorschläge für rechtlich verbindliche Regelungen. Zudem soll sich die Bundesregierung international für vergleichbare Standards einsetzen.

Dem Deutschen Ethikrat gehören 26 Mitglieder an, die vom Bundestagspräsidenten je zur Hälfte auf Vorschlag des Bundestags und der Bundesregierung für vier Jahre berufen werden. Der Rat befasst sich vor allem mit Fragen im Bereich der sogenannten Lebenswissenschaften. Die Mitglieder sind vor allem Wissenschaftler.

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