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Erneut tödlicher Unfall bei Arbeiten an WM-Stadion in Brasilien

Rio de Janeiro (afp) – Bei den Vorbereitungen zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hat es erneut einen tödlichen Unglücksfall gegeben. Ein Arbeiter habe im Stadion in Cuiabá einen tödlichen Stromschlag versetzt bekommen, teilte ein Sprecher des regionalen WM-Komitees am Donnerstag (Ortszeit) mit. Damit starben auf den WM-Baustellen, auf denen enormer Zeitdruck herrscht, nunmehr bereits acht Arbeiter.

Der 32-jährige Arbeiter habe in einem Stadion-Gang in der 43.000 Zuschauer fassenden Pantanal-Arena an der Beleuchtung gearbeitet, teilte der WM-Sprecher mit. Dabei habe der Vater zweier Kinder einen Schlag bekommen, zur Hilfe gerufene Sanitäter hätten ihn nicht retten können. Sportminister Aldo Rebelo zeigte sich bestürzt über den Tod des Mannes und sprach der Familie sein Beileid aus.

Die WM-Vorbereitung wird von mehreren tödlichen Unfällen überschattet. Allein bei den Bauarbeiten am Stadion in São Paulo, in dem am 12. Juni die WM eröffnet werden soll, kamen drei Bauarbeiter ums Leben. Insgesamt starben im ganzen Land nunmehr acht Arbeiter.

Ungeachtet des neuen Unfalls gingen die Arbeiten in Cuiabá unvermindert weiter. Das Stadion gehört zu den Problemfällen im Wettlauf gegen die Zeit. Die Organisatoren des in fünf Wochen beginnenden Fußball-Turniers stehen unter enormen Druck, weil die Arbeiten in vielen Städten weit hinter dem eigentlichen Zeitplan liegen.

Eine vom Weltfußballverband FIFA gesetzte Frist bis zum 31. Dezember 2013 zur Fertigstellung der Stadien wurde in sechs der zwölf WM-Spielstätten nicht eingehalten. Und auch jetzt sind vier Stadien noch nicht fertig. Unter ihnen ist die für vier Spiele vorgesehene Arena von Cuiabá, die nun am 18. Mai eingeweiht werden soll. Neben den Problemen bei den Stadien kämpfen die Organisatoren auch mit erheblichem Rückstand bei der Infrastruktur, viele Flughäfen und Straßen sind noch nicht ausreichend saniert.

Zudem wird Brasilien zunehmend von sozialen Protesten erschüttert, bei denen die hohen Kosten für die Fußball-WM und die 2016 anstehenden Olympischen Spiele kritisiert werden.

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