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Integrationsbeauftragte Özoguz unterstützt anonyme Bewerbungen

Hamburg (afp) – Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat sich für anonyme Bewerbungsverfahren bei der Arbeitsplatzsuche ausgesprochen. „Das ist ein Mechanismus, den ich durchaus für gut halte“, sagte die Staatsministerin am Mittwoch in Hamburg bei der Eröffnung einer Konferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen unter Verweis auf eine kürzlich vorgestellte Studie. Demnach werden Bewerber mit türkischen Namen bei völlig gleicher Qualifikation deutlich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.

Bei anonymen Bewerbungsverfahren wird auf die Angabe von Namen, Geschlecht oder Alter verzichtet. Fotos sind ebenfalls tabu. Die Strategie gilt als Mittel, um der Diskriminierung etwa von Migranten oder Frauen bei der Arbeitsplatzsuche zu begegnen. Es gibt bereits Behörden und Firmen, die dieses Verfahren einsetzen.

Özoguz rief die Unternehmen generell auf, mehr junge Menschen auszubilden. Dabei gehe es ihr ausdrücklich nicht nur um die mit Zuwanderungsgeschichte, betonte sie. Es sei aber auch wichtig, die interkulturelle Sensibilität der Personalentscheider zu stärken. „Wenn fitte junge Menschen etwa wegen eines fremd klingenden Namens am Ausbildungsmarkt diskriminiert werden, dann muss sich schnell etwas ändern“, ergänzte Özoguz. Sie verwies auf den vielfach beklagten Fachkräftemangel.

Viele Unternehmen seien lern- und veränderungsbereit, betonte die Integrationsbeauftragte. Das gehe auch aus den Reaktionen auf die jüngste Namens-Studie hervor, zu der es „positive Rückmeldungen“ aus Firmen gebe. Diese seien dankbar dafür, dass sie auf ein Problem hingewiesen worden seien, das sie bislang gar nicht wahrgenommen hätten. Sie sähen „Vielfalt als Chance“ und wollten ihre Auswahlverfahren ändern, sagte sie.

Die Konferenz der Integrationsbeauftragten dauert bis Donnerstag und widmet sich dem Thema Ausbildung. Rund 300 Experten nehmen daran teil. Ende des Jahres soll sich ein Integrationsgipfel der Bundesregierung auch diesem Komplex widmen. Die Ergebnisse der Hamburger Konferenz der Integrationsbeauftragten sollen bis dahin zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt werden.