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Geflügelwirtschaft baut Online-Dialog aus

Trotz immer wieder auftauchender Skandale gehört Geflügel zu den beliebtesten Fleischsorten in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde mit durchschnittlich 19,4 Kilogramm pro Person ein neuer Höchststand erreicht, obwohl der Fleischverbrauch insgesamt auf hohem Niveau stagniert. Probleme mit ihrem Image hat die Branche trotzdem und will seit 2012 mit einem offenen Dialog für mehr Transparenz sorgen. Mit den bisherigen Erfahrungen zeigt man sich zufrieden und will den Dialog nun ausweiten.

Berlin (csr-news) > Trotz immer wieder auftauchender Skandale gehört Geflügel zu den beliebtesten Fleischsorten in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde mit durchschnittlich 19,4 Kilogramm pro Person ein neuer Höchststand erreicht, obwohl der Fleischverbrauch insgesamt auf hohem Niveau stagniert. Probleme mit ihrem Image hat die Branche trotzdem und will seit 2012 mit einem offenen Dialog für mehr Transparenz sorgen. Mit den bisherigen Erfahrungen zeigt man sich zufrieden und will den Dialog nun ausweiten.

So können Verbraucher auf der Internetseite des Verbands der deutschen Geflügelwirtschaft Fragen zu den Haltungsbedingungen in den Geflügelställen stellen. Andere Nutzer können durch einen Klick ihr Interesse an der Beantwortung der Frage bekunden. Dabei ist man ausdrücklich auch auf kritische und unbequeme Fragen eingestellt, betont der Verband. „In dieser Form ist dies ein in der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft aktuell bisher einzigartiges Dialogelement“, unterstreicht Thomas Janning, Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Bislang wurden rund 250 Fragen gestellt und etwa 29.000 Nutzer stimmten über ihr Interesse an der Antwort ab. „Die Vielzahl unterschiedlicher Fragen zu diversen Themen rund um die Geflügelhaltung zeigt, wie intensiv sich die Verbraucher mit der deutschen Geflügelhaltung beschäftigen und wie groß ihr Bedarf an fundierter Information ist“, so Janning. Die Fragen reichen von den Haltungsbedingungen über infrastrukturelle Fragestellungen bis hin zur ethisch-philosophischen Ebene der Nutztierhaltung. Ermutigt von den bisherigen Erfahrungen soll des den Nutzern noch einfacher gemacht werden ihre Fragen zu stellen und eine Antwort zu erhalten. „Wir möchten, dass die Verbraucher im neuen Dialogbereich noch leichter auf die gewünschten Informationen zugreifen können“, erklärt Janning. Auch der Beantwortungsmodus wird angepasst: Die Beantwortung erfolgt nun flexibel im Wochenrhythmus. So können Fragen künftig noch schneller beantwortet werden. Dieser regelmäßige aber auch kontroverse Verbraucherdialog ist für unsere Branche inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden und wir werden diesen Dialog auch in Zukunft weiterführen“.

Transparenz erfordert allerdings mehr als verbandgerechte Antworten auf Verbraucherfragen. So gehört der interaktive Rundgang durch einen Geflügelstall zu den beliebtesten Angeboten auf der Website. Das fördert allerdings auch den Wunsch, die Haltungsbedingungen live zu erleben. Eine entsprechende Frage im Dialogforum fanden immerhin fast 700 weitere Nutzer interessant. Tatsächlich bieten einzelne Höfe die Besichtigung ihrer Ställe an. So haben am vergangenen Wochenende in einigen Bundesländern Geflügelhöfe ihre Pforten für Besucher geöffnet. Alleine in Niedersachsen nahmen mehr als 80 Betriebe teil. Letztendlich müssen allerdings die Haltungsbedingungen in der Breite verbessert werden, mindestens so wie von der „Initiative zum Tierwohl Geflügel“ gefordert. In der vergangenen Woche hat der entsprechende Beirat der QS Fachgesellschaft Geflügel GmbH, mit Vertretern aus Lebensmitteleinzelhandel, Landwirtschaft sowie Futtermittel- und Geflügelwirtschaft die inhaltliche Ausgestaltung der Initiative beschlossen. Insgesamt acht neue Anforderungen zum Tierwohl, wie etwa mehr Platz für die Tiere, sollen die Standards deutlich verbessern.

Das Dialogjahrbuch der Deutschen Geflügelwirtschaft zum Download.

Die Dialogplattform im Internet.

 

 

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