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CSRbriefly am Montag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Intel veröffentlicht CSR-Report 2013, Neuer Vorstand des „forums anders reisen“, Schlechtester Boss der Welt enthüllt, Audi aktualisiert Corporate Responsibility Report, Mars Chocolate unterstützt “CocoaAction”, Gewerkschaften verpflichten sich zum Kampf gegen den Klimawandel, Finance Watch veröffentlicht Jahresbericht 2013, keine Transparenz unter den führenden Unternehmen in Großbritannien und Umweltschutz auf Türkisch.

 

Intel veröffentlicht CSR-Report 2013
Die Intel Corporation hat ihren Corporate Responsibility Report veröffentlicht. Der Report informiert über das Engagement des Unternehmens in den Bereichen Umwelt, nachhaltige Produktions- und Lieferprozesse, Arbeitsumfeld, Bildung und Gesellschaft. Mit allen CSR-Maßnahmen verfolgt Intel das Ziel, der Gesellschaft Zugang zu Bildung und Technologien zu verschaffen und den Gedanken der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit und umweltverträglichen Handels voranzutreiben. Gleichzeitig wurde der von Intel bei der US Securities and Exchange Comission (SEC) eingereichte Report über Konfliktmineralien veröffentlicht. Im sechsten Jahr in Folge ist Intel in den USA laut US Environmental Protection Agency der größte freiwillige Einkäufer von Strom aus erneuerbaren Energien. Der Energiebedarf in den USA von 3,1 Milliarden Kilowattstunden wurde vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt. Intel hat für 36 neue und bestehende Gebäude in acht Ländern die Zertifizierung nach den Kriterien für Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) erhalten. Seit 1998 hat Intel mehr als 220 Millionen US-Dollar in Programme zur Einsparung von Wasser in seinen Einrichtungen investiert und somit den Bedarf um über 170 Milliarden Kubikmeter gesenkt; dies entspricht dem jährlichen Wasserverbrauch von 430.000 Haushalten in den USA. Seit 2008 ist ein Teil der variablen Bezahlung jedes Intel Mitarbeiters – von Kundendienstmitarbeitern bis zum CEO – an das Erreichen von Zielen bei der ökologischen Nachhaltigkeit gekoppelt.

Neuer Vorstand des „forums anders reisen“
Der Dachverband für nachhaltigen Tourismus hat turnusmäßig den Vorstand neu gewählt. Der neue Vorstand des forum anders reisen ist repräsentativ besetzt: Mit Manfred Häupl von Hauser Exkursionen als 1. Vorsitzendem und Johannes Mayr von Seabreeze Travel als 2. Vorsitzendem sind sowohl die kleineren als auch die größeren Unternehmen des Verbandes vertreten. Zudem wurden Annette Paatzsch (Travel & Personality), Kai Pardon (One World) und Klaus Becker (ZeitRäume Reisen) in den Vorstand gewählt. Zudem wurde auf der Mitgliederversammlung der erweiterte und aktualisierte Kriterienkatalog des Verbandes für nachhaltigen Tourismus diskutiert und mit großer Mehrheit verabschiedet. Daneben bestätigte die Mitgliederversammlung als wichtigstes Entscheidungsorgan die verpflichtende CSR-Zertifizierung als Voraussetzung für alle Mitglieder. Neu-Mitgliedern wird allerdings künftig mehr Zeit gewährt für die erste Umsetzung des CSR-Reportings, um so den Einstieg in den Verband zu erleichtern. “Mit diesen Entscheidungen hat sich der Verband klar positioniert,” so die neue Geschäftsführerin und ehemalige Vorstandsvorsitzende Petra Thomas. “Beide Entscheidungen sind wegweisend für die Weiterentwicklung von nachhaltigen touristischen Strukturen. Bei steigender Nachfrage auf Seiten der Konsumenten werden wir den Markt mit unseren Produkten mittelfristig stark verändern können.”

Schlechtester Boss der Welt enthüllt
Jeff Bezos, CEO von Amazon, wurde beim 3. Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Berlin als schlechtester Boss der Welt enthüllt. IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow sagte zu dem Ergebnis, dass es zwar viele CEOs gebe, die viel zu wünschen übrig ließen, neun von ihnen aber während des Jahres 2014 besonders aufgefallen seien und daher in die erste internationale Abstimmung der Gewerkschaften dieser Art einbezogen werden mussten. “Die Macht der Unternehmen ist außer Kontrolle geraten. Die Regierungen beugen sich dieser Macht, wenn ihnen mit dem Abzug von Kapital gedroht wird. Die Habgier des einen Spitzenprozents ist ihnen wichtiger als das Wohlergehen der übrigen 99 Prozent. Wir haben daher beschlossen, aufzudecken, was dieses Phänomen eines schlechten Bosses u.a. ausmacht: Untergrabung der Demokratie und der Arbeitnehmerrechte, Unterstützung von Sklaverei und Kafala. Amazon ist auch in Deutschland tätig und behandelt seine Beschäftigten wie Roboter. Das Unternehmen macht kein Geheimnis daraus, dass es Beschäftigte in nur wenigen Jahren durch Roboter ersetzen wird. Ein weltweit tätiges reiches Unternehmen, das die Menschenwürde und die Rechte erwerbstätiger Menschen verachtet. Jeff Bezos verkörpert die Unmenschlichkeit von Arbeitgebern, die auf das US-amerikanische Unternehmensmodell setzen. Unsere Botschaft an die Großkonzerne lautet, dass das aufhören muss, keine Misshandlung von Beschäftigten mehr”, so Sharan Burrow. Mehr als 20.000 Stimmen wurden für neun Bosse abgegeben, die wegen ihrer Arbeitnehmerrechtsverletzungen und anderer negativer Aktivitäten für die Beschäftigten ausgewählt worden waren. Von Steuerhinterziehung über Drohungen bis hin zu Versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, die “Schurkenliste” der schlechtesten Bosse symbolisiert die übelsten globalen Exzesse der Geschäftswelt.

Audi aktualisiert Corporate Responsibility Report
Der Audi-Konzern hat die Aktualisierung des Corporate Responsibility Reports veröffentlicht und berichtet darin über den aktuellen Stand beim CR-Programm sowie die neuen Kennzahlen. Im Fokus stehen die fünf Kernfelder Produkt, Umwelt, Mitarbeiter, Gesellschaft und Wirtschaften. Ebenfalls veröffentlicht wurde der Fortschrittsbericht 2013 des Global Compact der Vereinten Nationen. Als aktives Mitglied bekennt sich der Audi-Konzern zu dessen zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Langfristig verfolgt das Unternehmen die Vision der CO2-neutralen Mobilität. Als erste Premiummarke veröffentlichte Audi kürzlich seinen detailliert berechneten und DEKRA-zertifizierten Corporate Carbon Footprint nach der weltweit gültigen Norm ISO 14064. Damit macht Audi seine unternehmensweiten Quellen für Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus der Modelle transparent und kann Emissionen künftig noch gezielter und effektiver reduzieren. Zudem stellt sich Audi seiner Vergangenheit. Heute kommt eine Studie über die NS-Vergangenheit des Audi-Vorgängers Auto Union in den Handel. Die Studie der Historiker Martin Kukowski und Rudolf Boch beschäftigt sich unter anderem mit der Beschäftigung von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg. Die Untersuchung wurde von Audi selbst in Auftrag gegeben.

Mars Chocolate unterstützt “CocoaAction”
Mars Chocolate unterstützt den Kooperationsplan des Kakaosektors zur Regenerierung und Erhaltung der Kakaowirtschaft. Die „CocoaAction” Initiative unter der Schirmherrschaft der Weltkakaostiftung (World Cocoa Foundation – WCF) konzentriert sich auf spezifische, gemeinsam getragene Maßnahmen, um die Produktivität sowie die Entwicklung der lokalen Gemeinschaften für rund 300.000 westafrikanische Bauern bis zum Jahr 2020 nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, stützt sich die Weltkakaostiftung auf Selbstverpflichtungen der Industrie, die erstmals privatwirtschaftliche Maßnahmen auf nicht-wettbewerblicher Basis in großem Maßstab bündeln, um die Entwicklung der Kakaoproduktion in Westafrika gemeinsam voranzutreiben. Im Mittelpunkt der Initiative stehen zunächst Kakaobauern der Elfenbeinküste und in Ghana, deren Regierungen dem Plan bereits offiziell zugestimmt haben. Später soll die Initiative auch auf andere Kakaoerzeugerländer ausgeweitet werden. „,CocoaAction‘ ist die bislang ehrgeizigste Strategie des Kakaosektors, um den schwierigen Rahmenbedingungen der heutigen Kakaoproduktion zu begegnen”, so Barry Parkin, Chief Sustainability Officer bei Mars Inc. und Vorstandsvorsitzender des WCF. „Wie andere auch hat Mars schon lange erkannt, dass es einer neuartigen Form der Zusammenarbeit bedarf, um mehr Nachhaltigkeit im Kakaosektor zu erreichen. Und die Branche ist sich einig, dass Maßnahmen und Lösungen für mehr Kakaonachhaltigkeit am effektivsten sind, wenn sie direkt bei den Bauern ansetzen. Dies gilt auch für ,CocoaAction‘, das eine neue Dimension der Kooperation öffentlicher und privater Akteure darstellt und unter dem Dach des WCF die Umsetzung mit Nachdruck vorantreiben will.” „CocoaAction“ wird gegenwärtig aus den Mitteln des WCF-Vorstands realisiert. Im Zuge der weiteren Entwicklung und des Fortschritts der Initiative wird sich der WCF darum bemühen, weitere Unternehmen und strategische Partner ins Boot zu holen.

Gewerkschaften verpflichten sich zum Kampf gegen den Klimawandel
Mehr als 50 Gewerkschaften, die Millionen Mitglieder vertreten, haben sich beim IGB-Weltkongress in Berlin der Klimaschutzaktion “Unions4Climate” angeschlossen. Damit beginnt eine globale Mobilisierungskampagne für ein Klimaschutzabkommen 2015 in Paris. “Auch der Klimawandel stellt eine Gefahr für Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen dar. Für die Gewerkschaften ist das ganz einfach: Auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeitsplätze”, so IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow. Die Gewerkschaften kämpfen für ein ehrgeiziges globales Rahmenwerk für den Klimaschutz, um das Leben und die Arbeitsplätze erwerbstätiger Menschen zu schützen, Bildung für alle zu garantieren, bahnbrechende Technologien zu fördern, den industrielen Wandel in allen Wirtschaftsbereichen und Branchen zu lenken und den Armen der Welt gerechte Übergangsmaßnahmen zu garantieren. “Wir haben erlebt, wie die Regierungen in Kopenhagen versagt und nicht den Planeten und die Menschen, sondern die Interessen der Konzerne in den Vordergrund gerückt haben, und genau diese Konzerne wollen auch die Klimakonferenz in Paris scheitern sehen. Der Auftrag der Gewerkschaften, für Arbeitsplätze, Rechte und soziale Gerechtigkeit zu sorgen, erfordert, dass wir uns für einen gerechten Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung einsetzen, und dieser Übergang muss jetzt beginnen”, fordert Sharan Burrow. Die Untersuchungen des IGB haben ergeben, dass in nur 12 Ländern 48 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Ein Beispiel ist Deutschland, wo in nur zwei Jahren bis zu 400.000 neue Arbeitsplätze im Bereich erneuerbarer Energien entstanden sind.

Finance Watch veröffentlicht Jahresbericht 2013
Finance Watch, eine gemeinnützige Organisation, die sich für das Gemeinwohlinteresse bei der Finanzregulierung einsetzt, hat seinen Jahresbericht 2013 veröffentlicht. Der Bericht beinhaltet eine aktuelle Übersicht über Regulierungsmaßnahmen in der EU, mit denen sich Finance Watch im Laufe des Jahres beschäftigt hat. Die aktuellen Entwicklungen bis zur letzten Parlamentssitzung im April 2014 wurden dabei berücksichtigt. Zu den Themen gehören unter anderem PRIPs, MIFID II, TTIP, LTF und ELTIF, Schattenbanken, MMF, CRD IV, UCITS V, Bankenstrukturreform, Bankenunion und BRRD und die Überarbeitung der Level 2-Leitlinien. Der kommissarische Generalsekretär von Finance Watch, Benoît Lallemand, sagte: “Der Bericht zeigt, was das Finance Watch-Netzwerk – bestehend aus seinen Mitgliedern, 41 Organisationen der Zivilgesellschaft und 34 Finanzexperten, und dem Finance Watch-Team in Brüssel, unterstützt von Tausenden BürgernInnen aus Europa – in diesem Jahr im Bereich der Finanzregulierung erreicht hat. Man kann sehen, wie gut die Zivilgesellschaft zusammenarbeitet, um gemeinsam das Gemeinwohlinteresse bei der Finanzregulierung zu verteidigen. Dennoch haben wir es angesichts der Lobbymacht der Finanzindustrie, die ihre Privatinteressen vertritt, immer noch mit einem großen Ungleichgewicht zu tun“. In einer kürzlich vom Corporate Europe Observatory veröffentlichten Studie wird die Zahl der Finanzlobbyisten, die EU-Regulierungsmaßnahmen zu beinflussen und entschärfen versuchen, auf 1.700 geschätzt, wobei die Finanzindustrie jährlich mindestens €120 Mio. für Lobbyzwecke ausgibt. Diese Ergebnisse zeigen auch, weshalb sich das Finanzsystem seit Ausbruch der Krise kaum wesentlich verändert hat, trotz aller Anstrengungen von Seiten der Gesetzgeber und den negativen Auswirkungen, die die Krise für das Leben von Millionen EU-Bürger hatte. Das Budget von Finance Watch im Jahr 2013, um sich für die Interessen der BürgerInnen bei der Finanzregulierung einzusetzen, lag bei € 1,9 Mio.

Keine Transparenz unter den führenden Unternehmen in Großbritannien
Geheimhaltung ist nicht die Ausnahme, sondern die Norm, das ist das wichtigste Ergebnis einer Analyse von Christian Aid bezüglich der Offenlegung der wirtschaftlichen und finanziellen Informationen von fast 30.000 Tochtergesellschaften der 100 größten Unternehmen Großbritanniens, deren Aktien an der Londoner Börse gehandelt werden. Nur ein Viertel der Unternehmen veröffentlicht vollständige Informationen zu Umsatz und Besitzverhältnissen. „Wir waren schockiert, wie wenig Informationen frei verfügbar sind”, sagte Katharine Teague, Mitautorin des Berichts, der bisher unveröffentlichte Daten über FTSE100 Unternehmen zeigt. Der Bericht zum Download.

Umweltschutz auf Türkisch
Die Umweltorganisation Yesil Cember motiviert türkischstämmige Menschen in Deutschland dazu, sich für den Umweltschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen. Diese Arbeit wurde am 23. Mai mit der Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt honoriert. Es gibt viele Möglichkeiten, sich in Deutschland für den Schutz der Umwelt und der biologischen Vielfalt einzusetzen. Broschüren, Flyer und Filme informieren darüber, was jeder Einzelne als kleinen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt beisteuern kann. Umwelt-Verbände und -Organisationen freuen sich über jedes neue Mitglied. Doch gerade Menschen mit Migrationshintergrund bleiben dabei häufig außen vor, weil sie die Sprache nicht verstehen oder der konkrete Bezug zu diesen Themen fehlt. Hier setzt die Arbeit der Umweltorganisation Yesil Cember (Türkisch für “Grüner Kreis”) an. Mit deutsch-türkischen Informationsmaterialen, Veranstaltungen, Exkursionen und der Schulung von Umweltbotschafterinnen und Umweltbotschaftern aktiviert das Projekt aus der Türkei stammende Menschen dazu, sich mit den Themen Umweltschutz, nachhaltiger Konsum und biologischer Vielfalt zu beschäftigen und für sie einzutreten. Es bringt die deutschen Umweltorganisationen und die türkischstämmigen Menschen zusammen und eröffnet neue Beteiligungsmöglichkeiten. So werden kulturelle und sprachliche Barrieren überwunden und ökologisches Denken und Handeln gefördert. Für diesen Einsatz wurde Yesil Cember vom türkischen Generalkonsul Ahmet Basar Sen die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt verliehen. Vor rund 100 Personen und Medienvertretern überreichte er symbolisch einen “Vielfalt-Baum” an die Initiatorin der Umweltorganisation Gülcan Nitsch. “Die türkische Community in Deutschland partizipiert in allen Bereichen des Lebens. Auch Umweltthemen werden für sie immer wichtiger und somit steigt natürlich auch der Bedarf an Aufklärungsangeboten für Umweltschutzthemen. Ich freue mich sehr, dass eine türkische Umweltorganisation mit so einer bedeutsamen Auszeichnung geehrt wird. Ich gratuliere Yesil Cember für das vorbildliche Engagement und überreiche die UN-Dekade-Urkunde sehr gerne”, lobt der türkische Generalkonsul die Arbeit von Yesil Cember. Yesil Cember wurde 2006 unter dem Dach des BUND Berlin gegründet, agiert aber seit 2012 eigenständig. Ihr erklärtes Ziel ist es, bis 2020 jeden dritten türkischsprachigen Menschen in Deutschland mit dem Thema Umweltschutz zu erreichen. Das Angebot soll auch auf andere Bevölkerungsgruppen ausgeweitet werden. Einige der Informationsmaterialien wurden bereits auf Polnisch, Arabisch oder Russisch übersetzt. So schlägt Yesil Cember für den Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt eine Brücke zwischen den Kulturen und macht Umweltschutz für alle möglich.