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Sechs Greenpeace-Aktivisten in den Niederlanden festgenommen

Den Haag (afp) – In den Niederlanden sind am Dienstag sechs Greenpeace-Aktivisten festgenommen worden, die eine Bohrinsel mit Ketten angedockt hatten, um ihren Transport in die Arktis zu verhindern. “Sie sind noch in Haft, aber wir kennen die genauen Vorwürfe nicht”, sagte Greenpeace-Protestkoordinator Faiza Oulahsen am Morgen der Nachrichtenagentur AFP. Ein Polizeisprecher bestätigte die Festnahmen.

Er verwies darauf, dass die Umweltschützer eine Anordnung ignorierten, die Ölplattform zu verlassen, die im Hafen von IJmuiden nordwestlich von Amsterdam ankert.

Taucher und Aktivisten von Greenpeace waren am Montagabend auf die gigantische Bohrinsel “GSP Saturn” geklettert, die der russische Energieriese Gazprom gechartert hat. Anschließend machten sie die Plattform mit Ketten am Dock fest. Gazprom will mit der Insel im Feld Dolginskoje in der nördlichen Petschorasee Öl bohren.

Die “GSP Saturn” ist schon die zweite Gazprom-Bohrinsel, die Greenpeace attackiert, um auf Gefahren der Ölförderung in der Arktis aufmerksam zu machen. Im September hatten russische Sicherheitskräfte 30 Aktivisten und Journalisten festgenommen und für zwei Monate festgehalten. Sie hatten die Plattform “Priraslomnaja” in der Petschorasee besetzt.

Laut Greenpeace fördert Gazprom als erster Konzern weltweit Öl aus dem Meeresboden des arktischen Ozeans. Der Konzern plant demnach, dieses Jahr rund 300.000 Tonnen Öl nach Europa zu liefern. Anfang Mai protestieren Greenpeace-Aktivisten im Hafen von Rotterdam gegen die erste Öllieferung.