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Strände und Seen locken mit guter Wasserqualität

Die Strände, Seen und Flüsse in Deutschland locken Badende einem EU-Bericht zufolge mit sehr guter Wasserqualität. Fast 90 Prozent der untersuchten Badegewässer hierzulande erreichten in einem EU-Bericht das Prädikat “ausgezeichnet”, wie die Europäische Umweltagentur und die EU-Kommission am Dienstag in Kopenhagen und Brüssel mitteilten. Eine Karte im Internet hilft bei der Auswahl des Ausflugszieles.

Brüssel (afp) – Die Strände, Seen und Flüsse in Deutschland locken Badende einem EU-Bericht zufolge mit sehr guter Wasserqualität. Fast 90 Prozent der untersuchten Badegewässer hierzulande erreichten in einem EU-Bericht das Prädikat “ausgezeichnet”, wie die Europäische Umweltagentur und die EU-Kommission am Dienstag in Kopenhagen und Brüssel mitteilten. Eine Karte im Internet hilft bei der Auswahl des Ausflugszieles.

Insgesamt 97 Prozent der Gewässer in Deutschland erfüllten demnach die Mindestanforderungen, waren also ausgezeichnet, gut oder wenigstens ausreichend. Nur ein Prozent konnte das Minimum nicht erreichen, davon musste wiederum rund die Hälfte geschlossen werden – nämlich zehn Badestellen, wie der Report vermerkt. Weitere zwei Prozent konnten wegen fehlender Proben oder anderer Gründe nicht benotet werden. Insgesamt standen 2296 Badegewässer beziehungsweise bestimmte Badestellen an ein und demselben Gewässer auf dem Prüfstand.

Auch in der EU insgesamt waren die Werte sehr gut – hier erlangten 83 Prozent ein “ausgezeichnet”. Küsten schnitten im Übrigen etwas besser ab als Gewässer im Binnenland. Zypern und Luxemburg haben dem Report zufolge sogar nur “ausgezeichnete” Strände, Seen und Flüsse; weit vorn waren auch die Touristenziele Kroatien und Griechenland.

Nicht so überragend sah es insbesondere bei mehreren Nordsee-Anrainern aus, darunter den Niederlanden. Diese gehörten mit fünf Prozent als nicht ausreichend beurteilten Badegewässern zu den Schlusslichtern. Die Mehrzahl der in den Niederlanden bemängelten Stellen waren Küstenabschnitte, wie aus dem Report hervorgeht.

Der alljährlich erscheinende Bericht bezieht sich jeweils auf das Vorjahr, es handelt sich also um Werte von 2013. Die Bewertung richtet sich nach dem Vorkommen von Bakterien. Sie lassen den Angaben zufolge auf Verunreinigungen durch Abwässer und tierische Exkremente schließen.

Dabei sind Ergebnisse und der Trend laut Europäischer Umweltagentur positiv. Dass große Abwassermengen direkt und ungeklärt in die Gewässer geleitet würden, sei “ein Problem der Vergangenheit”, teilte Exekutivdirektor Hans Bruyninckx mit.

Allerdings heißt ein gutes Ergebnis nicht automatisch, dass es im und um das Wasser umfassend sauber ist. Müll und andere Umweltverschmutzungen werden nicht berücksichtigt. So weist das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein darauf hin, dass Schadstoffe wie Nitrat und Phosphat in dem EU-Bericht nicht vorkommen.

Solche Schadstoffe seien zwar normalerweise auch beim Schlucken von Badewasser nicht schädlich. Sie könnten aber Blaualgen nähren, deren Stoffe die Gesundheit gefährden können, sagte Gewässer-Experte Ansgar Knobling auf Anfrage. Als Faustregel gelte: Trüben Blaualgen das Wasser so stark, dass in knietiefem Wasser der Grund nicht mehr sichtbar ist, sollte auf das Baden verzichtet werden.

Die EU-Kommission warnte, auch wo es keine Gesundheitsbelastung gebe, könnten Tiere und Pflanzen bedroht sein. Insbesondere in Europas Meeren seien Ökosysteme durch Klimawandel, Umweltverschmutzung, Überfischung und Versauerung bedroht.

Einzelne Badegewässer und ihre Benotung lassen sich auf einer interaktiven Karte im Internet finden. Alternativ lassen sich nach Land, in Deutschland dann nach Bundesland und Ort die Bewertungen >> im Internet aufrufen.

Die im Juni erscheinende Ausgabe des CSR MAGAZIN beschäftigt sich in einem Schwerpunkt mit dem Thema Wasser. Erste Beiträge dazu >> finden Sie hier.

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