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Wirksam handeln und berichten – Neuauflage des Social Reporting Standards

Gutes tun alleine reicht oftmals nicht, man muss es auch belegen können. Während Unternehmen in Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten über ihr Handeln berichten, hat sich für Non-Profit-Organisationen und Soziale Unternehmen der Social Reporting Standard durchgesetzt. Der hat auch die Wirkung des Handelns im Blick. Für 2014 wurde eine überarbeitete Neuauflage veröffentlicht.

Berlin (csr-news) > Gutes tun alleine reicht oftmals nicht, man muss es auch belegen können. Während Unternehmen in Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten über ihr Handeln berichten, hat sich für Non-Profit-Organisationen und Soziale Unternehmen der Social Reporting Standard durchgesetzt. Der hat auch die Wirkung des Handelns im Blick. Für 2014 wurde eine überarbeitete Neuauflage veröffentlicht.

Auch soziale Organisationen sind auf Geldgeber und Unterstützer angewiesen und müssen sich vor diesen rechtfertigen. Da reicht ein einfacher Geschäftsbericht oder die Auflistung der Einnahmen und Ausgaben längst nicht mehr aus. Vielmehr geht es darum zu belegen, wie sinn- bzw. wirkungsvoll das eigene Handeln ist. Stiftungen, Non-Profit-Organisationen und Social Entrepreneurs verfolgen andere Ziele als die reine Kapitalvermehrung. Sie wollen gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen oder vorantreiben. Doch wie lässt sich der Erfolg dieser Arbeit belegen? 2010 hat ein Konsortium aus Spendenorganisationen, Wissenschaft und Politik gemeinsam mit der Beratungsgesellschaft PwC den Social Reporting Standard (SRS) veröffentlicht. Dieser soll es den Organisationen ermöglichen, ihr Wirken nach einem standardisierten Verfahren zu dokumentieren und damit Transparenz und Vergleichbarkeit herzustellen. „Der neue Berichtsstandard wird seine Wirkung sowohl gegenüber Spendern und anderen Geldgebern entfalten als auch in die Organisationen hineinwirken“, hatte sich PwC-Experte Michael Werner seinerzeit geäußert. Ziel war es, den Unternehmen und Organisationen zu helfen, die Zweifel an ihrer Arbeit auszuräumen. Der SRS soll vor allem jene Punkte aufzeigen für die sich Spender und Sponsoren besonders interessieren. Und er macht auch deutlich, welche Kenngrößen soziale Organisationen bei ihren Aktivitäten im Auge behalten sollten. Aber auch der Standard selber wird kontinuierlich weiterentwickelt. Für die aktuelle Version 2014 wurde das Feedback der inzwischen zahlreichen Anwender ebenso berücksichtigt, wie die Erkenntnisse aus Workshops und Telefonberatungen. Herausgekommen ist eine verständlichere Publikation die dadurch auch die Handhabung vor allem auch für kleinere Organisationen erleichtert.

Der SRS ist in drei Teile gegliedert, deren Bearbeitung in genau dieser Reihenfolge empfohlen wird. Der erste Teil behandelt die gesellschaftliche Problemstellung und sollte einen Überblick über die Vision und das konkrete Angebot beinhalten. Im zweiten Teil wird dieses Angebot durch eine ausführliche Darstellung der angebotenen Leistungen konkretisiert. Dieser Teil bildet das Kernstück der wirkungsorientierten Berichterstattung, den hier muss genau dargelegt werden wie eine Organisation mit ihrem Angebot ein gesellschaftliches oder ökologisches Problem lösen will und was sie dafür tut. Der dritte und letzte Teil behandelt dann die Organisation und ihre finanziellen Rahmenbedingungen. Dabei gelten für die Berichterstattung vier Grundsätze. Die Berichte sollen vergleichbar sein, also möglichst immer für den gleichen Zeitraum gelten und die gleichen Inhalte behandeln. Außerdem soll für den Leser nachvollziehbar sein, welche Daten den Ausführungen zugrunde liegen und woher diese stammen. Darüber hinaus sollte ein Impressum vorhanden sein und mindestens eine verantwortliche Person genannt werden. Analog zur Berichterstattung der Unternehmen nach dem Standard der Global Reporting Initiative (GRI) gilt auch für soziale Organisationen und Unternehmen der Grundsatz comply or explain. Ein SRS-Bericht soll also vollständig sein und dort wo Angaben nicht möglich sind, muss eine Begründung geliefert werden. Einer der Vorteile des SRS ist, ähnlich wie bei GRI, die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Organisation und Arbeit. Damit kann ein wesentliches Ziel des SRS erreicht werden, den Dialog zu zwischen unternehmerischem Denken und wirkungsorientiertem Handeln zugunsten des Gemeinwohls zu befördern. „In dem Maß, in dem Investoren und Förderer eine einheitliche Berichterstattung sozialer Organisationen und sozialer Unternehmer nach diesem Standard akzeptieren und keine weitergehenden oder abweichenden Anforderungen stellen, können die Verantwortlichen in sozialen Organisationen ihren Berichtsaufwand reduzieren“, meinen die Initiatoren des Social Reporting Standards. Ein wesentlicher Vorteil vor allem für kleinere Organisationen. Genau für diese Gruppe werden auch zahlreiche Workshops und andere Unterstützungen angeboten.

Die aktuelle Version des SRS.

Ein Beispiel eines SRS-Berichts, der Ashoka Wirkungsbericht 2013

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