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Ökonomen fordern stärkeren Kita-Ausbau

Berlin (afp)) – Führende Wirtschaftswissenschaftler haben sich dafür ausgesprochen, in der Familienpolitik stärker auf den Ausbau der Kinderbetreuung zu setzen. “Es mangelt in Deutschland nicht an Geldern, sondern an der Zielgenauigkeit der Maßnahmen”, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der “Welt am Sonntag”. Die internationale Erfahrung zeige, dass die Geburtenrate steige, wenn beide Elternteile Familie und Beruf in Einklang bringen könnten. Der bisherige Ausbau der Ganztagsbetreuung gehe zwar in die richtige Richtung. “Deutschland muss hier im internationalen Vergleich aber besonders stark aufholen”, sagte Fratzscher.

Auch Willem Adema von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt, die Gelder künftig anders zu verteilen. Bislang gehe nur ein Drittel in Sachleistungen wie Krippenplätze, während zwei Drittel in Form von Geldleistungen wie Kindergeld und Steuererleichterungen fließe. Der Effekt anderer familienpolitischer Leistungen wird zum Teil kritisch betrachtet. “Das Elterngeld hat nur bei Akademikerinnen ab Mitte 30 einen positiven Effekt auf die Geburtenrate”, sagte Martin Bujard vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

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