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Merkel will mehr Unternehmen für den Deutschen Nachhaltigkeitskodex gewinnen

60 unterzeichnende Unternehmen beim Deutschen Nachhaltigkeitskodex sind zu wenig. Diese Auffassung vertrat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der 14. Jahrestagung des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) am 2. Juni in Berlin. „Wir haben durchaus Initiativen, wo mehr als 60 Unternehmen mitmachen“, so Merkel. Der im Oktober 2011 vom RNE verabschiedete und von der Bundesregierung empfohlene Deutsche Nachhaltigkeitskodex macht Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen in einer Datenbank sichtbar. „Manch einer wird vielleicht mitmachen, wenn er mehr davon gehört hätte. Ich werde mich dem einmal widmen“, kündigte die Kanzlerin an.

Berlin (csr-news) – 60 unterzeichnende Unternehmen beim Deutschen Nachhaltigkeitskodex sind zu wenig. Diese Auffassung vertrat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der 14. Jahrestagung des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) am 2. Juni in Berlin. „Wir haben durchaus Initiativen, wo mehr als 60 Unternehmen mitmachen“, so Merkel. Der im Oktober 2011 vom RNE verabschiedete und von der Bundesregierung empfohlene Deutsche Nachhaltigkeitskodex macht Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen in einer Datenbank sichtbar. „Manch einer wird vielleicht mitmachen, wenn er mehr davon gehört hätte. Ich werde mich dem einmal widmen“, kündigte die Kanzlerin an.

In ihrer Bestandsaufnahme zum nachhaltigen Wirtschaften berührte die Kanzlerin unterschiedliche Themen. Eine zentrale Herausforderung werde in Zukunft das Leben in den Städten darstellen. Merkel: „Urbane Räume werden Hauptträger der wirtschaftlichen Entwicklung, aber auch Hauptträger der Lebenswirklichkeit der Menschen.“ Ohne eine nachhaltige Stadtentwicklung drohten Slumbildung und Gesundheitsprobleme. Mit innovativen Konzepten der Abfallbeseitigung und der Stadtplanung habe Deutschland auf internationalen Märkten einiges zu bieten. Allerdings gelte: „Wir müssen das Thema Nachhaltigkeit mit Wohlstand und Lebensqualität zusammenbringen, weil wir sonst nicht durchdringen werden. Ich kenne das selber aus meinen internationalen Diskussionen“, so die Kanzlerin.

Schattenbanken regulieren

Inwieweit Europa im internationalen Dialog Einfluss behalte, hänge auch am Erfolg eines nachhaltigen Wirtschaftens und Lebens. „Eine nicht nachhaltige Entwicklung in einem Wirtschaftssektor, nämlich zum Beispiel dem Finanzsektor – kann eine nachhaltige Entwicklung in Windeseile wieder einreißen“, sagte Merkel. In Bezug auf die Regulierung der Schattenbanken sei längst noch nicht genug erreicht, von der Auslagerung der Risiken aus dem regulären in den Schattenbankensektor gehe eine Gefahr aus. „Deutschland wird hier einen Schwerpunkt setzen“, kündigte die Kanzlerin an. Allerdings nehme die internationale Unterstützung dafür mit wachsendem zeitlichen Abstand von der Finanzkrise ab.

Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe

Nachhaltigkeit sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Merkel, und sicherte den Mitgliedern des Nachhaltigkeitsrates zu: „Die Bundesregierung wird sich an Ihren Nachhaltigkeitstagen beteiligen und Ihrem Aufruf folgen.“ Mit den „Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit“ sollen vom 23. bis 29. Juni landesweit Nachhaltigkeitsprojekte unterschiedlichster Akteure gebündelt werden. Gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist nach den Worten der Kanzlerin ebenso dann gefragt, „wenn es darum geht, etwa für Textilien einen fairen Preis zu bezahlen“ und so die Löhne und Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen zu verbessern.

Weckruf für Nachhaltigkeitspolitik

Die Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates, Marlehn Thieme, gab der Bundeskanzlerin mit auf den Weg, dass eine Kontinuität in der Nachhaltigkeitspolitik nicht ausreichend sei. „Nötig ist ein Weckruf für Nachhaltigkeitspolitik, einer, der die Menschen begeistert, und einer, der von allen in Europa gehört wird.“ Weiter sagte Thieme, die Forschung für Nachhaltigkeit müsse wirkungsvoller und prägnanter werden. Der Nachhaltigkeitsrat setze sich dafür ein, „dass Wissenschaft mit Nachhaltigkeit fortentwickelt wird.“