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DIHK kritisiert hohe Teilzeitquote unter Frauen

Düsseldorf (afp) – Frauen sollten nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) öfter Vollzeit arbeiten. Deutschland leiste sich europaweit die zweithöchste Teilzeitquote unter Frauen, kritisierte DIHK-Präsident Eric Schweitzer im Interview mit der “Wirtschaftswoche”. “Wir müssen Müttern die Möglichkeit eröffnen, wieder schneller Vollzeit in den Arbeitsmarkt zurückzukehren”, sagte Schweitzer. Werde das Kinderbetreuungsangebot am Bedarf ausgerichtet, könnten 850.000 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden.

Der Fachkräftemangel sei für die Wirtschaft inzwischen das größte Problem, erklärte der DIHK-Präsident. Vor allem im Pflegebereich, in Ingenieurbüros und Softwarefirmen würden Leute gesucht. “Bis 2025 fehlen bis zu sechs Millionen Arbeitskräfte”, warnte der DIHK-Präsident. Jeder siebte Arbeitsplatz drohe unbesetzt zu bleiben.

Besonders dramatisch sei die Entwicklung bei Fachkräften ohne Studium. “Den Trend zur Akademisierung um jeden Preis müssen wir stoppen, damit Deutschland nicht die praktisch ausgebildeten Fachkräfte ausgehen”, sagte Schweitzer der “Wirtschaftswoche”. Zu viele Jugendliche würden an Hochschulen geschickt, obwohl sie dort nicht hinpassten. Inzwischen breche fast jeder Vierte das Studium ab, in Naturwissenschaften sogar jeder Zweite. “Das ist menschlich ein Drama und volkswirtschaftlich ein Desaster”, sagte der DIHK-Präsident.