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Internationale Gewerkschaften wollen WM-Ausbeutung stoppen

Genf (afp) – Internationale Baugewerkschaften haben am Donnerstag den Druck auf Fifa und Uefa erhöht, um die Ausbeutung von Arbeitern beim Bau von WM-Standorten zu stoppen. Der Fußballweltverband (Fifa) “macht so viel Geld mit den Turnieren, und nichts geht an die Arbeiter”, erklärte die Sprecherin der Internationalen Bau- und Holzarbeitergewerkschaft BWI, Genevieve Kalina, bei einer Protestkundgebung in Genf. Nach einer Schätzung des Gewerkschaftsverbandes ITUC könnten allein beim Bau der Stadien für die WM in Katar 2022 bis zu 4000 Arbeiter ums Leben kommen, falls kein Umdenken einsetze.

Die prekären Arbeitsbedingungen auf den Baustellen in dem Scheichtum sind nach Darstellung der Gewerkschaften nur die skandalöse Spitze des Eisberges. Sie verweisen auf Todesfälle in Brasilien, wo in einer knappen Woche WM-Anstoß ist. “Allein seit November sind neun Bauarbeiter beim Stadionbau ums Leben gekommen”, sagte BWI-Vertreter Nilton Freitas.

Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Polen und der Ukraine sei die Lage vergleichbar gewesen, sagte Wasil Andrejew von der ukrainischen Baugewerkschaft. “Wenn die Arbeit unter hohem Druck beschleunigt wird, ohne angemessene Versicherungen und tägliche Sicherheitsprüfungen, dann gibt es Unfälle.” Er warf dem europäischen Fußballverband Uefa vor, das Problem herunterzuspielen.

Zum Abschluss des Protestes legten die Gewerkschafter einen symbolischen Schrein aus Bauhelmen an. “Rote Karte für die Fifa” und “Keine WM ohne Arbeitsrechte” stand auf ihren Plakaten.