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Vodafone räumt Telefonüberwachung in mehreren Ländern ein

London (afp) – Der Mobilfunkriese Vodafone hat eingeräumt, dass die Telefonate seiner Kunden von mehreren Regierungen überwacht werden. In einigen der 29 Länder, in denen das britische Unternehmen aktiv ist, werde Gebrauch davon gemacht, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Es gebe geheime Direktverbindungen, über die Regierungsbehörden die Gespräche im Vodafone-Netz live mithören und aufzeichnen könnten. Auch eine Ortung der Handynutzer sei möglich.

In sechs der Länder ist die Telefonüberwachung demnach gesetzlich vorgeschrieben. Um welche es sich handelt, legte Vodafone nicht offen. In der Mehrheit der Staaten müssten die Behörden zunächst eine Anfrage an den Anbieter stellen, hieß es in dem Bericht weiter.

Vodafone stehe unter anhaltendem Druck, für den Erhalt von Lizenzen die Gesetze verschiedener Länder einzuhalten und den “Erwartungen” von Regierungen zu entsprechen, erklärte das Unternehmen. “Die Einhaltung der Gesetze eines Landes abzulehnen, ist keine Option.”

Datenschützer sahen in den Enthüllungen durch Vodafone ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. “Das sind die Albtraum-Szenarien, wie wir sie uns vorgestellt haben”, sagte der Chef der Organisation Privacy International, Gus Hosein, der britischen Zeitung “Guardian”. Er hoffe aber, dass andere Telekommunikationsanbieter dem “mutigen Schritt” Vodafones folgten, oder sich sogar gegen “illegale Anfragen” und entsprechende Gesetze zur Wehr setzten.

Vodafone ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter der Welt. Das Thema Massenüberwachung ist mit den Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden vor gut einem Jahr in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt.

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