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Müller wirbt für stärkeres Engagement in Afrika – insbesondere im Energiesektor

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die deutsche Wirtschaft sowie Länder und Kommunen ermutigt, sich stärker in Afrika zu engagieren. “Sechs von zehn Ländern in der Welt mit zweistelligen Wachstumsraten liegen in Afrika”, sagte Müller im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Das werde in Deutschland kaum wahrgenommen. Der Entwicklungsminister sprach sich für neue Kooperationen mit afrikanischen Staaten aus, etwa Energiepartnerschaften. Er wolle Länder und Kommunen sowie den deutschen Mittelstand dafür gewinnen, ihr Know-how in Afrika einzusetzen. Davon könnten beide Seiten profitieren.

Berlin (afp) – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die deutsche Wirtschaft sowie Länder und Kommunen ermutigt, sich stärker in Afrika zu engagieren. “Sechs von zehn Ländern in der Welt mit zweistelligen Wachstumsraten liegen in Afrika”, sagte Müller im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Das werde in Deutschland kaum wahrgenommen. Der Entwicklungsminister sprach sich für neue Kooperationen mit afrikanischen Staaten aus, etwa Energiepartnerschaften. Er wolle Länder und Kommunen sowie den deutschen Mittelstand dafür gewinnen, ihr Know-how in Afrika einzusetzen. Davon könnten beide Seiten profitieren.

“Das Afrikabild wird überlagert in der Darstellung von Krisen und Kriegen. Das entspricht aber nicht der Realität”, sagte Müller AFP. In den meisten afrikanischen Ländern gebe es in der Wirtschaft und in anderen Bereichen eine “dynamische Entwicklung nach vorne”. Deutschland sehe Afrika als “Partner auf Augenhöhe” an.

“Afrika hat als Ressourcen alles, was notwendig ist, um wirtschaftliche Entwicklung einzuleiten, das heißt Rohstoffe, Basis für Energie, Solar und vieles mehr”, sagte der CSU-Politiker. “Wir wollen diese Partnerschaften auch mit dem deutschen Mittelstand ausbauen.” Er wolle Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schrittweise dafür gewinnen, die Hermes-Bürgschaften in Afrika zu erweitern. Mit dieser Risikoabsicherung solle Investitionskapital aus Deutschland auch in Richtung Afrika gelenkt werden.

Die nachhaltige Energiegewinnung, die sich das Entwicklungsministerium auf die Fahne geschrieben hat, ist laut Müller zudem “von zentraler Bedeutung für den weltweiten Kampf gegen Hunger und Armut sowie den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen”. “Afrika ist der Kontinent der Sonne – wir haben Technologie und Know-how für Energiepartnerschaften auf Augenhöhe.” Nur gemeinsam mit den Partnerländern könnten die “Voraussetzungen für eine globale Energiewende” geschaffen werden. Deutschland könne dabei seine eigenen Erfahrungen mit der Energiewende einbringen.

Müller will nach eigenen Angaben die Bundesländer und Kommunen stärker in die Entwicklungszusammenarbeit einbinden, etwa durch Regionalpartnerschaften wie sie seit vielen Jahren von Rheinland-Pfalz und Ruanda gepflegt werden.

Müller ermutigte die deutschen Kommunen, sich bei globalen Themen noch mehr zu engagieren. “Nur fünf Prozent der Kommunen hat eine Partnerschaft mit einer afrikanischen Stadt.” Dabei gebe es hier viel Potenzial, etwa im Bereich Abfallbewirtschaftung, bei Wasser- und Abwasserprojekten oder beim Aufbau kommunaler Strukturen. “Hier haben die deutschen Kommunen über ihre Kommunalunternehmen alles Wissen, alles Know-how, was in Afrika in den Städten eingesetzt werden kann und nachgefragt wird. Und hier können wir Win-Win-Situationen schaffen.”

Kommentar

  • “Afrika hat als Ressourcen alles, was notwendig ist, um wirtschaftliche Entwicklung einzuleiten” Das ist richtig. Aber durch ständige Wiederholung wirkt die Floskel nicht überzeugender. Die größte Herausforderung für afrikanische Länder ist, die Regierungsführung so zu verbessern, dass deren Bestreben die wirtschaftliche Entwicklung ist, sowie der Wunsch, die Ressourcen des Landes zum Bau von Infrastruktur zu nutzen: Straßen, Eisenbahnen, Strom, Abwasserbeseitigung, Wasser und so weiter. Dies würde eine Basis für das Wachstum neuer Unternehmen und mehr Arbeitsplätze schaffen. Leider fehlen in vielen Staaten diese wirtschaftlichen Ambitionen der politischen Oberschicht.Außer den üblichen Verdächtigen wie Botswana, Ruanda, Mauritius, Ghana brauchen die Länder eine neue politische Kultur. Hier werden Gesetze von Leuten gemacht, die sie für ihre Zwecke ständig selbst übertreten.Ungerechtigkeit, Korruption, Vetternwirtschaft und politische Verlogenheit müssen überwunden werden.Die deutschen Kommunen in solch ein Minenfeld zu schicken halte ich für sehr fragwürdig.Volker Seitz, Botschafter a.D. und Autor “Afrika wird armregiert”

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