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Erfolgsfaktor Corporate Responsibility

Berlin (csr-news) > Warum sich Unternehmen für Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft engagieren, zeigt eine gerade veröffentlichte Trendstudie 2014 der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) und des F.A.Z.-Instituts. In der Umfrage wurden 50 Mitglieder von AmCham Germany dazu befragt, wie unternehmerische Verantwortung in ihrem Unternehmen gelebt wird. Die Ergebnisse zeigen: Mehr als 80 Prozent der Unternehmen haben erkannt, dass sie ihre Prozesse langfristig nachhaltig gestalten müssen. Dabei setzen sie auf Eigeninitiative. Lediglich 8 Prozent wünschen sich staatliche Regulierung und verbindliche Rahmenbedingungen im CR-Bereich. Mit Blick auf die Kosten- und Wettbewerbsvorteile beurteilen die Unternehmen ihr CR-Engagement nicht mehr nur als notwendiges – und womöglich teures – Übel, sondern zunehmend als echten Erfolgsfaktor für ihr Geschäft (66 Prozent). Den Status quo unternehmerischen Engagements in Bezug auf Umwelt und Klimaschutz beurteilen die Befragten als optimistisch: Mehr als 80 Prozent stimmen der These zu, dass Unternehmen schon jetzt erkannt haben, dass sie auf ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept hinarbeiten müssen. Mit 66 Prozent sieht ein Großteil der Befragten die Unternehmen als entscheidende Multiplikatoren für Wachstum und Wohlstand. Auch bei der Lösung globaler Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenknappheit sehen die Befragten weltweit tätige Unternehmen in einer treibenden Rolle. Entsprechend plädieren sie dafür, umfangreicher in die wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden. Die befragten Unternehmen setzen auf Eigeninitiative und orientieren sich lieber freiwillig an externen oder unternehmenseigenen Kodizes (76 Prozent). Verbindliche Richtlinien sieht die Mehrheit als nicht erforderlich. Das passt zur als geringer eingeschätzten Gefahr, CR könne als Werbeinstrument missbraucht werden (16 Prozent). Die Trendstudie 2014 zeigt, dass die Unternehmen ein zunehmend ganzheitliches Verständnis von CR haben. Das ist sichtbar in der Umsetzung der Maßnahmen und in den Beweggründen für CR. Im Vergleich zu früheren Umfragen deutet sich bei der Gestaltung von CR-Maßnahmen eine leichte Verschiebung an – weg von der rein finanziellen Förderung von Projekten, hin zu Maßnahmen im eigenen Unternehmen. So setzen 76 Prozent der Befragten auf die interne Anwendung von CR-Leitlinien und jeweils 72 Prozent auf Corporate Volunteering und Corporate Giving. Gefragt nach der Motivation für ihr Engagement, gibt der Großteil der Befragten die Mitarbeitermotivation als wichtigsten Faktor an (95 Prozent). Im Vergleich zur Erstbefragung in 2005 sehen die Unternehmen aber auch deutlich mehr Einfluss auf Seiten des Kunden und seinen Anforderungen (2005: 33 Prozent; 2014: 68 Prozent). Das legt die Vermutung nahe, dass das Thema Nachhaltigkeit für Kunden an Bedeutung gewonnen hat. Zugleich fühlen sich die Unternehmen offensichtlich stark dazu verpflichtet auf diese Anforderungen zu reagieren. Die Studie zeigt, dass die befragten Unternehmen in ihrem CR-Engagement zunehmend Chancen für ihr Geschäft sehen. Dafür sprechen die steigende Bedeutung der Kundenanforderungen sowie die veränderte Einschätzung von Kosten- und Wettbewerbsvorteilen. Waren Wettbewerbsvorteile im Jahre 2005 nur für 36 Prozent der Befragten wichtig, sind es 2014 schon 66 Prozent. Bei den Kostenvorteilen ist das Für und Wider mit 44 zu 46 Prozent nahezu ausgeglichen. 2005 waren sogar noch 68 Prozent der Meinung die Kostenvorteile seien sehr unwichtig. Offensichtlich bewerten die Unternehmen ihr CR-Engagement mittlerweile auch wirtschaftlich als sinnvoll.

Die Trendstudie 2014 ist Teil des CR-Jahrbuchs zum Thema „Unternehmen und Verantwortung – Trends in Corporate Responsibility”.