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Geschönte Zahlen: Tote auf Chinas Baustellen

München (csr-news) – Bauunternehmen in China verschleiern tausende tödlicher Arbeitsunfälle. Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, starben nach der Statistik des nationalen Bauministeriums 2013 insgesamt 653 Menschen auf chinesischen Baustellen. Eine geringe Zahl angesichts von Bauboom, 1,4 Milliarden Einwohnern und fast 300 Toten im täglichen Straßenverkehr. Tatsächlich gingen die Opfer von Chinas Bauboom nach Expertenschätzungen in die Zehntausende. Verantwortlich für die hohe Zahl tödlicher Arbeitsunfälle seien der Zeitdruck, fehlende Fachkenntnisse, Verantwortungslosigkeit und falsche Sparsamkeit, so die Süddeutsche. Todesfälle würden von den Unternehmen verschleiert, da empfindliche Strafen und Ärger mit den Behörden drohten. So seien bis zu 80 Prozent der Arbeiter illegal beschäftigt. “Chinesen sind Meister darin, Regeln zu umschiffen. Das gilt ganz besonders für die Bauindustrie”, sagt der deutsche Ingenieur und Mitgründer von BMP Construction Consulting, Martin Kelm, der Zeitung. 80 Prozent aller von seinem Unternehmen begleiteten Projekte begännen ohne die eigentlich nötige gesetzliche Genehmigung. Staatliche Institutionen seien maßgeblich daran beteiligt, die eigenen Vorgaben auszuhebeln.