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Ikea-Studie zur Zwangsarbeit in der DDR

Berlin (csr-news) – In Berlin wird heute eine umfangreiche Studie zur Zwangsarbeit in der DDR vorgestellt. Finanziert wurde die Untersuchung mit 120.000 Euro durch den schwedischen Möbelkonzern Ikea, der selbst von Zwangsarbeit in der DDR profitiert hatten. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) heute vorab berichtet, machten 6.000 westdeutsche Firmen Geschäfte mit dem kommunistischen Ostdeutschland, darunter die Handelsunternehmen Aldi, Horten und Quelle sowie die Industriekonzerne Siemens, Krupp, Linde und Mannesmann. Nicht bei allen Produktionen für Westfirmen wurden die zwischen 12.000 und 50.000 Gefängnisinsassen als Zwangsarbeiter eingesetzt. Aber „alle mussten damit rechnen“, sagte der Autor der Studie, der Politikwissenschaftler Christian Sachse der SZ. Koordiniert wurde der DDR-Handel von der formal beim Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) angesiedelten Treuhandstelle für Interzonenhandel (seit 1982 Treuhandstelle für Industrie und Handel), die nach Einschätzung Sachses “als politisches Gremium agierte”.