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Evangelischer Unternehmer hält Kinderarbeit manchmal für sinnvoll

Berlin (afp) – Vor dem gemeinsamen sozialpolitischen Kongress der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz hat der evangelische Unternehmer Peter Barrenstein den Kirchen mangelndes Verständnis für marktwirtschaftliches Denken vorgeworfen. Kritik übte der Vorsitzende des Arbeitskreises evangelischer Unternehmer (AEU) in der Zeitung “Die Welt” vom Montag beispielsweise an Diskussionen über Managergehälter oder einer generellen Verurteilung von Kinderarbeit.

“In beiden Kirchen gibt es nach wie vor zu wenig Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und für die Leistungsfähigkeit der sozialen Marktwirtschaft”, sagte Barrenstein dem Blatt zufolge. Mit Blick auf Debatten über unverhältnismäßig hohe Managergehälter sprach er von pauschalen “Gier-Vorwürfen”. Der Unternehmer verlangte von der evangelischen Kirche, in der Gesellschaft vorhandene Skepsis gegenüber der Marktwirtschaft “nicht noch zu befördern”.

Zu Kinderarbeit sagte Barrenstein: “Wenn ältere Kinder in sehr armen Ländern Arbeit finden und zugleich eine Ausbildung machen können, ist das immer noch besser, als wenn sie in die Kriminalität oder die Prostitution getrieben werden.” Richtig seien allerdings Forderungen beispielsweise nach besseren Sozialstandards bei Investitionen oder nach mehr Meinungsfreiheit in autoritären Staaten.

Der Kongress der beiden Kirchen steht unter dem Motto “Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft”. Er soll nach Angaben der Veranstalter zur gesellschaftlichen Debatte beitragen, wie Freiheit und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert verbunden werden können. Ein Thema ist die ökumenische Sozialinitiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, wirtschaftliches Wachstum wieder stärker in den Dienst des Menschen zu stellen, Chancengerechtigkeit zu fördern und auch ökologische Nachhaltigkeit stärker in der Wirtschaft zu verankern.