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Österreichischer CSR-Dialog will Parlamentarier einbinden

Corporate Social Responsibility war bisher im österreichischen Parlament kein Thema. „Das wird sich jetzt ändern“, sagt der Wiener CSR-Berater Leo Hauska. Gemeinsam mit anderen Experten hat er die Initiative „CSR-Dialog“ gegründet und am 18. Juni nach Wien zum „Polit-Talk“ eingeladen. Etwa 70 Teilnehmer verzeichnete diese Veranstaltung, darunter einige Parlamentarier.

Wien (csr-news) – Corporate Social Responsibility war bisher im österreichischen Parlament kein Thema. „Das wird sich jetzt ändern“, sagt der Wiener CSR-Berater Leo Hauska. Gemeinsam mit anderen Experten hat er die Initiative „CSR-Dialog“ gegründet und am 18. Juni nach Wien zum „Polit-Talk“ eingeladen. Etwa 70 Teilnehmer verzeichnete diese Veranstaltung, darunter einige Parlamentarier.

Die Aufstellung eines österreichischen CSR-Aktionsplans kommt schlecht voran. Seit August 2011 arbeiten drei Ministerien daran, ein erster Entwurf wurde im Mai 2013 öffentlich diskutiert, verabschiedet ist jedoch noch nichts. „Es gibt bisher keinen politischen Dialog zu dem Thema“, sagt Hauska. An dem Aktionsplan sei ausschließlich auf ministerialer Ebene gearbeitet worden, die Parteien und ihre Abgeordneten im Parlament hätten sich kaum in die Diskussion eingebracht. Mit dem „Polit-Talk“ sei es gelungen, unter den Abgeordneten Ansprechpartner für das Thema CSR zu identifizieren.

Hauska zeigte sich überzeugt, dass sich demnächst parlamentarische Clubs mit der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung befassen werden. Dabei gelte es, Vorurteile sowie Ängste abzubauen und grundlegende Fragen zu klären, etwa: Was ist CSR und wie kann sie funktionieren? Die private Initiative „CSR-Dialog“ besteht seit dem Frühjahr 2012 mit dem Ziel, die Entwicklung eines CSR-Aktionsplans mittels öffentlichem Diskurs voranzubringen.

Auch der Leiter der Abteilung Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik im Wiener Umweltministerium, Wolfram Tertschnig, sieht in der Veranstaltung „eine der bisher wenigen Gelegenheiten, nicht nur die Politik, sondern auch die parlamentarische Ebene mit dem Thema Corporate Social Responsibility zu befassen“. Als Querschnittsthema sei CSR nicht so leicht einem parlamentarischen Ausschuss oder einzelnen Fachpolitikern zuzuordnen. Die Veranstaltung werde aber dazu beitragen, in den einzelnen Parteien „Vernetzer“ zu gewinnen.

Wie Tertschnig weiter sagte, seien in der Diskussion unterschiedliche Ansichten zur politischen Regulierung zum Ausdruck gekommen. Ob und wie bestehende Anreizsysteme genutzt werden können, um CSR zu fördern, oder inwieweit ordnungspolitische Optionen erforderlich seien, hätten die Teilnehmer intensiv diskutiert. Auch zur Sprache gekommen sei die öffentliche Beschaffung. Tertschnig: „Es gibt eine ‚walk-your-talk‘-Herausforderung für staatliche Institutionen.“

Eine überarbeitete und gestraffte Version des im Mai 2013 diskutierten CSR-Aktionsplans liegt in den Schubladen der zuständigen Ministerien, einen Fahrplan für dessen weitere Diskussion oder einen Auftrag zu dessen Umsetzung gibt es bisher nicht. Ein solcher Plan brauche sektorübergreifendes Denken und entsprechende Dialoge. Tertschnig weiter: „Für uns ist es auch eine Herausforderung, den Diskurs mit den Spitzen der Sozialpartnerschaft – Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden – nicht nur einzufordern, sondern in solchen Formaten zu suchen.“

Die Initiative CSR-Dialog im Internet:
www.csrdialog.at

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