Nachrichten

CSRbriefly am Mittwoch

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Oikocredit erhöht Investitionen in einkommensschwachen Ländern, Ford senkt Wasserverbrauch, Bevölkerungsumfrage zu nachhaltiger Landwirtschaft, Deutscher Nachhaltigkeitskodex wird „The Sustainability Code“, Energieeffizienz von Rechenzentren, Innovationen in der Umweltbildung, Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen, UNEP-Jahrbuch 2014 erschienen, Arbeitspapier zu Menschenrechten, Schlechte Ökobilanz für „Auswärts Essen“ und die WM 2014: Kompensation der CO2-Emissionen.

 

Oikocredit erhöht Investitionen in einkommensschwachen Ländern
Die internationale Genossenschaft Oikocredit hat ihre Ergebnisse im sozialen Wirkungsmanagement für 2013 vorgelegt. Sie basieren auf Daten von 608 Partnerorganisationen, die Oikocredit Bericht erstattet haben. Demnach belief sich das Projektfinanzierungsportfolio Ende 2013 auf 591 Millionen Euro, von denen 483 Millionen Euro in der Mikrofinanz und der Rest in sozial orientierten Unternehmen, z. B. Fairhandelsorganisationen, Genossenschaften und landwirtschaftlichen Unternehmen, investiert waren. Die Investitionen in einkommensschwachen Ländern erhöhten sich auf 94 Millionen Euro, davon wurden 41 Millionen in Afrika und 52 Millionen in Asien investiert. Auch in diesem Jahr will Oikocredit weiterhin dafür sorgen, dass die Arbeit ihrer Partnerorganisationen einkommensschwachen Menschen und ihren Gemeinschaften einen echten Nutzen bringt. Eine entscheidende Aufgabe besteht darin, die Umweltstrategie weiter in die neuen Bereiche für Landwirtschaft und erneuerbare Energien einzubinden. Oikocredit möchte, so Ging Ledesma, Direktorin für soziales Wirkungsmanagement und Kreditanalyse, mit ihrer Arbeit einen dreifachen Gewinn erreichen: sozial, ökologisch und finanziell. „2014 wollen wir uns außerdem auf längerfristige Programme für Mikrofinanz und landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten konzentrieren und den regelmäßigen Austausch in Arbeitsgemeinschaften innerhalb der Branche verstärken“.

Ford senkt Wasserverbrauch
Die Ford Motor Company veröffentlichte den globalen Nachhaltigkeits-Bericht 2013/2014. In der mittlerweile 15. Ausgabe der jährlich erscheinenden Übersicht werden die Wasserschutzprogramme sowie weitere Erfolge beim Engagement für die Umwelt hervorgehoben. Ford versteht sauberes, erschwingliches Trinkwasser und den Zugang zu sanitären Einrichtungen als menschliches Grundrecht. Deshalb wurde der Wasserverbrauch pro hergestelltem Fahrzeug seit dem Jahr 2009 um 30 Prozent reduziert. Damit wurden die Ziele zur Senkung des weltweiten Wasserverbrauchs bereits zwei Jahre früher erreicht als ursprünglich geplant. Eine zusätzliche Reduzierung der Wassernutzung um weitere 2 Prozent wird in diesem Jahr erfolgen, darüber hinaus werden neue, langfristige Nachhaltigkeitsziele erarbeitet. Im April unterzeichnete Ford Präsident und CEO, Alan Mulally, das CEO Water Mandat. Dabei handelt es sich um eine Initiative, die 2007 vom UN-Generalsekretär zur Wassereinsparung und zum Schutz der Umwelt gegründet wurde. Im Rahmen des globalen Mandats verpflichten sich teilnehmende Unternehmen, ihre wasserwirtschaftlichen Fortschritte jährlich zu berichten. Im Jahresverlauf wird Ford zudem beginnen, Zulieferbetriebe mit hohem Wasserverbrauch zu einer freiwilligen Kooperation einzuladen. Ziel ist die effektivere Nutzung von Ressourcen, besonders in wasserarmen Regionen, sowie die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks. Der Nachhaltigkeitsbericht im Internet.

Bevölkerungsumfrage zu nachhaltiger Landwirtschaft
Eine im Auftrag der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. (FNL) durchgeführte repräsentative Umfrage unter 1004 Bundesbürgern bestätigt, dass die Konsumenten in Deutschland die besondere Bedeutung einer modernen Landwirtschaft anerkennen und ihr das Prädikat „nachhaltig“ verleihen. Der Fokus der Fragestellung begründete sich auf die These, dass der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in der modernen Landwirtschaft die Grundlage für sichere Ernten, eine ressourcenschonende Arbeitsweise und stabile Erträge seien. Durch nachhaltiges Wirtschaften garantiere die deutsche Agrarwirtschaft so sichere Agrarerzeugnisse, aus denen in ausreichender Menge, in hoher Qualität und zu erschwinglichen Preisen Lebensmittel hergestellt werden.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex wird „The Sustainability Code“
Im internationalen Kontext spricht der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zukünftig nur noch von „The Sustainability Code“ und verzichtet im Signet und den Texten auf das Adjektiv „German“. „In Diskussionen auf europäischer Ebene hat sich diese Spezifizierung als Bremsklotz erwiesen – dabei hat der Nachhaltigkeitskodex seine internationale Anschlussfähigkeit unter Beweis gestellt“, so Yvonne Zwick, wissenschaftliche Referentin der RNE-Geschäftsstelle. Die Partnerschaft mit der griechischen QualityNet Foundation, die wiederholte Nennung des Kodex durch EU-Kommissar Michel Barnier sowie die ersten Entsprechenserklärungen aus dem europäischen Ausland belegten, dass der Nachhaltigkeitskodex zwar aus Deutschland komme, aber nicht auf dieses Land begrenzt bleiben müsse.

Energieeffizienz von Rechenzentren
Rechenzentren zählen in der IKT zu den größten Stromfressern überhaupt: Laut einer Studie des Borderstep-Instituts in Zusammenarbeit mit dem BITKOM verbrauchten die zirka 2,4 Millionen in Deutschland installierten Server im Jahr 2012 rund 9,4 Terrawattstunden Strom. Das entspricht in etwa der Stromproduktion von vier mittelgroßen Kohlekraftwerken. Der immense Strombedarf von Rechenzentren entsteht vor allem durch eine immer höhere Leistungsdichte, isoliert optimierte Einzelsysteme und ungenutzte Kapazitäten. Wie Rechenzentren rund 50 Prozent Strom einsparen können, hat das Forschungsprojekt AC4DC (Adapative Computing for Green Data Centers) ermittelt. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse wurde der Green IT-Leitfaden “Energieeffiziente IKT in der Praxis“ entwickelt. Als praxisnaher Maßnahmenkatalog zeigt der Leitfaden Wege auf, wie sich konkrete Energiespar-Maßnahmen in Rechenzentren und an Büroarbeitsplätzen umsetzen lassen.

Innovationen in der Umweltbildung
Das globale Netzwerk „Partnerschaft für Umwelt und Katastrophenvorsorge“ (Partnership for Environment and Disaster Risk Reduction/PEDRR) und die Partner des Exzellenzzentrums für Entwicklungszusammenarbeit CNRD (Center of Natural Resources and Development) unter Federführung der Fachhochschule Köln haben ein Master-Modul zum Thema „Katastrophen, Ökosysteme und Risikominimierung“ entwickelt. Von mehr als 20 Hochschulen in aller Welt wird das Modul bereits eingesetzt. Um eine breitere weltweite Öffentlichkeit zu erreichen, entwickelten das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP, das CNRD und das Programm Globale Hochschulpartnerschaften für Umwelt und Nachhaltigkeit (Global Universities Partnership on Environment and Sustainibility/GUPES) dieses Modul in einem weiteren Schritt als offenen akademischen Massen-Online-Kurs (Massive Open Online Course/MOOC). Das Master-Modul besteht aus einem Leadership Track mit vier Lehrstunden und einen Experts Track mit 16 Lehrstunden. Der Leadership Track richtet sich an Politiker, Entscheider und Führungskräfte, die einen Überblick über diese Thematik benötigen, um sie bei ihren Planungen und Programmen zu berücksichtigen. Der Experts Track richtet sich an Fachkräfte und Studierende, die in diesem Bereich ihr Wissen vertiefen wollen. Dabei soll das Modul den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mehr als bisherige MOOCs und zusätzliche Unterstützung bieten. So werden zehn regionale Zentren weltweit den MOOC umsetzen und tutorielle Betreuung bieten. Zudem werden die Teilnehmer über ein virtuelles Zentrum miteinander diskutieren und sich mit den Dozenten austauschen können. „Wir setzen dabei auf cMOOCs, also „connected MOOCs“, bei denen die Studierenden auch gemeinsam Wissen erarbeiten“, erläutert Prof. Sylvia Heuchemer, Vizepräsidentin für Lehre und Studium der Fachhochschule Köln. Hierfür werden die Tools aus den sozialen Netzwerken genutzt wie beispielsweise Blogs und Wikis.

Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen
Die Broschüre „Familienfreundlichkeit in der Praxis“ gibt Antworten auf die Fragen, wie bekannt, wie nützlich und wie wirksam existierende Angebote und Maßnahmen der Familienfreundlichkeit an Hochschulen tatsächlich sind. Befragungen des wissenschaftlichen Personals und von Studierenden zeigten, dass die Mehrheit der untersuchten Angebote weniger als der Hälfte der Befragten bekannt ist; auch ihre Nutzung ist mehrheitlich gering. Aber dennoch: von den meisten Angeboten profitieren die Befragten gemeinhin deutlich. Regelmäßige Kinderbetreuung und Maßnahmen zu familienfreundlicher Arbeitszeitgestaltung sind bei der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie am hilfreichsten. Die Broschüre präsentiert die Ergebnisse des vom Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS (GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) durchgeführten und vom BMBF geförderten Projekts „Effektiv! – Für mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen“ (www.familienfreundliche-hochschule.org). Im Projekt wurde die Bandbreite der Angebote und Maßnahmen für mehr Familienfreundlichkeit an den Hochschulen erhoben und kategorisiert. Für ausgewählte Beispiele wurde untersucht, wie sie von wissenschaftlichem Personal und Studierenden sowie Schlüsselpersonen auf Leitungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsebene wahrgenommen werden und wie diese deren Wirkungen beurteilen.

UNEP-Jahrbuch 2014 erschienen
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat sein aktuelles Jahrbuch veröffentlicht. In seiner elften Auflage werden insgesamt zehn Themen behandelt, von Kunststoffabfällen im Meer bis zur Luftverschmutzung. Zu allen Bereichen werden aktuelle Entwicklungen und mögliche Handlungsoptionen dargestellt. Hier geht es zur Website.

Arbeitspapier zu Menschenrechten
Das Global Policy Forum (GPF) hat gemeinsam mit Brot für die Welt und Misereor ein Arbeitspapier veröffentlicht, das einen Überblick gibt über die Debatte um international rechtsverbindliche Standards gegen Menschenrechtsverletzungen transnational tätiger Unternehmen. Das Papier konzentriert sich auf die Antworten und Reaktionen von Unternehmen und Stakeholdergruppen zu den verschiedenen UN-Initiativen. Hier geht es zum Download.

Schlechte Ökobilanz für „Auswärts Essen“
Lebensmittelabfälle aus Gastronomie, Großküchen und Eventcatering wirken sich am stärksten auf die Umwelt aus. Fast die Hälfte der Lebensmittel wird in diesem Bereich vorzeitig entsorgt. Lebenswichtige Ressourcen wie Ackerflächen und Wasser werden dadurch unnötig verschwendet. Dabei kommt es zu Treibhausgasemissionen, die sich vermeiden ließen. Das belegen erste vorläufige Ergebnisse eines Forschungsprojektes des Umweltbundesamtes. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: „Das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung schockiert. Aber in kaum einem anderen Bereich liegt die Abfallvermeidung so zum Greifen nah wie bei Lebensmitteln. 5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands entstehen durch Lebensmittelverluste. Wir können viel tun, um diese zu verringern und damit einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.” Das Umweltbundesamt empfiehlt unter anderem, rechtliche Standards und Handelsnormen für Aussehen und Form von Obst und Gemüse abzubauen. Bei Lebensmittelabfällen handelt es sich um verzehrfähige Lebensmittel, die aus zahlreichen Gründen vorzeitig entsorgt werden. Die meisten Lebensmittelabfälle fallen derzeit in der Landwirtschaft an, beim Anbau und der Ernte von Obst, Gemüse und Getreide. An zweiter Stelle steht der Lebensmittelverbrauch. Besonders hervor sticht die  Abfallbilanz in Restaurants, Kantinen und bei Veranstaltungen mit Catering. Im so genannten „Außer-Haus-Konsum“ wird fast die Hälfte der bereitgestellten Lebensmittel vorzeitig entsorgt. In Zahlen: Pro Person werden jährlich 53,3 Kilogramm Lebensmittel in Restaurants, Großküchen oder bei Veranstaltungen bereit gehalten. Davon landen 23,6 Kilogramm bzw. 44 Prozent vorzeitig im Abfall. Wichtige Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung sollten daher in diesem Bereich ansetzen. In privaten Haushalten bzw. im so genannten „Inner-Haus-Konsum“ werden pro Person jährlich rund 430 Kilogramm Lebensmittel eingekauft, 17 Prozent bzw. 82 Kilogramm dieser Menge werden zu früh entsorgt. Lebensmittel haben einen bedeutenden ökologischen Rucksack. Für alle Lebensmittel, die ein Mensch pro Jahr in Deutschland kauft, nimmt er die Fläche eines halben Fußballfeldes in Anspruch, verbraucht 84 Badewannenfüllungen an Wasser und emittiert 3 Tonnen Treibhausgase, was den CO₂-Emissionen eines Hin-und Rückflugs von Frankfurt nach New York entspricht. Hochgerechnet auf ca. 80 Millionen und  EU-weit 505 Millionen Menschen ergeben sich daraus immense Umweltwirkungen.

WM 2014: Kompensation der CO2-Emissionen
Die FIFA und das lokale Organisationskomitee (LOC) der WM 2014 werden die gesamten CO2-Emissionen unter ihrer direkten operativen Kontrolle kompensieren. Diese Emissionen beinhalten die Reisen und Unterkunft aller Mitarbeiter, Offiziellen, Mannschaften, Freiwilligen und Gäste sowie die Emissionen der Veranstaltungsorte, Stadien, Büros und der TV-Produktion. Insgesamt wird die FIFA 331.000 Tonnen CO2 neutralisieren (251.000 Tonnen Eigenemissionen und 80.000 Tonnen der Wettbewerbsteilnehmer), indem sie vier zertifizierte klimafreundliche Entwicklungsprojekte in verschiedenen Regionen Brasiliens unterstützt. Die emissionsarmen Projekte in Brasilien wurden gemeinsam mit dem nicht gewinnorientieren CO2-Managementprogramm BP Target Neutral sorgfältig ausgewählt. Jedes Projekt durchlief ein Ausschreibungsverfahren und hält sich an die Normen der International Carbon Reduction and Offsetting Alliance (ICROA). Die endgültige Auswahl erfolgte durch ein unabhängiges Gremium von Nichtregierungsorganisationen im Umweltbereich. Eine der unterstützten Initiativen ist “The Purus Project”, die sich für den Schutz von 36.000 Hektar unberührten Regenwalds vor der Abholzung einsetzt und die Nutzung von Biomasse für das Brennen von Backsteinen und für die Energiegewinnung fördert. Der Carbon-Footprint der WM.