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Klimaschutzkonzept für nachhaltigen Verkehrssektor

Berlin (csr-news) > Der Energiebedarf im Personen- und Güterverkehr muss um mindestens 70 Prozent reduziert werden. Nur so lassen sich die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2050 realisieren. Die Verbände WWF, BUND, Germanwatch, NABU und VCD haben ein gemeinsames Verkehrskonzept “Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland – Weichenstellungen bis 2050“ vorgelegt mit dem das Ziel dennoch erreicht werden könnte. Johannes Erhard, Verkehrsexperte des WWF Deutschland: „Bis 2050 muss auch der deutsche Verkehrssektor nahezu frei von Treibhausgasemissionen werden“. Dabei gehen die Verbände davon aus, dass 2050 in Deutschland weniger als halb so viele Pkw wie heute unterwegs sind. Im Fokus der Studie steht deshalb die Verkehrsvermeidung aber auch die Verlagerung auf umweltfreundlichere Transportmittel. Werner Reh, Verkehrsexperte des BUND: „Künftig muss Verkehrsverlagerung ein Hauptziel der Infrastrukturplanung sein“. Verbunden mit Effizienzsteigerungen und dem Einsatz von Elektrofahrzeugen könnten so die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors bis 2050 im Vergleich zu 1990 um fast zwei Drittel verringert werden. Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik des NABU: “Vor allem in den Städten kann das Konzept der Umweltverbände als großartige Chance verstanden werden. Das Auto wird dort an Bedeutung verlieren, während Fahrrad und Pedelec eine große Zukunft bevorsteht“. Hinzu kommen immer mehr Carsharing-Angebote die meist auf elektrisch betriebene Fahrzeuge setzen. Außerdem halten die Verbände einen ab 2025 geltenden CO2-Grenzwert für Neuwagen von 65-68 Gramm pro Kilometer für zielführend, der ab 2030 auf 50 Gramm pro Kilometer gesenkt wird. Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD: “Pkw verursachen derzeit 40 Prozent der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Ein zentraler Hebel zur Verringerung sind ambitionierte CO2-Grenzwerte. Die geltenden Vorgaben für Neuwagen müssen daher kontinuierlich weiterentwickelt werden, um alle Potenziale zur Effizienzsteigerung zu nutzen und den Markthochlauf für elektrische Antriebe konsequent voran zu treiben. Dies gilt auch für schwere Nutzfahrzeuge, deren CO2-Emissionen derzeit noch völlig ungeregelt sind.” Die Umweltverbände fordern darüber hinaus einen verstärkten Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Manfred Treber, Verkehrsexperte von Germanwatch: “Eine wichtige politische Weichenstellung dazu steht schon Ende dieses Jahres an: Die notwendige Aufstockung der Regionalisierungsmittel für den Schienennahverkehr soll den Weg frei machen für eine Verdopplung der Fahrgastzahlen innerhalb der kommenden 30 Jahre.”