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Österreich: Arbeit mit 50+

„Die Alten“ wollen arbeiten. Doch sie dürfen nicht. Die Hürden befinden sich im Gesetz und auf Arbeitgeberseite.

„Die Alten“ wollen arbeiten. Doch sie dürfen nicht. Die Hürden befinden sich im Gesetz und auf Arbeitgeberseite.

Wien (csr-partner) – Studien in Österreich belegen, dass sich Arbeitnehmer nicht mehr auf die Rente freuen. Nicht, weil sie nicht gerne in Rente gehen möchten. Sondern weil sie länger arbeiten wollen. Die Studie wurde vom Verein seniors4success in Auftrag gegeben, welcher sich um die neue Lebensphase kümmert, die zwischen Berufsleben und Rentenleben entstanden ist. Das ist der Zeitraum, der zwischen dem faktischen Rentenantritt (in Österreich: Rente = Pension. Antrittsalter durchschnittlich bei etwa 58 Jahren, oft schon mit 55) und dem Alter, in dem man „reif“ ist, für die Rente.

Job mit 50+ möglich – aber schwierig

Doch mit diesem Alter ergeben sich Probleme: Einerseits ist es fast unmöglich, mit 50 Jahren und älter einen Job zu finden. Andererseits diskutiert die Politik darüber, ob wir erst mit 70 oder 75 Jahren in die Pension gehen sollten, um die Pensionskassen finanzierbar zu halten. 36 Prozent der Pensionisten klagen über finanzielle Einbußen im Alter. Aber nicht nur finanzielle Aspekte führen dazu, dass Arbeitnehmer immer länger arbeiten wollen. Nicht mehr „gebraucht zu werden, keine sinnvolle Aufgabe“ ist für 21 Prozent der Pensionisten unerträglich. Rund ein Drittel der Pensionisten arbeitet bereits jetzt „nebenher“, dabei geben 75 Prozent den „Spaß an der Arbeit“ als Grund dafür an, gefolgt vom Wunsch nach mehr sozialen Kontakten (49%). Geld dazu zu verdienen, ist für nur 31 Prozent ein Grund für die Beschäftigung im höheren Alter. Wer aber schon jetzt wenig Pension bekommt, hat Pech. Denn in Österreich darf man kaum etwas dazu verdienen: 395,31 Euro im Monat sind erlaubt. Wer auch nur einen Euro darüber ist, der verliert seinen kompletten Pensionsanspruch! Nun ja, Beamte sind ausgenommen. (Datenquelle: marketagent.com, 2014)

älter = Mehrwert

Trotz all dieser Probleme gibt es Lichtblicke. Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von älteren Arbeitnehmern, denn die kennen die Branche gut, haben ein großes Netzwerk und sind routinierter. Dabei haben sie eine starke integrative Funktion und wirken als Vorbild für Berufseinsteiger. Viele ältere Arbeitnehmer sind sehr gut ausgebildet, denn sie haben eine jahrzehntelange Personalentwicklung hinter sich. Dennoch scheuen sich viele Arbeitgeber, da ältere Arbeitnehmer angeblich öfter krank werden und mehr verdienen. Selbstverständlich hat ein Arbeitnehmer, der auf die 60 zugeht, andere Anforderungen an den Arbeitsplatz und wird weniger körperliche Belastungen aushalten. Doch: Wer 30 Jahre Erfahrung auf einer Baustelle hat, der hätte danach beispielsweise in Planungsbüros eine deutlich praxisnähere Sicht auf die Projekte und er erkennt Fehler, die später in der Umsetzung zu Problemen führen, deutlich schneller. Das spart wieder Zeit und Kosten.

Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Arbeitgebern, Politik und Arbeitnehmern, die Arbeitswelt entsprechend zu gestalten und die Arbeitnehmer je nach Lebensphase entsprechend einzusetzen. Das bringt dann einen Mehrwert fürs Unternehmen, für die Arbeitnehmer und für die ganze Gesellschaft. Ach ja, war da nicht was mit CSR?

Autor: Constantin Wollenhaupt, M.A.
HarCon Media & Consulting: sustainable business marketing
www.harcon.at