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EU-Kommission – Grüner Aktionsplan für KMU

Wie lassen sich Umweltprobleme in Geschäftschancen umwandel? Die Europäische Kommission hat dazu genaue Vorstellungen und hat diese in einem Aktionsplan für KMUs veröffentlicht. Es soll durch geeignete Maßnahmen die Entwicklung zu einer umweltschonenden Wirtschaft vorangetrieben werden und sich dabei gerade kleinen und mittleren Unternehmen Geschäftschancen eröffnen.

Brüssel (csr-news) > Wie lassen sich Umweltprobleme in Geschäftschancen umwandel? Die Europäische Kommission hat dazu genaue Vorstellungen und hat diese in einem Aktionsplan für KMUs veröffentlicht. Es soll durch geeignete Maßnahmen die Entwicklung zu einer umweltschonenden Wirtschaft vorangetrieben werden und sich dabei gerade kleinen und mittleren Unternehmen Geschäftschancen eröffnen.

Dafür gilt es, die Ressourceneffizienz der europäischen KMU zu steigern, grünes Unternehmertum zu fördern, die Möglichkeiten umweltschonenderer Wertschöpfungsketten zu nutzen und grünen KMU den Zugang zu den Märkten zu erleichtern, heißt es in einer Mitteilung der Kommission. Der Aktionsplan umfasst Ziele und Maßnahmen in fünf Bereichen:

1. KMU umweltgerechter und damit wettbewerbsfähiger und nachhaltiger machen

Wenn man die Ressourceneffizienz von KMU verbessert, lassen sich enorme Produktionskostensenkungen und Produktivitätszuwächse erzielen. Berechnungen zufolge könnte dies der europäischen Wirtschaft Einsparungen von insgesamt 630 Mrd. EUR pro Jahr bringen.

2. Grünes Unternehmertum für die Unternehmen der Zukunft

Die Verhinderung von Umweltschäden und die angestrebte Verringerung des CO2‑Ausstoßes der Wirtschaft stellen eine gesellschaftspolitische Herausforderung dar, eröffnen aber auch neue Geschäftschancen für Unternehmen, die grüne Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen. KMU brauchen ein günstiges Umfeld, in dem umweltfreundliche Ideen einfach entwickelt, finanziert und vermarktet werden können.

3. Chancen für KMU durch umweltschonendere Wertschöpfungsketten

Wiederaufarbeitung, Reparaturen, Instandhaltung, Recycling und umweltgerechte Gestaltung tragen mit ihrem großen Wachstums- und Beschäftigungspotenzial auch ganz erheblich zur Bewältigung von Umweltproblemen bei. KMU und Einzelunternehmer benötigen ein günstiges Umfeld für eine Entwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft.

4. Marktzugang für grüne KMU

Die internationalen Verpflichtungen der EU – beispielsweise bei der Zusammenarbeit im Klimaschutz oder in der Nachbarschaftspolitik – bieten europäischen KMU mit einschlägigem Know-how konkrete Betätigungsfelder, die ihnen neue Märkte zugänglich machen. Allerdings verkaufen 87 Prozent der KMU in der EU ihre grünen Technologien, Produkte oder Dienstleistungen nur auf Inland. KMU benötigen ein günstigeres Umfeld und mehr internationale Zusammenarbeit, um sich erfolgreich in globale Wertschöpfungsketten integrieren zu können.

5. Verwaltung

Die Verwaltungsbehörden in den Mitgliedstaaten und die KMU-Interessenträger haben den grünen Aktionsplan für KMU bei Konsultationen über die Zukunft der KMU-Politik und Treffen mit dem Netz der KMU-Beauftragten und Unternehmensverbänden durchweg unterstützt. Daher soll dieser Aktionsplan unbedingt so vollständig umgesetzt werden, dass er EU-weit Wirkung zeigt und den KMU zugutekommt.

Neben diesem Aktionsplan wurde auch eine Initiative für mehr Beschäftigung in der „grünen Wirtschaft“ vorgestellt. Damit das Beschäftigungspotenzial in den grünen Branchen in vollem Maße genutzt werden kann, müssten nach Auffassung der Kommission Arbeitsmarktstrategien und -instrumente gezielter ausgerichtet werden. Zudem sollten diese auch enger mit der Umwelt-, Klima- und Energiepolitik abgestimmt werden. Dabei seien große Hindernisse zu überwinden, weil der Umbau der Wirtschaft nicht nur neue Arbeitsplätze schaffen kann, sondern es müssten auch Arbeitsplätze neu gestaltet werden. Vorrangig geht es der Kommission darum, den Qualifikationsbedarf zu decken. Damit neue Arbeitsplätze entstehen können, sei eine Verlagerung der Steuerlast vom Faktor Arbeit auf den Faktor Umweltverschmutzung erforderlich. Außerdem sollte grünes Unternehmertum gefördert werden, ebenso wie ein grünes Beschaffungswesen. Das erfordert auch einen stärkeren Dialog zwischen Arbeitgebervertretern und Gewerkschaften. László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration erklärte: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, umweltfreundliche Arbeitsplätze von hoher Qualität zu schaffen. Gleichzeitig können wir auf nachhaltige Weise die Zukunft der nachfolgenden Generationen sichern und zur Überwindung der Wirtschaftskrise beitragen. Wenn wir die richtigen Politikstrategien umsetzen, wird die grüne Wirtschaft entscheidend dazu beitragen, dass Europa global wettbewerbsfähiger wird.“

Als dritten Teil hat die Kommission ihre Vorstellungen präsentiert, wie Umstellung auf eine grüne, CO2-arme sowie energie- und ressourceneffiziente Wirtschaft gelingen kann. Das Ziel ist die Kreislaufwirtschaft und der Weg dahin führt auch über Recycling. Den Plänen zufolge sollen die Europäer bis 2030 70 Prozent der Siedlungsabfälle und 80 Prozent der Verpackungsabfälle recyceln; ab dem Jahr 2025 soll die Deponierung recycelbarer Abfälle dann verboten sein. Außerdem werden klare Zielvorgaben für Abfälle im Meer und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen festgesetzt. Die Erfüllung der neuen Zielvorgaben für Abfälle würde 580 000 neue Arbeitsplätze schaffen, Europa wettbewerbsfähiger machen und die Nachfrage nach teuren und knappen Ressourcen verringern, begründet die Kommission ihr Vorgehen. Außerdem würden durch die Umsetzung der Vorschläge die Treibhausgasemissionen reduziert. EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: „Wir leben mit Linearwirtschaftssystemen, die aus dem 19. Jahrhundert in das 21. Jahrhundert mit Schwellenländern, Millionen von neuen Verbrauchern aus der Mittelschicht und miteinander vernetzten Märkten überliefert wurden. Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir so viel wie möglich aus unseren Ressourcen herausholen; das heißt, wir müssen sie recyceln und wieder einer produktiven Verwendung zuführen, und wir dürfen sie nicht als Abfall in Deponien vergraben. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ist nicht nur möglich, er ist auch profitabel.“ Im nächsten Schritt gehen die Legislativvorschläge nun an den Rat und das Europäische Parlament.

 

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