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Verbraucher wollen nachhaltigere Getränkeverpackungen

Berlin (csr-news) > Laut Verpackungsverordnung sollen mindestens 80 Prozent aller Getränke in ökologisch vorteilhaften Verpackungen abgefüllt werden. Seit Jahren wird dieses Ziel verfehlt. Dabei wollen die Konsumenten nachhaltigere Verpackungen, wie die aktuelle Konsumentenumfrage der Verbraucher Initiative zeigt. Sie fühlen sich nur nicht ausreichend informiert. Jetzt sind Handel, Hersteller und die Politik gefragt.

Berlin (csr-news) > Laut Verpackungsverordnung sollen mindestens 80 Prozent aller Getränke in ökologisch vorteilhaften Verpackungen abgefüllt werden. Seit Jahren wird dieses Ziel verfehlt. Dabei wollen die Konsumenten nachhaltigere Verpackungen, wie die aktuelle Konsumentenumfrage der Verbraucher Initiative zeigt. Sie fühlen sich nur nicht ausreichend informiert. Jetzt sind Handel, Hersteller und die Politik gefragt.

MövE, ausgesprochen „Mehrweg- und ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen“ werden die gewünschten Behältnisse im schönsten Verwaltungsdeutsch genannt. Dahinter stecken Mehrwegflaschen aus Glas und PET, Getränkekartons, Polyethylen-Schlauchbeutel oder Folien-Standbodenbeutel. Hört sich alles irgendwie kompliziert an und so kommt es auch beim Verbraucher an. Mindestens 80 Prozent der Getränkeverpackungen im Massenmarkt sollten MövE’s sein, tatsächlich sind es nicht einmal die Hälfte. Im Gegenteil, in den letzten Jahren, so hat die Verbraucher Initiative festgestellt, wird ein Trend zu mehr Einweg-PET-Getränkeflaschen erkennbar. Entgegen den Vorstellungen des Gesetzgebers aber auch entgegen den Wünschen der Konsumenten. Die Mehrheit der Verbraucher achtet beim Einkauf auf ökologische Aspekte der Getränkeverpackung, über 40 Prozent fühlen sich aber nicht ausreichend über nachhaltigere Getränkeverpackungen informiert, hat die Initiative in einer Verbraucherstudie herausgefunden. Zwar würden die Konsumenten lieber zur nachhaltigen Verpackung greifen, in fehlt schlicht die entsprechende Information auf der Verpackung. Die Studie entstand im Rahmen eines Pilotprojektes, das drei Maßnahmen umfasste: Vor-Ort-Informationen an 3.700 Verbraucher in 20 REWE-Märkten, Befragung von Marktleitern sowie eine GfK-Befragung von 517 Konsumenten. Untersucht wurde, ob Umweltschutz-Aspekte den Getränkekauf beeinflussen, wie die Informationsaktion bewertet wird sowie die Erwartungen an eine verständliche und klare Information zu MövE. Die Ergebnisse bringen neue Erkenntnisse für die Kennzeichnungsdiskussion. „Aus Verbrauchersicht sollen Getränkehersteller und Handel, aber auch Medien und Umwelt- und Verbraucherverbände für bessere und ausführlichere Informationen sorgen. Das ist ein Signal an alle Verantwortlichen, das Thema gemeinsam anzugehen“, so Melanie Weber-Moritz von der Verbraucher Initiative. „Pfand und vorhandene Labels reichten nicht aus, um Verbrauchern eine Orientierung für umweltfreundliche Getränkeverpackungen zu geben. Erforderlich ist vielmehr eine bessere Kennzeichnung am Produkt sowie Informationen am Einkaufsort“. Für Einzelhandelsunternehmen bietet sich hier eine Chance, das vorhandene, vielschichtige Nachhaltigkeitsengagement zu erweitern und im Bereich Getränkeverpackung praktisch umzusetzen, lautet dann auch das Fazit der Studie. Denkbar wären hier – neben den von den Kunden gewünschten Informationen direkt im Verkaufsraum, bei den Verpackungen der Eigenmarken und den eigenen Medien – auch erweiterte Informationsangebote.

Die Studie  „Mehrweg- und ökologisch vorteilhafte Einweg-Getränkeverpackungen (MövE)“ zum Download.

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