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CSR und fair trade – siamesische Zwillinge

Der Begriff des fairen Handels wohnt dem Geist einer wirksamen CSR inne: In Wahrnehmung der Responsibility (Verantwortung) gibt fairer Handel im Besonderen und faires Handeln im Allgemeinen die Antwort auf die Herausforderungen im globalen Handel(n) und lässt sich durch den schlüsselhaften Begriff „FAIRantwortung“ ausdrücken.

Aachen (csr-partner) – Der Begriff des fairen Handels wohnt dem Geist einer wirksamen CSR inne: In Wahrnehmung der Responsibility (Verantwortung) gibt fairer Handel im Besonderen und faires Handeln im Allgemeinen die Antwort auf die Herausforderungen im globalen Handel(n) und lässt sich durch den schlüsselhaften Begriff „FAIRantwortung“ ausdrücken.

Die sozialen und ökologischen Folgen einer als enthemmt erkannten Konsumorientierung der westlichen Gesellschaften lassen sich weder leugnen noch ignorieren. Weit über Internetforen hinaus werden die Verwerfungen einer Haltung, die nur das eigene „Wachstum“ ohne Rücksicht auf dessen Folgen in anderen Regionen propagiert, überdeutlich.

Aus einer Perspektive, die über reine Marktmechanismen hinaus ethische Betrachtungen zur Lage der Menschenrechte anstellt, wird deutlich, dass Nachhaltigkeit, die diesen Namen auch verdient, nicht umhin kommt, die Lieferkette vom Anfang her zu beleuchten und dabei hinzuwirken hat auf Produktionsbedingungen, die den westlichen Maßstäben anzugleichen ist.

Vielfältige Erklärungen zu Menschenrechten seitens der Politik und vieler NGO’s werden erst dann mit Leben ausgefüllt, wenn die Lebensräume der Bevölkerung in den Ursprungsregionen vieler Produkte so gestaltet werden, dass die Menschen dort würdig und eigenständig am Wirtschaftsleben teilnehmen können, anstatt ihre Heimat als Flüchtlinge zu verlassen.

Papst Franziskus stellt durch seine jüngsten Äußerungen zum aktuell herrschenden Wirtschaftssystem die Position der Kirche klar heraus. Auch die Ursprünge des „fair trade“ – Gedankens aus dem 19. Jahrhundert, nach dem zweiten Weltkrieg und Ende der 70er Jahre entstanden aus dem christlich motivierten Bewusstsein, der Ausbeutung menschlicher Arbeit und ökologischer Ressourcen entgegen zu wirken.

Zunächst ein Nischendasein fristend und oft müde belächelt, gewinnen Akteure des „fairen Handels“ zunehmend Marktanteile und bewegen sich, auch in Fußgängerzonen unserer Städte deutlich sichtbar, in die Mitte unserer Gesellschaft. Zwar wird die Wettbewerbsfähigkeit durch die höheren Kosten, die in der Kalkulation für angemessene Löhne und ökologische Balance entstehen, zunächst eingeschränkt, allerdings gelingt es zunehmend, diese Differenz aufgrund der zunehmenden Akzeptanz der Produkte zu vermindern.

Darüber hinaus entfaltet CSR erst vollständig seine Wirkung, wenn diese im Dialog mit den Stakeholdern auf Augenhöhe wahrgenommen wird und auf bevormundende oder gönnerhafte Attitüden, die das Gegenüber aus seiner Eigenverantwortlichkeit nehmen, verzichtet wird.

Man kommt die Probleme erst dann nachhaltig in den Griff, wenn man über deren Lösung zu Beginn „fairhandelt“. Erst auf Grundlage einer solchen Vereinbarung, die auch Spielraum für die lokalen kulturellen Besonderheiten lässt, kann ein Konzept zur Entwicklung einer Wirtschaftskultur entstehen, die den natürlichen Bedürfnissen und Interessen aller Beteiligten Rechnung trägt.