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CSRbriefly am Donnerstag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: 3M recycelt rund die Hälfte seines gesamten Abfalls, KPMG-Handbuch zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, Warsteiner berichtet nach GRI, Gebeco als nachhaltiger Reiseveranstalter ausgezeichnet, ista veröffentlicht vierten Nachhaltigkeitsbericht, Unilever sucht Nachhaltigkeits-Champion, Kampagne „Schulstart mit dem Blauen Engel“, Chancen für ökologischen Landbau nutzen, Verschlossene Auster für den ADAC, Leitlinien und Prüfverfahren für elternfreundliche Arbeitgeber und Nachhaltigkeit in der Hotellerie.

 

3M recycelt rund die Hälfte seines gesamten Abfalls
Das Multitechnologieunternehmen 3M hat vergangenes Jahr 37 Prozent seines Wasserverbrauchs wiederaufbereitet, 61 Millionen US-Dollar gespendet und weltweit über 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Zahlen wie diese hat 3M nun in seinem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert. Dieser liefert u.a. die Ergebnisse einer weltweiten Stakeholder-Studie und beschreibt detailliert ausgewählte Nachhaltigkeitsprojekte. Um die Initiativen noch besser zu koordinieren, hat 3M das „Sustainability Center of Excellence“ gegründet. Es implementiert unternehmensweit Strategien für Nachhaltigkeit in Arbeits- und Geschäftsprozesse. 3M recycelt schon heute jährlich knapp die Hälfte seiner Produktionsabfälle. Auch die Treibhausgase konnten trotz gestiegenem Produktionsvolumen reduziert werden. Von 2002 bis 2013 senkte 3M diese Emissionen um 57 Prozent, in absoluten Zahlen rund 100 Millionen Tonnen. Weitere Informationen enthält der neue Nachhaltigkeitsbericht.

KPMG-Handbuch zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die Diskussion, ob ein Unternehmen Nachhaltigkeitsberichterstattung betreibt oder nicht, ist vorbei. Unternehmen fragen sich nunmehr, worüber und wie sie berichten sollen. Das aktuelle, überarbeitete KPMG-Handbuch zur Nachhaltigkeitsberichterstattung behandelt Daten und Fakten zum Thema in Deutschland.

Warsteiner berichtet nach GRI
Als erstes Unternehmen der deutschen Braubranche erfüllt die Warsteiner Brauerei den Berichtsstandard der Global Reporting Initiative. Damit möchte das Unternehmen in der Lebensmittel- und Getränkebranche ein Zeichen setzen. Mit dem Nachhaltigkeitsbericht ist das Bestreben der Brauerei um nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolles Unternehmertum erstmals in einem Dokument zusammengefasst. „Mit dieser transparenten Darstellung möchten wir eine umfassende Informationsgrundlage schaffen, um mit unseren Stakeholdern in einen fruchtbaren Dialog zu treten und so voneinander noch mehr zu lernen“, erklärt Stefan Leppin, Leiter Unternehmenskommunikation und  Beauftragter für Nachhaltigkeit der Warsteiner Brauerei. Der Berichtszeitraum umfasst die Jahre 2008 bis 2012. Der ursprünglich geplante Veröffentlichungstermin Ende 2013 musste aufgrund aktueller Ereignisse verschoben werden. „Wir sind froh, dass wir nunmehr endlich damit an die Öffentlichkeit gehen können“, ergänzt Stefan Leppin.

Gebeco als nachhaltiger Reiseveranstalter ausgezeichnet
Gebeco ließ sich auf Nachhaltigkeit prüfen  und hat erneut bestanden. Der Studien- und Erlebnisreise-Spezialist erhält zum dritten Mal das CSR-Siegel der unabhängigen Zertifizierungsorganisation TourCert. Das Siegel bescheinigt, dass Gebeco sich für Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung über gesetzliche Vorgaben hinaus engagiert und sich in einem stetigen Verbesserungsprozess befindet. Die Prüfer von TourCert lobten besonders die Bereitstellung von personellen Kapazitäten: Gab es früher nur einen verantwortlichen Nachhaltigkeits-beauftragten bei Gebeco, treibt heute ein sechsköpfiges Steuerungsteam den ständigen Verbesserungsprozess voran. Wie Gebecos Engagement konkret aussieht, ist im neuen Nachhaltigkeitsbericht nachzulesen.

ista veröffentlicht vierten Nachhaltigkeitsbericht
Bereits zum vierten Mal in Folge veröffentlicht ista einen Nachhaltigkeitsbericht. Darin informiert der Energiedienstleister über seinen Einsatz für Umwelt und Gesellschaft sowie über wirtschaftliche Entwicklungen des Unternehmens. Der Bericht mit dem Titel „Transparenz – Messen.Verstehen.Handeln“ entspricht dem GRI Anwendungslevel B+. ista veröffentlicht als einziger Energiedienstleister ein so ausführliches Reporting. „Diese führende Position innerhalb der Branche, auch mit Blick auf Nachhaltigkeit, wollen wir zukünftig noch weiter ausbauen und den Dialog mit all unseren internen und externen Stakeholdern weiter intensivieren“, sagt Walter Schmidt. „Denn je transparenter sich ein Unternehmen präsentiert, je offener es all seinen Interessengruppen begegnet, desto nachhaltiger ist sein wirtschaftlicher Erfolg.“ Transparenz ist auch das Schwerpunktthema der Berichts.

Unilever sucht Nachhaltigkeits-Champion
Anknüpfend an den Erfolg des Vorjahres lädt Unilever auch 2014 wieder junge Menschen ein, sich für die „Unilever Sustainable Living Young Entrepreneurs Awards“ zu bewerben. Gesucht werden innovative Produkte oder Dienstleistungen, die nachhaltig und messbar zum Umweltschutz beitragen oder die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensbedingungen von Menschen verbessern. Bewerber sollten nicht älter als 30 Jahre sein. Der Preis wird weltweit ausgeschrieben. Vergeben werden die Preise zusammen mit dem Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL) und Ashoka. Den Gewinnern winken Preise im Wert von mehr als 200.000 Euro in Form von finanzieller Unterstützung und individuell gestaltetem Mentoring. Der Gesamtgewinner erhält außerdem den prestigeträchtigen „HRH The Prince of Wales Young Sustainability Entrepreneur Prize“. Die sieben Finalisten nehmen an ein einem Online Trainingsprogramm teil und werden zu einem zweitägigen Workshop an der Cambridge University eingeladen. Hier können sich die Teilnehmer mit Experten austauschen und erhalten professionelle Unterstützung zur Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Bewerbungen können über Ashoka Changemakers (http://www.changemakers.com/) bis 01. August 2014 um Mitternacht (britische Sommerzeit) eingereicht werden. Der Workshop und die finale Auswahl der Gewinner wird im Januar 2015 erfolgen.

Kampagne „Schulstart mit dem Blauen Engel“
Zum Schulanfang sollten Schüler sowie ihre Eltern besonders auf den Kauf von umweltfreundlichen Produkten achten. Das raten Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt, Jury Umweltzeichen und die RAL gGmbH und starten deshalb die Kampagne „Schulstart mit dem Blauen Engel“. Dabei sollen Schüler und Eltern den Geschäften „Die Blaue Karte“ zeigen, die noch immer kein Recyclingpapier anbieten. „Ich hoffe, dass viele von ihnen diese Art des Protests nutzen. Geschäfte sollen im Sinne der Papierwende umdenken und vermehrt Recyclingpapier anbieten“, so Volker Teichert von der Jury Umweltzeichen. Neu in der Schulstartkampagne zudem: Der Online Papier-Finder unter www.blauer-engel.de/papierfinder. Hier kann jeder nachschauen, welche Geschäfte vor Ort Papierwaren mit dem Umweltzeichen anbieten. Diese können sich selbst in die bundesweite Datenbank eintragen und Aufkleber für ihre Schaufenster anfordern.

Chancen für ökologischen Landbau nutzen
Zum Auftakt einer Reihe von Gesprächen mit Verbandsvertretern der Agrar- und Ernährungswirtschaft traf Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am Dienstag in Berlin Vertreter des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sowie seiner Mitgliedsverbände. Bei dem Gedankenaustausch über die Zukunft der Branche würdigte Bundesminister Schmidt die Bedeutung des ökologischen Landbaus für Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz und betonte auch das wirtschaftliche Gewicht der Biobranche: „Im Ökomarkt steckt großes Potenzial. Nahrungsmittel aus ökologischer und regionaler Erzeugung werden von den Verbraucherinnen und Verbrauchern immer mehr nachgefragt. Bioprodukte aus Deutschland stehen für Qualität, Geschmack und kurze Wege. Der ökologische Landbau wird daher auch weiterhin einen festen Platz am Markt haben.“ Abgesehen von den USA gebe es kein Land auf der Welt, in dem sich Bioprodukte so großer Beliebtheit erfreuen wie in Deutschland. Damit die stetig wachsende Nachfrage künftig verstärkt durch Produkte aus heimischer Produktion bedient werden könne, müsse Deutschland die Produktion von ökologisch erzeugten Lebensmitteln nachhaltig steigern. „Ich appelliere an unsere Bauern, die positiven Entwicklungen am Ökomarkt für sich zu nutzen. Meine Unterstützung ist ihnen dabei sicher. Wir schaffen stetig neue Anreize, damit der Bedarf an Bio-Erzeugnissen künftig noch stärker mit Produkten aus dem eigenen Land gedeckt werden kann“. Die Entwicklungschancen dürften nicht durch unberechtigte und überzogene rechtliche Hürden behindert werden. „Wir dürfen nicht riskieren, dass insbesondere kleine und mittlere Betriebe reihenweise aus dem ökologischen Landbau aussteigen, weil sie die überzogenen Anforderungen schlichtweg nicht mehr erfüllen können.“ Andernfalls würden die gesellschaftlichen Leistungen des ökologischen Landbaus gefährdet. „Der Ökolandbau garantiert hohe Standards im Tierschutz, erhält und schont die natürlichen Ressourcen und fördert die biologische Vielfalt. Diesen Mehrwert für Tier, Natur und Umwelt dürfen wir nicht aufs Spiel setzen“, sagte Bundesminister Schmidt.

Verschlossene Auster für den ADAC
Die „Verschlossene Auster“, der traditionelle Preis für den Informationsblockierer des Jahres, geht 2014 an den ADAC. Die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche würdigt damit das Verhalten des Automobilclubs nach den Enthüllungen über Manipulationen beim „Gelben Engel“, dem vom ADAC ausgelobten Autopreis. „Selten hat ein Preisträger so ‚überzeugend‘ auf kritische Berichterstattung reagiert wie der ADAC nach den ersten Berichten über Missstände beim ‚Gelben Engel‘“, so Netzwerk Recherche in der Begründung. Anstatt aufzuklären, habe der ADAC nach den ersten Enthüllungen in der „Süddeutschen Zeitung“ die Medien pauschal diffamiert. Bei der Preisverleihung des „Gelben Engels“ im Januar 2014 hatte der damalige ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair die Recherchen eine „Schande für den Journalismus“ genannt. „Als solche robusten Dementi nicht länger haltbar waren, hat sich die ADAC-Führung zwar entschuldigt, Fehler und Defizite wurden aber weiterhin nur scheibchenweise eingestanden“, heißt es in der Begründung weiter: „Bis heute ist von der angekündigten Transparenz bei Deutschlands größtem Verein noch nicht viel zu spüren.“ Der ADAC nahm die Auszeichnung nicht persönlich entgegen, kündigte aber in einer Stellungnahme an, diese anzunehmen.

Leitlinien und Prüfverfahren für elternfreundliche Arbeitgeber
TÜV Rheinland und die SOS-Kinderdörfer Global Partner haben gemeinsam Leitlinien und ein Prüfverfahren entwickelt, die die Grundlage für ein familienfreundliches Arbeitsumfeld legen. Angesichts des demografischen Wandels und des damit verbundenen Fachkräftemangels stehen viele Unternehmen auf der Suche nach jungen Talenten und erfahrenen Fachkräften verstärkt im Wettbewerb. Oft haben die umworbenen Mitarbeiter eine Familie und legen großen Wert darauf, ihre Elternrolle mit ihrem Berufsleben in Einklang zu bringen – zum Wohle der Kinder. Entsprechend wichtig ist es für die Arbeitgeber, diese Anforderungen zu berücksichtigen und ein angemessenes Arbeitsumfeld zu schaffen. „Elternfreundlichkeit ist eine der zentralen Bewerberanforderungen. Daher haben wir dieses Thema in unseren Standard und Zertifizierungsprozess „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ integriert“, erklärt Arne Spiegelhoff, Projektleiter bei TÜV Rheinland.

Recycling von Seltenen Erden
Für die Wiederverwertung von Seltenen Erden aus Permanentmagneten von modernen und hocheffizienten Elektromotoren müssen in den kommenden Jahren tragfähige Recyclingkonzepte entwickelt werden. Noch werden die Motoren von Industrieanwendungen an ihrem Lebensende nicht gesondert gesammelt und entsorgt; das Potenzial zur Rückgewinnung der Seltenen Erden damit nicht gehoben. Dies ergibt eine Befragung von mehreren hundert baden-württembergischen Industrieunternehmen und eine darauf aufbauende Studie des Öko-Instituts im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Die Erhebung des Öko-Instituts ergab ein beträchtliches Potenzial für das Recycling der Seltenen Erden aus dem wichtigen und stark wachsenden industriellen Einsatzbereich der Permanentmagnete: So haben europäische Unternehmen im Jahr 2012 bis zu zwei Millionen Elektromotoren mit Permanentmagneten für industrielle Anwendungen hergestellt; davon etwa die Hälfte in Deutschland. Davon wiederum wird etwa die Hälfte der Magnete, die etwa 30 Prozent Seltene Erden enthalten, hier im Land in Industrieanlagen eingesetzt, die andere Hälfte der Motoren entweder direkt oder als Teil von Maschinen und Anlagen ins Ausland exportiert. Rund ein Fünftel der Gesamtförderung an Seltenen Erden wird aktuell für die Herstellung der Hochleistungsmagnete insbesondere in kleinen Motoren etwa in Festplatten oder optischen Laufwerken von Unterhaltungselektronik eingesetzt. Die Studie zum Download.

Nachhaltigkeit in der Hotellerie
Das Frankfurter Beratungsunternehmen natureOffice hat eine Maßnahmen-Checkliste für Hotels veröffentlicht. Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit im Übernachtungsgewerbe. 85 Prozent aller deutschen Hoteliers, betrachten das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich und halten diesen Aspekt für den gesamten Betrieb wichtig. Der Leitfaden enthält unter anderem kleine, leicht umsetzbare und kostengünstige Energieeinsparungsmaßnahmen für den Hotelbetrieb.