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Unternehmenswerte werden nicht gelebt

Hamburg (csr-news) > Mit 86 Prozent hat eine große Mehrheit der deutschen Unternehmen Leitbilder definiert, an denen sich die Mitarbeiter im Berufsalltag orientieren sollten. Doch in sechs von zehn Fällen finden die Unternehmenswerte im Berufsalltag gar keine Beachtung. Das interne Miteinander beschreiben die meisten Arbeitnehmer aber positiv. Dies sind Ergebnisse der Studie „Unternehmenskultur und Unternehmenswerte“, für die im Frühjahr 2014 insgesamt 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt wurden. Anwendungsbereiche, für die ein Unternehmen bestimmte Werte formuliert, gibt es viele: Am häufigsten geht es der InterSearch-Studie zufolge um Vorgaben für das interne Miteinander (52%). Dahinter folgen der Umgang mit Kunden und Dienstleistern (49%), allgemeine gesellschaftliche Werte (46%), gewünschte Verhaltensweisen der Mitarbeiter (44%) und die Qualität von Produkten und Dienstleistungen (42%). „Ein Unternehmensleitbild gibt den Menschen einen übergreifenden Werte- und Handlungsrahmen, den jeder kennen und in seinem individuellen Wirkungskreis berücksichtigen sollte“, erklärt Karl-Josef Mondorf, geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung InterSearch Executive Consultants. „Das gibt Orientierung und stärkt die Identifikation mit dem Unternehmen – alle ziehen quasi an einem Strang, unabhängig von Hierarchien.“

Doch wie die Studie zeigt, finden die formulierten Leitbilder in sechs von zehn Unternehmen keine Beachtung durch die Mitarbeiter. Genauso häufig sind sie nicht in der gesamten Belegschaft bekannt. Zwölf Prozent der befragten Angestellten sprechen von einer großen Diskrepanz zwischen den Leitlinien und der gelebten Unternehmenskultur. Weitere sechs Prozent finden sie zu abstrakt beziehungsweise unverständlich. „Es ist Aufgabe des Managements, dafür zu sorgen, dass das Unternehmen sukzessiv in die gewünschte Richtung entwickelt wird“, so Karl-Josef Mondorf. „Die Führungskräfte müssen die Leitlinien dazu zunächst selbst verinnerlichen, sich im Berufsalltag an ihnen orientieren und ihren Mitarbeitern das auch deutlich machen. Sie müssen Vorbild sein – und das setzt voraus, dass sie selbst von ihrer Persönlichkeit zum Unternehmen und seiner Vision passen.“ Bezogen auf die interne Zusammenarbeit zeigt sich, dass in den meisten Unternehmen ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander gepflegt wird. So geben 38 Prozent an, dass bei ihnen ein kooperatives Klima herrscht, in dem das Team und der Austausch miteinander zählt. Weitere 21 Prozent empfinden die Arbeitskultur in ihrem Unternehmen als kreativ-dynamisch mit viel Freiraum – aber auch Eigenverantwortung – für den Einzelnen. Als kontrollierend-hierarchisch bewertet allerdings noch ein Viertel der Befragten die eigene Firma.

Kommentar

  • schade, denn werden die Werte nicht im Unternehmen gelebt, fehlen sie auch außerhalb des beruflichen Wirkungskreises. Der Vorbildfunktion der Führungskräfte kommt insbesondere daher gesellschaftliche Bedeutung zu.

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