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ILO prüft Kinderarbeit in Bolivien

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat eine Überprüfung einer gesetzlichen Neuregelung in Bolivien angekündigt, durch die Kinderarbeit schon ab zehn Jahren erlaubt wird.

Genf (afp) – Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat eine Überprüfung einer gesetzlichen Neuregelung in Bolivien angekündigt, durch die Kinderarbeit schon ab zehn Jahren erlaubt wird. Es gebe Bedenken, dass damit gegen die Standards des auch von Bolivien ratifizierten ILO-Abkommens verstoßen werde, sagte ein Sprecher der UN-Organisation am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die ILO-Konvention sieht ein generelles Mindestalter von 15 Jahren für Kinderarbeit vor, für Entwicklungsländer gilt eine Sonderregelung, die die Untergrenze bei 14 Jahren setzt.

Das bolivianische Parlament hatte vergangene Woche einstimmig ein Gesetz verabschiedet, das neuerdings Ausnahmen vom offiziellen Mindestarbeitsalter von 14 Jahren erlaubt. Sind die Freiwilligkeit des Kindes sowie die Zustimmung der Eltern und eines Ombudsmannes gegeben, dürfen sich Kinder sogar schon ab zehn Jahren verdingen und Zwölfjährige auch angestellt werden. Die vorherige Regelung stand in der Kritik, weil vielen Kindern wegen der weit verbreiteten Armut kaum eine andere Wahl bleibt, als früh zum Familieneinkommen beizutragen.

Abweichend von der generellen Norm erlaubt die ILO leichte Formen von Kinderarbeit zwischen 13 und 15 Jahren, sofern die Gesundheit der Heranwachsenden und ihre schulische Ausbildung dadurch nicht gefährdet werden. Für Entwicklungsländer gilt in diesem Fall eine optionale Grenze von 12 bis 14 Jahren.