Agenturmeldung Nachrichten

Deutschland schließt Rohstoffabkommen mit Peru

Deutschland und Peru haben ein Abkommen geschlossen, dass eine engere Zusammenarbeit im Rohstoffsektor, der Industrie sowie der Technologie vorsieht.

Berlin (afp) – Deutschland und Peru haben ein Abkommen geschlossen, dass eine engere Zusammenarbeit im Rohstoffsektor, der Industrie sowie der Technologie vorsieht. Die Vereinbarung wurde am Montag beim Besuch des peruanischen Außenministers Gonzalo Gutiérrez Reinel in Berlin unterzeichnet, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Die Zusammenarbeit biete „Chancen für die nachhaltige Rohstoffsicherung Deutschlands“, erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Zu dem Abkommen gehörten aber auch „die Einhaltung von Menschenrechten, der Schutz der indigenen Bevölkerung und die Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialstandards“.

Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch kritisierte das Abkommen. Die darin vereinbarten Mechanismen seien „zu vage, um Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden“. Zudem werde „die Realität in Peru“ ignoriert, wo selbst viele gesetzliche Schutzmechanismen nicht umgesetzt würden. Zuletzt habe es in dem Land bei der Durchsetzung von Menschenrechten und Umweltschutz „deutliche Rückschritte“ gegeben.

Das katholische Hilfswerk Misereor erklärte, es sei „eine Verschärfung der sozialen Konflikte rund um Bergbauprojekte sowie eine Zunahme der gefährlichen Abhängigkeit Perus vom globalen Rohstoffhandel“ zu befürchten. Die Bergbauindustrie in dem Land belaste die Umwelt schwer und gefährde die Gesundheit von Menschen und Tieren. Gegen friedliche Proteste greife die Polizei hart durch, mehrfach habe es dabei Tote und Verletzte gegeben. Auch die Amnesty International beklagte, beim Rohstoffabbau in Peru würden „zahlreiche Menschenrechte verletzt“. Beide Organisationen forderten die Bundesregierung auf, dieses Thema im Blick zu halten und auf die Einhaltung internationaler Standards zu achten.

Peru ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums eines der rohstoffreichsten Länder Südamerikas. Bei metallischen Rohstoffen wie Silber und Kupfer gehöre das Land zu den führenden Produzenten. Der Bergbau mache rund 15 Prozent der Wirtschaftsleistung und mehr als die Hälfte der Exporterlöse aus.

Das Abkommen >> als PDF im Internet

Hinterlassen Sie einen Kommentar