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Nutzen statt besitzen – Zukunftstrend Shared Mobility

Das Auto, Liebling der Deutschen, wird in Zukunft seltener in einer monogamen Beziehung zu seinem Besitzer sein. Die Welt der „Shared Mobility“, in der Fahrzeuge geteilt und Mobilitätsangebote gemeinsam genutzt werden, wird in den kommenden Jahren signifikant steigende Umsätze und Kundenzahlen verbuchen. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat in einer Studie untersucht „Wie Unternehmen neue Spielregeln für den Personenverkehr etablieren“.

München (csr-news) > Das Auto, Liebling der Deutschen, wird in Zukunft seltener in einer monogamen Beziehung zu seinem Besitzer sein. Die Welt der „Shared Mobility“, in der Fahrzeuge geteilt und Mobilitätsangebote gemeinsam genutzt werden, wird in den kommenden Jahren signifikant steigende Umsätze und Kundenzahlen verbuchen. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat in einer Studie untersucht „Wie Unternehmen neue Spielregeln für den Personenverkehr etablieren“.

Nutzen statt besitzen – dieser Verhaltenswandel bei Konsumenten wird den Personenverkehr in Zukunft stark ändern. Die Roland Berger-Experten gehen in den neuen Geschäftsbereichen rund um Autos, Fahrräder, Mitfahrgelegenheiten und Parkplatzdiensten von jährlichen Wachstumsraten von bis zu 35 Prozent aus. Dies ist ein Ergebnis der neuen Marktstudie „Shared Mobility – Wie Unternehmen neue Spielregeln für den Personenverkehr etablieren“. „Der Mobilitätssektor gehört zu den am schnellsten wachsenden Bereichen dieser neuen Art von Ökonomie“, erklärt Roland Berger-Partner Tobias Schönberg: „Denn dank der intelligenten Verknüpfung von Mobilitätsangeboten wird der Trend zur Shared Mobility in den Großstädten weltweit stark zunehmen.“ Die derzeit vor allem in Großstädten zu beobachtende Ausbreitung von Car-Sharing-Systemen und Anbietern ist nach Einschätzung der Berater erst der Anfang. Als deutliches Zeichen für diese Marktentwicklung sehen sie die zunehmende Anzahl der Akteure in diesem Segment. Neben innovativen Start-ups drängen immer mehr etablierte Unternehmen wie Automobilhersteller, Transport- und Logistikfirmen sowie Fluggesellschaften auf diesen Markt.

Es ist eine neue Konsumkultur, die diese Entwicklung treibt. Immer mehr Verbraucher wollen ein Produkt oft nicht mehr besitzen, sondern nur noch nutzen. Auch die Ressourcenknappheit in den Ballungszentren ist ein weiterer Megatrend, der alternativen Mobilitätskonzepten den Weg ebnet. Gleichzeitig steigt durch die demografische Entwicklung die Anzahl älterer Menschen, die individuelle und günstige Bring- und Holdienste in Anspruch nehmen. Von zentraler Bedeutung ist allerdings auch die zunehmende Digitalisierung, denn dadurch entstehen neue Möglichkeiten, Produkte und Prozesse online miteinander zu vernetzen. „Die Shared Mobility wird sich in Zukunft schnell weiterentwickeln, weil Informations-, Buchungs- und Bezahlprozesse über das Netz noch schneller und einfacher werden“, erklärt Roland Berger-Stratege Christian Freese. „Die Verknüpfung aller Angebote zu einer Mobilitätskette lässt sich so immer leichter organisieren.“ Unternehmen, die sich in diesem Segment etablieren wollen, rät die Studie vor allem auf die besonderen Anforderungen des Marktes zu achten und durch intelligente Nutzung von Kundendaten sofort auf veränderte Kundenwünsche reagieren zu können. Unternehmen, die sich aber in diesem neuen Mobilitätssegment erfolgreich etablieren wollen, sollten jedoch auf die besonderen Anforderungen des Marktes achten. So fassen die Roland Berger-Strategen in ihrer Studie zehn wichtige Managementregeln zusammen. So sollten Mobilitätsdienstleister auf ein dichtes Netz von Fahrzeugen und Stationen setzen und das eigene Unternehmen als vertraute Organisation etablieren. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei auch die modernen Technologien und Applikationen: „Darauf sollten Unternehmen setzen, um den Nutzern den größten Komfort bei ihren Lösungen zu bieten“, sagt Christian Freese. „Denn die Shared Mobility lebt von einfachen und flexiblen Dienstleistungen und von fairen und transparenten Preisen.“

Roland Berger

 

Für vier Wachstumsfelder haben die Autoren ihre Erwartungen formuliert.

Carsharing: Dieser Markt wird bis 2020 voraussichtlich um 30 Prozent jährlich wachsen – auf 5,6 Milliarden Euro Umsatz weltweit. Zu diesem Bereich zählen die Autoren B-to-B-Angebote wie das Flottenmanagement, die Autovermietung aber auch den sogenannten Peer-to-Peer-Bereich, also die Ausleihe von Privatpersonen untereinander.

Ridesharing: Der Markt für organisiertes Mitfahren und Taxidienste auf kurzen und mittleren Strecken wird am stärksten zulegen – um rund 35 Prozent jährlich. Bis 2020 dürfte das weltweite Marktvolumen rund 5,2 Milliarden Euro betragen. Vor allem das Ridesharing mit privaten Fahrern wird im städtischen Bereich deutlich zunehmen.

Bikesharing: In vielen europäischen und amerikanischen Städten etabliert sich gerade das Fahrrad als das innerstädtische Verkehrsmittel schlechthin. Der flächendeckende Einsatz von E-Bikes sorgt für einen weiteren Wachstumsschub, weil sich dadurch neue Kundenschichten erschließen lassen. So wird der weltweite Markt für den Fahrradverleih bis 2020 um rund 20 Prozent jährlich weiterwachsen – auf bis zu 5,3 Milliarden Euro.

Shared Parking: Die Parkplatzsuche in Großstädten ist eine der größten Hürden für Autofahrer. Durch die mobile Kommunikation und die Einbeziehung von privaten Stellplätzen öffnet sich daher ein neuer, attraktiver Markt. Dieser wird voraussichtlich um 25 Prozent jährlich wachsen, und bis 2020 ein Geschäftsvolumen von rund 2 Milliarden Euro erreichen.

Die Studie „Shared Mobility – Wie Unternehmen neue Spielregeln für den Personenverkehr etablieren“ zum Download.

 

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