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Für die Wissenschaft durch den Rhein schwimmen: Chemie-Professor will rund 1200 Kilometer zurücklegen

Mehr als 1200 Kilometer im Wasser liegen vor Andreas Fath, wenn er am kommenden Montag in einen kalten Schweizer Bergsee steigt: Denn der Chemie-Professor will in einem knappen Monat durch den kompletten Rhein schwimmen, vom Tomasee im Schweizer Kanton Graubünden bis zum Rotterdamer Stadtteil Hoek van Holland. Während seiner langen Reise im Rhein will er zugleich Wasserproben nehmen. Das „Rheines Wasser“ getaufte Vorhaben ist nämlich nicht nur eine gewaltige sportliche Herausforderung, sondern auch ein ambitioniertes wissenschaftliches Projekt.

Frankfurt/Main (afp) – Mehr als 1200 Kilometer im Wasser liegen vor Andreas Fath, wenn er am kommenden Montag in einen kalten Schweizer Bergsee steigt: Denn der Chemie-Professor will in einem knappen Monat durch den kompletten Rhein schwimmen, vom Tomasee im Schweizer Kanton Graubünden bis zum Rotterdamer Stadtteil Hoek van Holland. Während seiner langen Reise im Rhein will er zugleich Wasserproben nehmen. Das „Rheines Wasser“ getaufte Vorhaben ist nämlich nicht nur eine gewaltige sportliche Herausforderung, sondern auch ein ambitioniertes wissenschaftliches Projekt.

Von Carsten Hauptmeier

„Ich kann kaum erwarten, dass es losgeht“, sagte der 49-jährige Fath wenige Tage vor dem Start der Nachrichtenagentur AFP. Seit mehr als einem Jahr bereitet sich der Wissenschaftler der Hochschule Furtwangen darauf vor, in 25 Etappen durch den Rhein zu schwimmen. 1231 Flusskilometer ist seine außergewöhnliche Reise lang. Er wird durch den Bodensee schwimmen, bei Kilometer 555 den Loreleyfelsen erreichen, die Rhein-Metropolen Düsseldorf und Köln passieren und nach seinen Schwimmplan am 24. August bei Rotterdam die Mündung des Rheins in die Nordsee erreichen.

Während seiner Etappen will Fath Wasserproben nehmen. „Wir wollen zeigen, was sich alles im Rhein befindet“, sagt der Chemie-Professor. Danach gehe es um die Frage, wie die verschiedenen Stoffe in den Fluss kämen und wie verhindert werden könne, dass sie überhaupt ins Wasser gelangten. „Schadstoffe sollten schließlich möglichst dort abgebaut werden, wo sie anfallen“, sagt Fath.

Mit seinem ungewöhnlichen wissenschaftlichen Experiment will er seine Forschung an der Hochschule Furtwangen voranbringen – und möglichst noch ein mehr als 100.000 Euro teures Analysegerät für sein Labor anschaffen. Denn auf die Idee, durch den Rhein zu schwimmen, kam er, als er Fördergelder zur Anschaffung dieses Geräts nicht bekam. Er wolle nun mit seiner Aktion auch die Öffentlichkeit erreichen, um so Geld einzuwerben, sagt Fath.

Dafür hat der Chemie-Professor sein Vorhaben zusammen mit einem großen Team bis ins Detail vorbereitet. Auf der Tour wird er von bis zu 20 Unterstützern begleitet. Und Fath vermarktet sich und seine Idee auch professionell. Mehrere Unternehmen unterstützen seine außergewöhnliche Schwimmtour. Auf einer eigenen Website www.rheines-wasser.eu werden alle 25 Etappen genau beschrieben sowie Fath als Wissenschaftler und als Schwimmer vorgestellt.

Seit seinem achten Lebensjahr schwimmt Fath. Seither sei er fast jeden Tag im Wasser, erzählt der 49-Jährige. „Da erhole ich mich, da bin ich schwerelos und in einer eigenen Welt unterwegs. Da schalte ich einfach wunderbar ab“, beschreibt er seine Gefühle. Auch seine Frau und seine drei Söhne teilen die Leidenschaft für das Schwimmen.

Nicht erst seit seinem geplanten Rhein-Abenteuer hat Fath eine Faible für lange Strecken. So sei er im Jahr 2008 allein durch den Zürichsee geschwommen und habe dabei für 27 Kilometer sechs Stunden und 17 Minuten gebraucht. Das bedeute noch immer den Rekord bei den über 40-Jährigen. Damals habe er gemerkt, „dass man im Wasser reisen kann“, erinnert sich Fath.

Trotz seiner langjährigen Erfahrung hat er aber Respekt vor dem Rhein: „Der Vorderrhein mit vielen Felsen im Wasser bereitet mir Kopfzerbrechen. Der Bodensee ist mit einer Strecke von 40 Kilometern eine sportliche Herausforderung.“ Außerdem lasse sich nicht vorhersehen, „wie das Wetter sein wird oder ob sich im Rhein ein Tanker querstellt“. Doch Fath ist offensichtlich zuversichtlich – für Mitte November plant er bereits, erste Ergebnisse seiner Rhein-Reise auf einem Symposium vorzustellen.

Weitere Informationen im Internet:
www.rheines-wasser.eu

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