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Führungsgrundsätze zur Bekämpfung von Korruption

In zahlreichen Ländern, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern, sind auch kleinere und mittlere Unternehmen regelmäßig mit der Problematik der Korruption konfrontiert. Wirksamer Schutz dagegen – meist Fehlanzeige. Transparency International hat nun einen Leitfaden veröffentlich, mit dem KMUs, ein ihrer Größe entsprechendes und auf ihre Ressourcen zugeschnittenes Antikorruptionsprogramm entwickeln können.

Berlin (csr-news) > In zahlreichen Ländern, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern, sind auch kleinere und mittlere Unternehmen regelmäßig mit der Problematik der Korruption konfrontiert. Wirksamer Schutz dagegen – meist Fehlanzeige. Transparency International hat nun einen Leitfaden veröffentlich, mit dem KMUs, ein ihrer Größe entsprechendes und auf ihre Ressourcen zugeschnittenes Antikorruptionsprogramm entwickeln können.

Den guten Rufen erhalten, dass wollen sicher alle Unternehmer, ebenso wie die Risiken durch ihre Geschäftstätigkeit minimieren. Dies sind Bestandteile einer guten Geschäftsphilosophie und dazu gehört auch die Korruptionsbekämpfung. „Schließlich sind die Schäden durch Korruption groß: Marktmechanismen werden außer Kraft gesetzt, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft leiden, es drohen u.a. Imageverlust, Strafverfolgung, Geldbußen sowie Ausschluss bei Vergabeverfahren, Fördermaßnahmen und Genehmigungen“, heißt es dazu im Leitfaden „Führungsgrundsätze für kleine und mittlere Unternehmen zur Bekämpfung von Korruption“. Herausgegeben wird er von einer Organisation, die sich die Korruptionsbekämpfung auf die Fahne geschrieben hat – Transparency International. Korruption ist ein alltägliches Problem in der Geschäftswelt, vor allem dann, wenn internationale Geschäftsbeziehungen gepflegt werden. „Korruption kann so tief in der Geschäftskultur eines Landes oder einer Branche verwurzelt sein, dass sich ihre Bekämpfung vor allem für kleine Unternehmen als sehr schwierig erweist und kaum alleine angegangen werden kann“, heißt es dazu im Leitfaden. Zudem fordern immer mehr große Unternehmen von ihren Geschäftspartnern und Lieferanten angemessene Antikorruptionsmaßnahmen. Dabei ist es manchmal gar nicht so einfach zu erkennen, wann Korruption beginnt. Ein Umschlag, der übergeben wird und eine ordentliche Summe Geld enthält, spricht seine eigene Sprache, aber wie sieht es mit kleinen Geschenken oder Einladungen aus? Es gilt wie so oft, den Einzelfall zu betrachten. Die Einladung zum gemeinsamen Abendessen unter Geschäftspartner gilt noch als unproblematisch. Wenn dieses Essen aber in einem 5-Sterne-Hotel stattfindet, mit anschließender Übernachtung im gleichen Haus, womöglich noch mit dem Ehepartner, dann sind die Grenzen schnell erreicht oder sogar überschritten. Korruption kann sich aber auch hinter scheinbar gut gemeinten Aktionen verbergen. Etwa beim Sponsoring oder bei Charity-Aktionen, wenn damit zusätzliche Absichten oder Einflussnahmen beabsichtigt sind. In einem gänzlich illegalen Bereich bewegt man sich bei Schmiergeldzahlungen, und zwar in den meisten Ländern.

Der Leitfaden von Transparency International hilft kleinen und mittleren Unternehmen dabei, genau diese Stolperfallen zu erkennen und zeigt auf, wie Unternehmen wirksam gegen Korruption vorgehen können. Ein zentrales Instrument ist dabei ein Verhaltenskodex, der Regeln enthält, an denen sich alle Beschäftigten orientieren müssen. „Er sollte klarmachen, dass diese Regeln verbindlich sind, und dass bei Nichtbefolgung mit Sanktionen zu rechnen ist“, heißt es im Leitfaden. Das bedeutet aber auch klarzumachen, dass Mitarbeiter nicht bestraft werden, wenn ein Auftrag verloren geht, weil eben keine Bestechungsgelder bezahlt wurden. In der Praxis wird dies nicht immer einfach sein, deshalb empfehlen die Autoren auch die Benennung eines Beauftragten, einer Vertrauensperson, die bei Unklarheiten eine Regelung treffen kann. Aber Antikorruptionsmaßnahmen greifen nicht nur im Unternehmen, sondern beispielsweise auch in die Beziehungen zu Lieferanten. Dies kann sogar der wichtigste Teil wirksamer Maßnahmen sein, gleichzeitig aber auch einer der schwierigsten. „Unternehmen sollten Geschäftspartner, wie Vertreter, Agenten, Vermittler, Berater, Lieferanten und Kunden, sorgfältig auswählen und dabei kontrollieren, ob es sich um integre Unternehmen handelt, die eine gute Geschäftspraxis haben und möglichst über eigene Antikorruptionsprogramme verfügen“, lautet die Empfehlung dazu. Hat ein Unternehmen ein wirksames Antikorruptionspaket im Betrieb verankert, dann erhöht es damit beispielsweise sie Chancen, bei großen multinationalen Unternehmen als Lieferant gelistet zu werden und Zugang zu internationalen Märkten zu erhalten. Zudem wirken Unternehmen die sich zu ethischen Standards verpflichten auch als Arbeitgeber attraktiver und gegenüber Kreditgebern glaubwürdiger.

Download des vollständigen Leitfadens.

 

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