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Mindestlohn in Fleischbranche gilt ab August

Berlin (afp) – Die Beschäftigten der Fleischbranche erhalten ab August einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn. Das Kabinett billigte am Mittwoch eine vom Arbeitsministerium vorgelegte Verordnung, die erstmals eine Untergrenze bei der Bezahlung in der Fleischwirtschaft festlegt. Die Verordnung erklärt den Anfang des Jahres abgeschlossenen Mindestlohn-Tarifvertrag für alle Unternehmen und alle Beschäftigten allgemeinverbindlich, auch für aus dem Ausland entsandte Arbeitnehmer. Ursprünglich war ein Start bereits zum 1. Juli anvisiert worden.

Ab August erhalten nun die Beschäftigten der Fleischbranche damit einen Mindestlohn von 7,75 Euro pro Stunde. Ab Dezember erhöht sich der Satz auf 8,00 Euro. Ab Oktober 2015 gilt ein Mindestlohn von 8,60 Euro, ab Dezember 2016 erhöht er sich noch einmal auf 8,75 Euro pro Stunde.

Die Fleisch- und Schlachtbranche war wegen Dumpinglöhnen, Missbrauchs von Werkverträgen und schlechter Arbeitsbedingungen in Verruf gekommen. Im Januar einigten sich die Fleischwirtschaft und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) überraschend auf einen bundesweit einheitlichen Mindestlohn. Die nun vom Kabinett gebilligte Verordnung tritt nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum Monatswechsel in Kraft. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sprach von einem „guten Zeichen“. Mit „Hungerlöhnen“ sei in der Branche nun Schluss.

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