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US-Unternehmen wollen 14 Milliarden Dollar in Afrika investieren

Mit einem milliardenschweren Engagement will die US-Wirtschaft stärker auf dem boomenden afrikanischen Markt Fuß fassen. Beim USA-Afrika-Gipfel werde Präsident Barack Obama am Dienstag Investitionen von US-Unternehmen in Höhe von etwa 14 Milliarden Dollar (10 Milliarden Euro) ankündigen, teilte das Weiße Haus mit. Insbesondere soll in Energie-, Infrastruktur- und Gesundheitsprojekte investiert werden.

Washington (afp/csr-news) – Mit einem milliardenschweren Engagement will die US-Wirtschaft stärker auf dem boomenden afrikanischen Markt Fuß fassen. Beim USA-Afrika-Gipfel werde Präsident Barack Obama am Dienstag Investitionen von US-Unternehmen in Höhe von etwa 14 Milliarden Dollar (10 Milliarden Euro) ankündigen, teilte das Weiße Haus mit. Insbesondere soll in Energie-, Infrastruktur- und Gesundheitsprojekte investiert werden. Der zweite Tag des Gipfeltreffens mit Delegationen aus fast 50 afrikanischen Ländern stand ganz im Zeichen des Ausbaus der Handelsbeziehungen.

„Die Zeit, in Afrika Geschäfte zu machen, ist nicht in fünf Jahren. Die Zeit für Geschäfte ist jetzt“, sagte Obamas Wirtschaftsministerin Penny Pritzker beim US-afrikanischen Wirtschaftsforum, an dem neben Regierungsvertretern auch zahlreiche Topmanager von Unternehmen wie General Electric (GE), Coca-Cola und Walmart teilnahmen.

Dem Weißen Haus zufolge betreffen die geplanten Investitionen eine Reihe von Branchen, darunter das Baugewerbe, erneuerbare Energien sowie der Finanz- und IT-Sektor. Der US-Energieriese GE hatte bereits am Montag am Rande des Gipfels angekündigt, insgesamt zwei Milliarden Dollar bis zum Jahr 2018 in Afrika investieren zu wollen.

Der US-Wirtschaftsverband Corporate Council on Africa forderte, dass sich Spitzenmanager von US-Unternehmen persönlich stärker um das Geschäft auf dem Kontinent kümmern müssten. „Damit Amerika langfristig mit China und anderen konkurrieren kann, braucht es Partnerschaften“, sagte der Verbandschef Stephen Hayes.

Die afrikanische Wirtschaft verzeichnet seit Jahren ein kräftiges Wachstum, für 2014 sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Anstieg in Afrika südlich der Sahara um 5,4 Prozent voraus. Während die Europäische Union und China die afrikanischen Boomstaaten umgarnen, hinken die USA bei den Handelsbeziehungen mit dem Kontinent deutlich hinterher. Nun will Washington eine Aufholjagd starten: US-Außenminister John Kerry hatte erklärt, Afrika könne „der Handelsplatz der Zukunft“ sein.

Der am Montag begonnene USA-Afrika-Gipfel ist das größte Treffen dieser Art, das bislang in den Vereinigten Staaten stattgefunden hat. Zum Auftakt fanden eine Reihe von Diskussionsforen statt, die Themenpalette reichte von Nahrungsmittelsicherheit in Zeiten des Klimawandels über die Gesundheitspolitik bis zum Kampf gegen die Wilderei.

Nach dem US-afrikanischen Wirtschaftsforum am Dienstag lädt Obama die afrikanischen Staats- und Regierungschefs zu einem Abendessen ins Weiße Haus ein. Am Mittwoch berät der Präsident dann beim eigentlichen Gipfeltreffen mit seinen Gästen in drei Arbeitssitzungen über die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit, Sicherheitsfragen wie den Kampf gegen den Terrorismus sowie gute Regierungsführung.

Kritiker werfen der US-Regierung vor, bei dem Gipfel Menschenrechtsfragen hinter die Wirtschaftsinteressen zurückzustellen. Kerry brachte das Thema am Montag vor Vertretern der Zivilgesellschaft immerhin kurz zur Sprache. „Eine starke Zivilgesellschaft, Respekt für die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte – das sind nicht nur amerikanische Werte, das sind universelle Werte“, sagte er. Dabei versprach er den Einsatz der USA für die Pressefreiheit und die Rechte von Homosexuellen in Afrika.

Foto: Eine Mittelklasse-Wohngegend in Nairobi, Kenia

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