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Lean & Green Management Award: Auszeichnung für bestes Ressourcenmanagement

Ein effizienter Umgang mit Ressourcen ist längst zum Managementthema und auch Wettbewerbsfaktor geworden. Der „Lean & Green Management Award“ hat sich genau diesem Thema verschrieben und sucht die Unternehmen, die den Ansatz „schlank und grün“ am besten umsetzen. 39 Unternehmen haben an der diesjährigen Ausschreibung teilgenommen, jetzt stehen die sechs Finalisten fest.

Starnberg (csr-news) > Ein effizienter Umgang mit Ressourcen ist längst zum Managementthema und auch Wettbewerbsfaktor geworden. Der „Lean & Green Management Award“ hat sich genau diesem Thema verschrieben und sucht die Unternehmen, die den Ansatz „schlank und grün“ am besten umsetzen. 39 Unternehmen haben an der diesjährigen Ausschreibung teilgenommen, jetzt stehen die sechs Finalisten fest.

Unter Lean & Green Management ist der effiziente Einsatz von Energie, Wasser, Rohstoffen und Materialien zu verstehen, aber auch der intelligente Einsatz von Mitarbeitern. Dadurch werden nicht nur Kosteneinsparungen ermöglicht, manchmal entstehen auch neue Geschäftsmodelle. Ziel ist, Ressourceneffizienz nachhaltig in Management- und Produktionssysteme zu integrieren, damit diese im gesamten Unternehmen Teil der täglichen Arbeit wird. Sechs Unternehmen gelingt dies besonders gut. Das ist das Ergebnis des „Lean & Green Management Awards“ und der begleitenden Studie. Bei der diesjährigen Benchmark-Studie stand die Integration von Ressourceneffizienz in Management- und Produktionssysteme im Fokus, „also die ganzheitliche Betrachtung aller Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungskette“, so Marcel Hofer, Director Lean & Green bei der Starnberger Unternehmensberatung. „Eine Führungsaufgabe“, betont er. Die Strategien und Ansätze der erfolgreichen Unternehmen sind unterschiedlich, sie eint jedoch allesamt „die Gabe, die Mitarbeiter auf allen Ebenen für das Thema zu sensibilisieren, zu begeistern und auch zu befähigen“, erklärt Hofer. Die Unternehmensführung bringe sich engagiert ein, Green werde als persönliches Anliegen vorgelebt. Allen Award-Gewinnern bescheinigt Hofer zudem „eine ausgesprochen offene und konstruktive Problemlösungskultur über alle Ebenen hinweg und auch zwischen den Bereichen.“

Im ersten Schritt gaben die Teilnehmer anhand eines detaillierten Fragebogens eine Selbsteinschätzung ab und stellten ihre erfolgreichsten Ansätze vor. In der Evaluierungsphase besuchten die Lean- & Green-Experten 20 Standorte von Best-Performern und gaben dabei direkt auch ein erstes individuelles Feedback. Die Preisträger ermittelte schließlich eine unabhängige Jury aus Wissenschaft, Beratung und Fachmedien. Dabei ging es um Fragen wie die, was die ressourceneffizientesten Unternehmen anders machen, welche Methoden wirksam sind oder wie Mitarbeiter und Führungskräfte entsprechend motiviert werden können. „Ressourceneffizienz ist heute schon ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, dessen Bedeutung noch zunehmen wird – als zusätzliches Verkaufsargument und zur Steigerung der Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber“, erläutert Hofer. Er verweist auf das große Kostenpotenzial, das bei konsequenter Verfolgung einer Lean- & Green-Strategie gehoben werden kann: „Im Durchschnitt konnten die Teilnehmer beispielsweise den Energieverbrauch um 3,5 Prozent jährlich senken. Best-Performer erzielen sogar zweistellige Werte“. Es gelte, Verschwendung beharrlich zu vermeiden, und zwar beim Verbrauch von Energie, Umweltressourcen sowie von Material.“ Diesem Ziel folge auch „Lean Production“: Optimierung der Produktivität und Verringerung von Durchlaufzeiten durch Minimierung der Verschwendung sowie Steigerung der Produktqualität durch schlanke, stabile und trotzdem flexible Fertigungsprozesse.

Die Preisträger:

BMW Leipzig

In der sächsischen Stadt fertigt BMW mit rund 4.000 Mitarbeitern die Modellreihen 1er, 2er und X1 sowie das Elektroauto i3 und den Hybrid-Sportwagen i8. Als Stärken überzeugten die Jury vor allem die „sehr überzeugende Begeisterung und das Engagement über alle Ebenen, die innovativen Strategien voranzutreiben, sowie das außergewöhnlich hohe und glaubwürdige Engagement der Führungsmannschaft bezüglich Green.“ So wird im Werk Leipzig „Verbesserungs-Kata“ als eine neue Form von „Führungskultur“ umgesetzt, die Aspekte wie Coaching und Vermittlung von Problemlösungskompetenz in den Fokus stellt. Zudem wurde im Rahmen des „project i“, verantwortlich für die E-Fahrzeuge i3 und i8, konsequent auf eine ressourcenschonende Produktion schon während der Entwicklungsphase geachtet. Resultat ist eine völlig neue Art der Automobilfertigung. Zum ganzheitlichen Konzept zählen auch vier Windräder auf dem Werksgelände, die jährlich 26 GWh Strom produzieren – mehr als die E-Auto-Produktion benötigt.

Bühler Motor GmbH, Monheim

Überall wo es gilt, etwas auf engstem Bauraum zu bewegen oder zu positionieren, wo Flüssigkeiten umgewälzt oder Druck auf- und abgebaut werden muss, ist die Bühler Motor GmbH zuhause. Im Stammwerk Monheim fertigen rund 430 Mitarbeiter mechatronische Antriebslösungen, wie Gleichstrommotoren, Getriebemotoren und Pumpen. „Ressourceneffizienz ist als zukünftiges Geschäftsfeld erkannt und klarer Teil der Standortstrategie“, die Lean & Green-Experten würdigten darüber hinaus vor allem flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege, Auditsysteme, die Lean & Green-Aspekte verknüpfen, sowie hohe Lean- und Logistikkompetenz mit durchgängiger Nutzung der Wertstrommethodik und des Pull-Prinzips.

AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, Leoben

Die AT&S ist Europas größter Leiterplattenhersteller in den Geschäftsfeldern Mobile Devices (u.a. Smartphones, Tablets, Digitalkameras), Automotive, Aviation, Industrial Electronics (u.a. Mess- und Steuerungstechnik,) und im Gesundheitswesen (u.a. Diagnose, Therapieanwendungen und Patientenüberwachung)tätig. 7.300 Mitarbeiter beschäftigt die AT&S-Gruppe weltweit, 1.200 davon in Österreich. Die Lean & Green-Jury hob besonders die Datentransparenz und die offene Kommunikationskultur im Unternehmen, das sich dem Green-Gedanken schon länger verschrieben hat, hervor. Nachhaltigkeit sei als Ziel für alle Mitarbeiter verankert. Auch die Lieferanten werden in die Verbesserungsprozesse eingebunden. Dies sei ein „fruchtbarer Boden“ für die weitere Entwicklung der Green-Kompetenz.

Rational AG, Landsberg

Rational fertigt Groß- und Industrieküchengeräte zur thermischen Speisenzubereitung. Rund 1.350 Mitarbeiter zählt das 1973 gegründete Unternehmen. Es ist mit 19 internationalen Vertriebsgesellschaften weltweit präsent. „Beeindruckende Green-Erfolge bei den Verbrauchswerten Energie, Wasser, Abfall und Abwasser“, attestieren die Lean & Green-Berater dem Unternehmen, dass seinen eigenen Weg definiert habe und diesen nun konsequent umsetze. Eine sehr konsequente Kundenorientierung in Verbindung mit dem unternehmerisch handelnden Mitarbeiter sind bei Rational zentral, Ergonomie sei als klarer Fokus definiert und eine umweltfreundliche Fertigung eine fixe Zielsetzung in der Produktions-Leitlinie.

elobau, Leutkirch

Rund 650 Mitarbeiter zählt das inhabergeführte Familienunternehmen elobau im Allgäu, das 1972 gegründet wurde und sich als Spezialist für berührungslose Sensortechnik, Bedienelemente (z.B. für Schalter, Taster, messende Sensorik) und kundenspezifische Lösungen einen Namen gemacht hat. Über 10.000 Produktvarianten werden jährlich gefertigt. elobau erhielt die höchste Green-Bewertung aller Studienteilnehmer. Das Unternehmen nutzt regenerative Energiequellen, zum Beispiel Sonnenenergie und Erdwärme. Eine Biogasheizung erzeugt zu 100 Prozent Grünstrom für Fertigung und Büros. Im Rahmen der 2009 gestarteten Initiative „elobau goes green“ wird Ressourceneffizienz „aus unternehmerischer Verantwortung heraus betrieben und sogar die Geschäftspartner dazu „erzogen“. Echte CO2-Neutralität ist heute schon Realität bei elobau“, würdigte die Jury.

Fiat Chrysler Automobiles, Pomigliano D’Arco

Fiat unterhält in Italien sechs Werke mit insgesamt 24.000 Beschäftigten. Eines davon steht in Pomigliano D’Arco, einer Kleinstadt nordöstlich von Neapel. Dort wird der Fiat Panda gefertigt. Die Lean & Green-Experten staunten bei ihrem Besuch vor Ort: „Lean im besten Sinne! Das Werk erreicht mit minimalen Mitteln das Maximale.“ Das Spannungsfeld zwischen extremen Kostenbewusstsein und Einbeziehung aller Mitarbeiter werde in Pomigliano exzellent aufgelöst, „der Betriebsrat unterstützt aktiv“, so die Jury, die dem ehemaligen Alfa-Romeo-Werk den „Sonderpreis Lean“ zusprach. Auch Green-Aspekte würden durch konsequente Integration in das Produktionssystem permanent vorangetrieben.

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