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Change-Projekte nur selten von Erfolg gekrönt

Eltville-Erbach (csr-news) > Digitaler Wandel, Globalisierung, demographische Entwicklung – die Liste der Veränderungen, die die Geschäftsprozesse beeinflussen, ist lang; gleichzeitig sind Unternehmen im Umgang mit ihnen noch unsicher: 96 Prozent der Unternehmen waren in der Vergangenheit von Veränderungsprozessen betroffen, während lediglich 19 Prozent der Unternehmen ihre Change-Prozesse als erfolgreich bewerten. Das ergab die aktuelle Change-Fitness-Studie 2014, die in Kooperation zwischen der Mutaree GmbH und Frau Prof. Sackmann vom Institut für Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen der Universität der Bundeswehr München erhoben wurde. Für die Studie haben die Experten für Veränderungsmanagement 345 Mitarbeiter aus Unternehmen verschiedener Branchen und unterschiedlicher Größe zu dem Status Quo ihrer Veränderungsfähigkeit und -bereitschaft befragt. „Die Finanz- und Wirtschaftskrisen haben uns drastisch vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich schnell an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Der Wille und die Kompetenz sich zu verändern sind zu Erfolgsfaktoren für Unternehmen geworden und die ‚Lernende Organisation‘, die sich stetig weiterentwickelt, zu einem strategischen Ziel geworden“, sagt Claudia Schmidt, Change-Expertin und Geschäftsführerin der Mutaree GmbH. Für viele Unternehmen ist Change mittlerweile zum „daily business“ geworden. Doch obwohl häufig eine Veränderung auf die nächste folgt oder mehrere Veränderungsprojekte gleichzeitig laufen, führen allerdings nur wenige diese Prozesse strukturiert durch: Lediglich 28 Prozent der Studienteilnehmer steuern Veränderungen durch einen klar definierten Prozess. Diese Einschätzung hat sich über die Studien der letzten Jahre stabil gehalten. Im Jahr 2010 war das Thema Change ebenfalls bei 28 Prozent der Unternehmen institutionalisiert, während in 2012 32 Prozent der Studienteilnehmer Veränderungen durch einen klar definierten Prozess gesteuert haben. „Um schnell auf Veränderungen reagieren zu können, ist ein Frühwarnsystem behilflich. Denn dadurch sind Unternehmen in der Lage, zu agieren anstatt zu reagieren und den gesamten Prozess zu strukturieren. Auf diese Weise holen sie den größtmöglichen wirtschaftlichen Nutzen aus einem Change“, sagt Claudia Schmidt. Obwohl viele Unternehmen bereits ein Change Management betreiben, sind sie in der konkreten Umsetzung noch deutlich zurückhaltender: Lediglich 38 Prozent der Studienteilnehmer planen mit den Betroffenen im Veränderungsprozess eine regelmäßige Kommunikation. Gleichzeitig befähigen nur knapp ein Drittel der befragten Unternehmen ihre Mitarbeiter, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Im Zeitverlauf der letzten Studien sind die Investitionen in regelmäßige Kommunikation und in die Befähigung der Mitarbeiter zurückgegangen: Im Jahr 2010 haben noch die Hälfte der Unternehmen großen Wert auf einen regelmäßigen Austausch mit ihren Mitarbeitern gelegt, während 41 Prozent der Studienteilnehmer in den Wissensaufbau ihrer Mitarbeiter investiert haben. Um ein Change-Projekt erfolgreich durchzuführen, fokussieren sich Unternehmen hauptsächlich auf drei Methoden: Kommunikation, Strukturierung und Beteiligung. 23 Prozent der Studienteilnehmer erzeugen durch den Dialog mit ihren Mitarbeitern Veränderungsbereitschaft. Ein Fünftel der Befragten setzen auf einen strukturierten Ablauf der Veränderung und 14 Prozent steigern die Motivation ihrer Mitarbeiter, indem sie diese im Prozess involvieren. Für einen erfolgreichen Change ist es wichtig, die Mitarbeiter von Anfang an in den Prozess einzubeziehen und kontinuierlich zu informieren. Auf diese Weise lassen sich Veränderungsvorhaben schneller und kostengünstiger und vor allem mit einer deutlich besseren Zielerreichung bewerkstelligen“, sagt Claudia Schmidt.