Nachrichten

CSRbriefly am Freitag

Hückeswagen (csr-news) – Heute mit den Themen: Wie wirkt Klimapolitik auf Privathaushalte in Großstädten?, Bundesliga-Vereine im „Öko-Check“, Responsible Care Preis der chemischen Industrie, Fünf Jahre „Get Airports Ready for Disaster“, Leitfaden: Grün. Gerecht. Gestalten, NABU kritisiert Kreuzfahrten durch Nordpolarmeer, Auszeichnung für nachhaltige und transparente Unternehmensführung, CO2-Preissturz: Rezession unschuldig und das Themenheft Nachhaltigkeit.

 

Wie wirkt Klimapolitik auf Privathaushalte in Großstädten?
Kommunen besitzen ein großes Potenzial das klimafreundliche Verhalten ihrer Bürger zu fördern. In ihrem Abschlussbericht des Teilprojektes „Klimawandel und Alltagshandeln: Wirkungspotenziale von klimapolitischen Instrumenten“ formulieren die beiden IÖW-Wissenschaftler Frieder Rubik und Michael Kreß Schlussfolgerungen und Empfehlungen für kommunale Akteure. Die Ergebnisse beruhen auf der Analyse von ausgewählten klimapolitischen Maßnahmen der Städte Frankfurt/Main und München auf Basis von über 80 Interviews, vier Gruppendiskussionen und einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung. Die Studie zeigt, dass das Engagement möglichst alltags- und praxisnah sein sollte. Sie zeigt aber auch, „dass Wissen alleine nicht automatisch zu einem klimaschonenden Handeln führt. Vielmehr wird deutlich, dass „ökologische Effekte am ehesten zu erwarten sind, wenn Bürger die Gelegenheit bekommen Klimaschutz auszuprobieren. Hier geht es zum Download.

Bundesliga-Vereine im „Öko-Check“
Zum fünften Mal hat die Redaktion des Greenpeace Magazins die Sponsoren der Bundesliga-Vereine einem „Öko-Check“ unterzogen. Aufsteiger Köln erobert mit seinem Hauptsponsor Rewe die Spitzenposition in der 1. Fußball-Bundesliga. In der Spitzengruppe rangieren auch Bayern München mit dem Trikotsponsor Deutsche Telekom, der sparsame Dienstwagen fördert, sowie Mainz 05, dessen Partner Entega überwiegend Ökostrom verkauft. Der 1. FC Köln setzt sich an die Tabellenspitze, weil sein Sponsor Rewe vollständig aus der Tierfütterung mit genmanipulierter Soja aussteigen will und sich damit vom Großteil seiner Konkurrenz abhebt. Schon jetzt verzichtet der Lebensmittelkonzern bei frischem Hähnchenfleisch und Eiern seiner Eigenmarken darauf. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hatte kürzlich beschlossen, wieder Gen-Soja ins Tierfutter mischen zu wollen. Aus dem gleichen Grund ist Werder Bremen erneut in die Abstiegszone gerutscht. Sein Hauptsponsor, das Geflügelunternehmen Wiesenhof, ist nicht nur zur Gen-Soja-Fütterung zurückgekehrt, sondern hält weiterhin die meisten seiner Hähnchen und Puten in Massentierhaltung so beengt, dass sich oft Krankheiten ausbreiten und Antibiotika ins Tränkewasser gemischt werden müssen. Den letzten Rang belegt wie im Vorjahr der FC Schalke 04, dessen russischer Hauptsponsor Gazprom unter anderem in der Kritik steht, weil er in der arktischen Petschorasee Öl fördert und damit unbeherrschbare Umweltkatastrophen riskiert.

Responsible Care Preis der chemischen Industrie
Die Unternehmen Boehringer Ingelheim Pharma, Biberach, und Michelin Reifenwerke, Karlsruhe, sind die Preisträger des Responsible Care Preises 2014 der chemischen Industrie in Baden-Württemberg. Sie wurden vom baden-württembergischen Verband der Chemischen Industrie für ihre Projekte zum Motto „Wir haben gute Ideen für den Dialog mit unseren Nachbarn“ ausgezeichnet. Dabei stand die offene und vor allen Dingen nachhaltige Kommunikation mit der Bevölkerung im Umfeld der Unternehmen im Vordergrund. Boehringer Ingelheim wurde für die Sonderausstellung „Ein Medikament entsteht“ ausgezeichnet, die mehr als 47.000 Besucher anlocken konnte. In der Ausstellung wurden die vielfältigen Aspekte der Erforschung und Entwicklung sowie der Produktion eines innovativen Medikamentes dargestellt. Die Gesprächsplattform „Michelin und der Bürgerverein Grünwinkel – verantwortungsvolle Nachbarn“ des Reifenherstellers Michelin hatte die Jury ebenfalls überzeugt. Im Rahmen dieses Projekts werden angenehme Themen wie das gemeinsame Feiern genauso besprochen wie kritische Themen zur möglichen Lärm- oder Schadstoffbelastung der Anwohner. So entstand auf Seiten der Nachbarschaft durch die offene und faire Gesprächskultur Verständnis und Vertrauen gegenüber dem Unternehmen und in der Folge eine deutlich höhere Akzeptanz.

Fünf Jahre „Get Airports Ready for Disaster“
Deutsche Post DHL und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) feiern ein Jubiläum: Seit fünf Jahren werden in dem gemeinsamen Präventionsprogramm „Get Airports Ready For Disaster“ (GARD) Flughäfen in katastrophenanfälligen Gebieten auf die Abwicklung umfangreicher Hilfsgüterlieferungen vorbereitet. Das GARD-Programm hat bis heute 25 Flughäfen auf die logistischen Herausforderungen im Krisenfall vorbereitet. Flughäfen sind Knotenpunkte im Falle von Naturkatastrophen und häufig der einzige Zugang für dringend benötigte Hilfssendungen, die schnell an die betroffenen Menschen im Land gelangen sollen. Aber auch das Passagieraufkommen steigt in Krisenfällen: Angehörige reisen in die Region, um ihre Familien zu unterstützen und Hilfsorganisationen senden Experten, die im Katastrophengebiet Hilfe vor Ort leisten. Wenn diese Abläufe nicht organisiert sind, kann es zu Engpässen kommen und im schlimmsten Fall die Verteilung der Hilfsgüter verhindern. Gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeiten Luftfrachtexperten von DHL und Vertreter der Vereinten Nationen in den mehrtägigen Workshops einen Krisenplan, der die Abwicklung der eintreffenden internationalen Hilfsgüter effizient gestaltet, auch wenn die Infrastruktur des Flughafens durch ein Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürme oder Tsunami stark beschädigt sein sollte. Weitere Informationen enthält die Website zum Projekt.

Leitfaden: Grün. Gerecht. Gestalten
Wie lassen sich Umweltschutz, soziale und gesellschaftliche Verantwortung und ökonomischer Erfolg im eigenen Unternehmen vereinbaren? Konkrete Antworten auf diese Frage liefert der Leitfaden „Grün. Gerecht. Gestalten“, der von LIFE e.V. und dem Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentrum WeiberWirtschaft eG veröffentlicht wurde. Er liefert Anregungen und praktische Tipps für Gründerinnen und Unternehmerinnen für die Handlungsfelder Umwelt, Soziales und gesellschaftliche Verantwortung. Hier geht es zum Download.

NABU kritisiert Kreuzfahrten durch Nordpolarmeer
Anlässlich der Kreuzfahrten durch die Nordost- und Nordwestpassage am 13. beziehungsweise 16. August 2014, kritisiert der NABU die Ausweitung dieses Tourismusangebots in das besonders sensible Ökosystem des Nordpolarmeeres. Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten schickt mit der „MS Hanseatic“ ein über 20 Jahre altes Schiff, dem es an jeglicher Abgastechnik fehlt, auf die Reise durchs ehemals ewige Eis. Wenige Tage später startet das britische Kreuzfahrtunternehmen Crystal Cruises durch die Nordwestpassage, der nördlichen Umrundung Amerikas. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Mit diesen Kreuzfahrten fällt eine der letzten Hürden, die Arktis auch in touristischer Hinsicht auszubeuten. Ausgerechnet in diesem hoch sensiblen Ökosystem setzt Hapag-Lloyd Kreuzfahrten ein technisch veraltetes Schiff ein. Damit werden die klimaschädlichen und giftigen Schiffsabgase genau dort ungefiltert in die Umwelt geblasen, wo sie den größten Schaden anrichten.“ Das Passieren dieser Routen für die kommerzielle Schifffahrt war erst vor Kurzem durch die immer geringere Ausdehnung des arktischen Packeises möglich geworden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein Reiseveranstalter mit der einmaligen Schönheit des Nordmeeres werbe, genau diese dann aber mit seinem Geschäftsmodell gefährde. NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten preist die Nordostpassage mit einem Kreuzfahrtschiff als ,große Pioniertat des 21. Jahrhunderts‘ an. Tatsächlich steht sie sinnbildlich für die Ignoranz der Branche vor dem Schutz hochsensibler Ökosysteme.“ Hinzu komme noch die stete Gefahr, die vom mitgeführten Kraftstoff an Bord der Schiffe ausgehe. Im Falle von Havarien wären Umweltkatastrophen gigantischen Ausmaßes in einer auch für Rettungskräfte nur schwer zugänglichen Region die Folge.

Auszeichnung für nachhaltige und transparente Unternehmensführung
Der FairKEP Award wird einmal jährlich vom Bundesverband der Kurier-, Express- und Postdienste vergeben. Teilnehmen können alle Unternehmen, die dem FairKEP Kodex des Verbands beigetreten sind und ein Audit durch einen unabhängigen Zertifizierer erfolgreich absolviert haben. In diesem Jahr hat die Jury aufgrund des sehr guten Auditergebnisses und der hohen Priorität der CSR-Themen im Unternehmen den FairKEP Award an PROSERV!CE verliehen. Der FairKEP Kodex wurde entwickelt, um Unternehmen der KEP Branche Leitlinien für eine nachhaltige und transparente Unternehmensführung in den Bereichen Markt, Arbeitsplatz, Umwelt und Gemeinwesen an die Hand zu geben. Die Leitlinien geben u. a. Handlungsempfehlungen zu den Themen faire und wertschätzende Partnerschaft mit kooperierenden Frachtführern und Mitarbeitern, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie umweltschonende Transporte. Weitere Informationen enthält die FairKEP-Website.

CO2-Preissturz: Rezession unschuldig
Die wirtschaftliche Rezession und der Ausbau Erneuerbarer Energien können gerade mal zehn Prozent des Preisrückgangs von CO2-Zertifikaten beim EU ETS erklären. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), die im Fachmagazin „Energy Policy“ veröffentlicht worden ist. Inwieweit die Unsicherheit über künftige politische Regulierung einen Anteil an den noch unerklärlichen 90 Prozent der Preisbildung hat, soll nun Gegenstand weiterer Forschung sein. Für den Artikel „Gründe für den Preisverfall beim EU ETS“ haben MCC-Researcher Nicolas Koch und seine Kollegen empirisch untersucht, welchen Einfluss verschiedenste Variablen wie Konjunkturdaten, fossile Brennstoffpreise und die Einspeisung Erneuerbarer Energien auf die CO2-Preisentwicklung im Zeitraum von Januar 2008 bis Oktober 2013 hatten. All diese Faktoren beeinflussten den Preis zu nur knapp zehn Prozent. „Die üblichen Verdächtigen wie etwa die Konjunktur oder die Erneuerbaren tragen kaum Verantwortung“, sagt Koch. „Stattdessen geben 90 Prozent der CO2-Preisbildung in Europa weiter Rätsel auf.“ Das EU ETS gilt als eines der wichtigsten Instrumente der europäischen Klimapolitik. Doch die MCC-Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der Reformen heiß diskutiert werden. Denn während 2005 zu Beginn der Einführung des Emissionshandelssystems der Preis für den Ausstoß einer Tonne CO2 noch bei gut 25 Euro pro Tonne lag, mussten Unternehmen Ende 2013 nicht einmal mehr fünf Euro dafür bezahlen. Die EU-Kommission hat daher mit ihren Klimaschutz- und Energiezielen bis zum Jahr 2030 einen Reformvorschlag für den CO2-Handel vorgelegt.

Themenheft Nachhaltigkeit
2014 endet die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Aus diesem Anlass hat sich die Bundeszentrale für politische Bildung in einem Themenheft der Nachhaltigkeit gewidmet. Die Autoren befassen sich mit der Begrifflichkeit und ihren Auswüchsen, mit dem Aspekt Nachhaltigkeit und politische Bildung, mit nachhaltiger Wassernutzung und weiteren Themen. Das Heft aus der Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ steht als PDF zum Download zur Verfügung, kann aber auch als Printversion bestellt werden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar