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Unterstützung durch Vorgesetzte – wichtig, aber oft unterschätzt

Dortmund (csr-news) > Unterstützen Vorgesetzte ihre Mitarbeiter, so wirkt sich das positiv auf deren Gesundheit aus. Dies verdeutlich das neunte Factsheet zur BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 mit dem Titel „Unterstützung durch Vorgesetzte – Dreifach wichtig, einfach unterschätzt„, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Gute Führung erweist sich dabei als Ressource, wenn die Arbeitsaufgaben wegen ihrer Menge oder anderer Probleme nicht bewältigt werden können. Doch laut Stressreport 2012 der BAuA hat Deutschland im europäischen Vergleich einen deutlichen Nachholbedarf, was die Unterstützung durch Vorgesetzte angeht. Die erfüllt drei wichtige Funktionen: Sie kann einerseits die Arbeitsbelastung der Beschäftigten verringern, indem Lösungswege aufgezeigt werden. Andererseits kann Unterstützung dem Auftreten von stressbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen entgegenwirken. Drittens kann allein das Bewusstsein, sich im Ernstfall auf einen Vorgesetzten verlassen zu können, eine „puffernde“ Wirkung auf Auftreten und Ausmaß von Stress haben.

Der Einfluss der Führungskraft auf die Arbeitsbelastung lässt sich am Beispiel des Termindrucks verdeutlichen. Während in der Gruppe derer, die häufig durch eine direkte Führungskraft unterstützt werden, 47 Prozent über häufigen Termindruck berichten, sind es in der Gruppe, die nie durch ihre Führungskräfte unterstützt wird, 59 Prozent. Die Unterstützung spiegelt sich auch in der eigenen gesundheitlichen Bewertung der Beschäftigten wider. Hier bezeichnet sich etwa jeder Dritte in der Gruppe, die gut durch ihre Führungskräfte unterstützt werden, als beschwerdefrei. Hingegen fühlt sich nur rund jeder siebte derjenigen beschwerdefrei, die nie Unterstützung durch ihren Chef erhalten. Unterstützung durch direkte Vorgesetzte kann also das Stressempfinden vermindern und Arbeitsbelastung „abpuffern“. Trotzdem können circa 40 Prozent der abhängig Beschäftigten nicht regelmäßig auf diese Hilfe und Unterstützung zurückgreifen. Dabei ist das Ausbleiben von Hilfestellungen häufig nicht dem fehlenden Willen geschuldet, sondern vielmehr dem mangelnden Bewusstsein für dessen Stellenwert. Das Factsheet plädiert daher dafür, dass Betriebe entsprechende Rahmenbedingungen für unterstützende Maßnahmen schaffen. Denn wenn es für Führungskräfte selbstverständlich ist, Hilfestellungen anzubieten, und Beschäftigte dazu angehalten werden, Probleme zu kommunizieren und Hilfsangebote zu erfragen, können alle nur profitieren.

Alle im Rahmen der Erwerbstätigenbefragung veröffentlichten Factsheets:

01: Zeitdruck & Co – Arbeitsbedingungen mit hohem Stresspotenzial
02: Hart im Nehmen? – Körperlich harte Arbeit nach wie vor aktuell
03: Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit
04: Arbeiten ohne Unterlass? – Ein Plädoyer für die Pause
05: Demografischer Wandel in der Arbeitswelt – Körperlich schwere Arbeit belastet Ältere stärker
06: Nach Feierabend in den Zweitjob!? – Mehrfachbeschäftigung abhängig Beschäftigter
07: Arbeiten, wenn Andere frei haben – Wochenendarbeit bei abhängig Beschäftigten
08: Restrukturierung in Unternehmen – „Risiken und Nebenwirkungen“
09: Unterstützung durch Vorgesetzte – Dreifach wichtig, einfach unterschätzt

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