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Bank of America zahlt Rekordsumme wegen dubioser Hypothekengeschäfte

New York (afp) > Wegen dubioser Geschäfte mit Immobilienkrediten vor der Finanzkrise zahlt die zweitgrößte Bank der USA, die Bank of America, eine Rekordstrafe. Sie akzeptierte eine Zahlung von knapp 17 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro), wie sie am Donnerstag mitteilte. Dies ist das höchste jemals von einer Bank gezahlte Bußgeld in den USA. Die US-Behörden werfen der Bank of America – wie auch einer Reihe anderer Banken – vor, schlecht abgesicherte Kredite einkommensschwacher Hausbesitzer zu Finanzprodukten gebündelt, mit einer guten Bonität versehen und die Käufer so hinters Licht geführt zu haben. Ab 2007 hatten in den USA immer mehr einkommensschwache Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen können, während die faulen Kredite zu Wertpapieren gebündelt und von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht wurden.

Nach dem Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 lösten diese CDO genannten Wertpapiere in einer Kettenreaktion eine weltweite Finanzkrise aus. In den USA mussten viele Menschen ihre Häuser zwangsversteigern oder blieben auf hohen Schulden sitzen, während die gekauften Immobilien deutlich an Wert verloren. Investoren büßten mit den CDO-Anlagen Milliardensummen ein. Die Bank of America und das Justizministerium hatten Monate über den Vergleich verhandelt. Das Geldhaus wollte Medienberichten zufolge zunächst viel weniger zahlen, nämlich 13 Milliarden Dollar. Mitte Juni standen die Verhandlungen deswegen schon kurz vor dem Scheitern. Die Bank of America, die 2008 den Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen hatte, musste wegen widerrechtlicher Zwangsräumungen und des Verkaufs fauler Immobilienkredite bislang schon mehr als 50 Milliarden Dollar Bußgelder zahlen. Die Strafen haben die Gewinne der Bank seit Beginn des Jahres aufgefressen.

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