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Politikrelevante Nachhaltigkeitsforschung – Bericht gibt Handlungsempfehlungen

Berlin (csr-news) > Gute Nachhaltigkeitsforschung ist möglich, wenn die Interessen und Erwartungen gesellschaftlicher und politischer Akteure systematisch in den Forschungsprozess integriert werden. Außerdem sollte die Anschlussfähigkeit an die Praxis sichergestellt sein. Zu diesen Ergebnissen kommt der Abschlussbericht des Projekts „Verbesserung der strategischen umweltpolitischen Beratung im Kontext des Leitbilds Nachhaltiger Entwicklung“. Im Rahmen des Projekts wurden Anforderungsprofile für eine politikrelevante Nachhaltigkeitsforschung erarbeitet. Es wurde im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts vom ISOE gemeinsam mit dem IÖW, dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin (FFU) und keep it balanced (kib) umgesetzt. Wie lässt sich die Relevanz der Nachhaltigkeitsforschung für die Politikgestaltung in Deutschland erhöhen, war die zentrale Frage des Vorhabens. Die erarbeiteten Anforderungsprofile richten sich an Forschungsförderer, Forscher und Praxispartner aus der Politik. Die Anforderungen an die Förderer beziehen sich vor allem auf die Förderung disziplinübergreifender Zusammenarbeit, der Unterstützung gemeinsamer Lernprozesse zwischen Wissenschaft und Politik und der Ermöglichung konkreter Projekte. Wissenstransfer und interdisziplinäre Forschung sind die Herausforderungen für die Wissenschaft. Für die Partner aus der Politik geht es vor allem um die Schaffung von Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung etwa durch eine klare Zielsetzung und Kommunikation. „Die Anforderungsprofile sollen dazu beitragen, die Qualität und Relevanz der Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland zu sichern und zu erhöhen“. In einem Bottom-up-Verfahren sollten sie durch unterschiedliche Akteure eingeführt werden. Beispielsweise sollten BMU und UBA die Anforderungsprofile in der Kommunikation mit anderen Ressorts nutzen. Außerdem sollten die großen Forschungsgemeinschaften in Modellvorhaben testen, ob die Anforderungsprofile geeignet sind, die Forschenden beim Wissensaustausch mit der politischen Praxis zu unterstützen und die politische Relevanz von Forschungsergebnissen zu erhöhen. Im Kontext nachhaltiger Entwicklung müssten anerkannte Qualitätskriterien gelten, ähnlich denen in der Forschung etablierten wissenschaftlichen Qualitätskriterien. Diese müssten stärker als bisher eine gesellschaftlich und politisch relevante Forschung befördern. Denn, so das Fazit, eine gute Nachhaltigkeitsforschung ist nur möglich, wenn darin die Interessen und Erwartungen gesellschaftlicher und politischer Akteure nicht nur berücksichtigt, sondern systematisch in das Forschungshandeln integriert werden.

Der Abschlussbericht „Verbesserung der strategischen umweltpolitischen Beratung im Kontext des Leitbilds Nachhaltiger Entwicklung“ zum Download.

 

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