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Acht Kilometer lange Menschenkette gegen Braunkohle gebildet

Mit einer kilometerlangen Menschenkette haben Umweltschützer am Samstag gegen den Braunkohletagebau in Deutschland und Polen sowie für eine konsequente Energiewende demonstriert.

Berlin (afp) – Mit einer acht Kilometer langen Menschenkette haben tausende Umweltschützer aus 20 Ländern am Samstag gegen den Braunkohletagebau in Deutschland und Polen sowie für eine konsequente Energiewende demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter verbanden mehr als 7000 Menschen zwei von der Abbaggerung bedrohte Dörfer, das brandenburgische Kerkwitz im Landkreis Spree-Neiße und das polnische Grabice. „Braunkohle zerstört unsere Zukunft. Jeder neue Tagebau ist ein Angriff auf die Energiewende“, hieß es in einer Erklärung.

Zu der internationalen Protestaktion hatten der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sowie weitere Organisationen aufgerufen, darunter die Umweltverbände BUND und Greenpeace sowie polnische Verbände. Die Menschenkette ging auch quer durch den Grenzfluss Neiße. „Noch immer wird von der Bundesregierung auf Kohle gesetzt“, kritisierte der BBU.

Greenpeace erklärte zu der Menschenkette, in Deutschland und Polen solle noch über das Jahr 2050 hinaus „schmutzige und umweltschädliche Braunkohle verstromt“ werden. „Die gewaltigen CO2-Emissionen werden den Treibhauseffekt weiter anheizen“, warnte die Umweltschutzorganisation. Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters erklärte: „Wenn die Bundesregierung nicht jede Glaubwürdigkeit im Klimaschutz verspielen will, muss sie weitere Braunkohlegruben stoppen.“

Der sächsische BUND-Vorsitzende Felix Ekardt sagte dem MDR, der Braunkohleabbau sei verfassungswidrig: „Er ist unvereinbar mit dem Recht auf Leben und Gesundheit und er ist unvereinbar mit den Eigentumsrechten derjenigen, die enteignet werden.“

Unterstützt wurde der Protest von den Grünen und der Piratenpartei. „In der polnischen und deutschen Lausitz planen die Energiekonzerne PGE und Vattenfall gigantische neue Braunkohletagebaue. Das wollen wir verhindern“, hieß es in einer Erklärung des Grünen-Landesverbands Brandenburg. Dessen Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 14. September, Ursula Nonnemacher, warnte im Kurznachrichtendienst Twitter vor „Folgeschäden des Braunkohlebergbaus, natürlich zu Lasten der Allgemeinheit“. Mehrere Grünen-Spitzenpolitiker reihten sich in die Menschenkette ein.

Die brandenburgische Landesregierung hatte im Juni grundsätzlich grünes Licht für neue Braunkohletagebaue gegeben. Die Entscheidung erfolgte mit Zustimmung der an der Regierung beteiligten Linkspartei, obwohl diese auf Bundesebene für einen Kohleausstieg eintritt. Greenpeace-Aktivisten hatten damals zeitweise die Parteizentrale der Linken besetzt. Am Samstag protestierte Greenpeace erneut auf einem Sommerfest der brandenburgischen Linken in Potsdam gegen die Energiepolitik der Partei.

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