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Weniger Arbeitsunfälle – Mehr Berufskrankheiten

Eine Welt ohne tödliche oder schwere Arbeitsunfälle ist möglich. Mit dieser Botschaft hat in Frankfurt am Main der XX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Globales Forum Prävention begonnen. Rund 4.000 Arbeitsschutzexperten, Politiker und Wissenschaftler aus 139 Ländern diskutieren über Wege, Arbeit sicher und gesund zu machen. Veranstaltet wird der Kongress alle drei Jahre von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (ISSA). Gastgeber ist in diesem Jahr die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die auch aktuelle Zahlen zu Arbeitsunfällen präsentiert hat.

Eine Welt ohne tödliche oder schwere Arbeitsunfälle ist möglich. Mit dieser Botschaft hat in Frankfurt am Main der XX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Globales Forum Prävention begonnen. Rund 4.000 Arbeitsschutzexperten, Politiker und Wissenschaftler aus 139 Ländern diskutieren über Wege, Arbeit sicher und gesund zu machen. Veranstaltet wird der Kongress alle drei Jahre von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (ISSA). Gastgeber ist in diesem Jahr die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), die auch aktuelle Zahlen zu Arbeitsunfällen präsentiert hat.

Die DGUV legte anlässlich des Weltkongresses die Jahresbilanz der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen für 2013 vor. Danach ereigneten sich in Deutschland im vergangenen Jahr 874.514 meldepflichtige Arbeitsunfälle; 455 davon endeten tödlich, 45 weniger als im Vorjahr. 317 Beschäftigte verloren auf dem Weg zur Arbeit ihr Leben, 69 weniger als im Vorjahr. „Diese Entwicklung ist nicht zuletzt ein Beleg dafür, dass sich die gemeinsamen Anstrengungen von Betrieben, Versicherten und Unfallversicherung im Arbeitsschutz lohnen“, so DGUV-Hauptgeschäftsführer Joachim Breuer. Die Rate der meldepflichtigen Unfälle je 1.000 Vollarbeiter betrug 22,5. Abeits- und Wege Unfälle sind dann meldepflichtig, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tode führen. Bei den Berufskrankheiten verzeichnete die DGUV einen leichten Anstieg. Insgesamt wurden 71.579 Fälle gemeldet, ein Plus von rund 1,4 Prozent. Bei knapp der Hälfte der Meldungen bestätigte sich der Verdacht – in der Mehrzahl handelte es sich dabei um berufsbedingte Hautkrankheiten. 2.343 Versicherte starben an den Folgen einer Berufskrankheit. Haupttodesursache waren dabei, wie in den Vorjahren, asbestbedingte Erkrankungen.

Insgesamt gaben Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 9,6 Mrd. Euro für Rehabilitation und Renten aus. Weltweit verlieren laut ILO jedes Jahr 2,3 Millionen Menschen ihr Leben durch arbeitsbedingte Krankheiten und Arbeitsunfälle. Hinzu kommen rund 860.000 Arbeitsunfälle mit Verletzungsfolgen – jeden Tag. Die direkten und indirekten Folgekosten von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen schätzt die ILO auf 2,8 Billionen Dollar weltweit.

„Diese Zahlen sind nicht hinnehmbar, trotzdem nimmt die Welt die Tragödien kaum wahr, die sich jeden Tag am Arbeitsplatz ereignen. Es bleibt viel zu tun. Schwere Arbeitsunfälle sind vor allem menschliche Tragödien, aber auch Wirtschaft und Gesellschaft zahlen einen hohen Preis dafür“, sagt ILO-Generaldirektor Guy Ryder. „Das Recht auf Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein grundlegendes Menschenrecht – ein Recht, das auf jedem Niveau der Entwicklung und unter unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen zu achten ist. Dieses Menschenrecht zu achten ist eine Pflicht – und eine Voraussetzung für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Prävention ist möglich, notwendig und lohnt sich.“

„Investitionen in Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit haben zu bemerkenswerten wirtschaftlichen Fortschritten geführt“, erklärt ISSA-Präsident Errol Frank Stoové. Er weist auf eine ISSA-Studie hin, die zu dem Ergebnis kommt, dass der Erfolg von Investitionen in die Prävention sich im Schnitt auf mehr als das Doppelte der investierten Summe beläuft. „Angesichts dramatischer Veränderungen in der Arbeitswelt geben die Gesundheit und das Wohlbefinden jedoch weiterhin Anlass zur Besorgnis, insbesondere aufgrund psychischer und ergonomischer Belastungen. Wir müssen neue, umfassende Strategien für die Prävention entwickeln, die die Sicherheit, Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen miteinander verbinden.“

„Eine Welt ohne tödliche Arbeitsunfälle – die Vision Zero – ist keine weltfremde Idee, sondern machbar“, so Dr. Joachim Breuer. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) verweist dazu auf die Arbeitsunfallstatistik der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. „Vor hundert Jahren gab es in Deutschland jährlich noch rund 10.000 Tote auf der Arbeit. Im vergangenen Jahr waren es dagegen erstmals weniger als 500 Tote.“ Die Rate der meldepflichtigen Unfälle sei allein in den vergangenen 20 Jahren um die Hälfte gesunken. „Dieser Erfolg ist keine deutsche Spezialität – er ist wiederholbar. Das zeigen uns Erfahrungen und viele Beispiele aus unserer internationalen Zusammenarbeit.“

Der Präsident des Weltkongress 2014, Dr. Walter Eichendorf, fügt hinzu: „Weltweit werden Lösungen für Arbeitsschutzprobleme entwickelt. In unterschiedlichsten Ländern gibt es Best-Practice-Beispiele, sind Maßnahmen erprobt und evaluiert. Der Austausch auf dem Weltkongress verhindert, dass jeder wieder bei null beginnt.“

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