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Nachhaltiger Kaffeeanbau muss natürliche Wasservorräte schützen

Amsterdam/Berlin (csr-news) > 2013 trank jeder Bundesbürger im Durchschnitt 165 Liter Kaffee, das entspricht rund 7,3 Kilogramm Rohkaffee. Für die Produktion einer Tasse Kaffee werden rund 140 Liter Frischwasser benötigt. Schnell wird deutlich, wie hoch der Wasserverbrauch ist, alleine um den deutschen Markt zu versorgen. Ein Großteil des Verbrauchs entsteht durch den Einsatz von Nassschrotmühlen, in denen die Kaffeebohnen vor dem Verkauf gewaschen werden. Das Abwasser wird dann oftmals ungefiltert in Flüsse und Seen abgeleitet. Alleine in Lateinamerika, eine der weltweit größten und wichtigsten Kaffeeanbauregionen, werden auf diesem Wege rund 70 Prozent der Abwässer entsorgt. Ein Thema, dem sich das Nachhaltigkeitssiegel UTZ Certified in einem Pilotprojekt gewidmet hat. Anlässlich des, vom Deutschen Kaffeeverband ausgerufenen „Tag des Kaffees“, stellt UTZ Certified nach vier Jahren Laufzeit die ersten Ergebnisse vor. „Die Produktion von Kaffee ist nur dann ökologisch nachhaltig, wenn die Ressource Wasser effizient genutzt wird. Dazu gehört, dass das Abwasser aufbereitet wird“ sagt Han de Groot, Geschäftsführer von UTZ Certified. Er erklärt weiter: „Das Ökosystem schafft es nicht, die großen Mengen an verunreinigtem Wasser aus eigener Kraft zu reinigen.“ Aus diesem Grund hat die Organisation im Jahr 2010 ein Projekt zur Wiederaufbereitung von Kaffee-Abwasser gestartet. Insgesamt 19 Farmen in Nicaragua, Honduras und Guatemala, vom Kleinbauern bis zur Kaffeeplantage oder Kooperative, nahmen an dem Projekt teil. Das Kaffeeabwasser beinhaltet organische Abfälle und Gifte, die zu gesundheitlichen Risiken und Umweltschäden führen, mit Auswirkungen auf Menschen, die Pflanzenwelt, Böden und im Wasser lebende Arten. Zudem wird Methan freigesetzt. Die beteiligten Farmen installierten mit Unterstützung von UTZ eine Wasser-Aufbereitungsanlage, um den Wasserverbrauch zu senken und einen Bio-Reaktor um das freiwerdende Methan zur Energiegewinnung zu nutzen. Unterm Strich konnte der Wasserverbrauch um die Hälfte gesenkt werden und durch die Reinigung des Abwassers wurden zudem die Methan-Emissionen reduziert. Bei UTZ ist man davon überzeugt, dass auf lange Sicht das Problem der Abwasser-Aufbereitung nicht lokal begrenzt bleiben wird. Die steigende Nachfrage nach Kaffee zieht eine immer größere Menge an unbehandeltem Kaffee-Abwasser nach sich. Gleichzeitig steigt durch die wachsende Weltbevölkerung der Bedarf an sauberem Wasser. UTZ Certified tritt darum dafür ein, dass der Schutz der natürlichen Wasserreserven zwingend Bestandteil des nachhaltigen Kaffeeanbaus ist. Momentan wird das Projekt zur Aufbereitung des Kaffee-Abwassers in Peru und Brasilien implementiert, sollte die Finanzierung klappen, so sind weitere Projekte in Afrika und Asien geplant.