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Höheres Ausbildungsangebot in Berufen mit Fachkräfteengpässen

Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihr Ausbildungsangebot in Berufen erhöht, in denen es Engpässe bei Fachkräften gibt.

Berlin (afp) – Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihr Ausbildungsangebot in Berufen erhöht, in denen es Engpässe bei Fachkräften gibt. Seit 2008 stieg die Stellenzahl in sogenannten Engpassberufen deutlich, wie aus einer am Mittwoch vom Bundeswirtschaftsministerium in Berlin veröffentlichten Studie hervorgeht. In den meisten dieser Berufe zeigen Jugendliche demnach auch ein etwas größeres Interesse an einer Ausbildung.

Im März bestanden laut der Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung in 63 von 294 Berufsgattungen Fachkräfteengpässe. Dabei gab es für 49 dieser Berufe eine Ausbildung im dualen System. Die Unternehmen erhöhten seit 2008 in 38 dieser 49 Engpassberufe das Ausbildungsangebot. Die Stellenzahl erhöhte sich um 16,3 Prozent auf 156.000 Ausbildungsstellen. Den größten Zuwachs gab es bei zahnmedizinischen Fachangestellten, Fachkräften für Sanitär, Heizung und Klimatechnik sowie für Kraftfahrzeugtechnik.

Jugendliche suchten in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen auch verstärkt Ausbildungsplätze in diesen gefragten Bereichen. So stiegen in 32 der 49 Engpassberufe die Bewerberzahlen. Allerdings gab es in dem verbliebenen Drittel einen deutlichen Rückgang, weshalb die Bewerberzahl in Engpassberufen insgesamt sogar um 2,6 Prozent zurückging. Die größte Zunahme an Bewerbern gab es bei Fachkräften für elektrische Betriebstechnik sowie für Maschinenbau- und Betriebstechnik.

In der Mehrzahl der Engpassberufe hatten Unternehmen dennoch Schwierigkeiten, die Stellen zu besetzen. In 37 Berufen waren die Bewerberzahlen geringer als die Stellenzahlen. Das galt vor allem für die Berufsfelder Metall, Energie, Elektro und Mechatronik, Bau und Gebäudetechnik, Logistik und Sicherheit sowie Verkauf und Tourismus.

Lediglich in zwölf Engpassberufen gab es mehr Bewerber als Stellen. Dazu zählen Fachkräfte für Schweiß- und Verbindungstechnik, Land- und Baumaschinentechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau- und Betriebstechnik, Fahrzeuglackierung, Leitungsinstallation, Anlagen- und Behälterbau, Brandschutz, Sozialverwaltung und -versicherung, Orthopädie- und Rehatechnik sowie Zahntechnik.

Die Autoren der Studie sprachen sich unter anderem dafür aus, Jugendlichen einen guten Überblick über die Vielzahl möglicher Berufe zu geben. Dabei soll vor allem die Information über Engpassberufe verbessert werden.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) appellierte an die Unternehmen, den Weg der Ausrichtung auf Engpassberufe konsequent weiter zu verfolgen. „So können sie selbst wesentlich zur Fachkräftesicherung beitragen“, erklärte Gabriel. Es sei zudem ein Schritt in die richtige Richtung, dass Jugendliche ein stärkeres Interesse an Engpassberufen zeigten und so ihre Arbeitsmarktchancen verbesserten.

Gabriel forderte vor diesem Hintergrund, das Fachkräftepotenzial in Deutschland besser auszuschöpfen. Zugleich werde aber eine Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland gebraucht, um langfristig Wachstum in Deutschland zu sichern, erklärte der Wirtschaftsminister.

Die Studie >> im Internet

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