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Arbeitsschutz – Mit Filmen Bewusstsein schaffen

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr fast 875.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert. Davon endeten 455 tödlich. Was auf den ersten Blick viel erscheint, ist auf den zweiten Blick eine Errungenschaft. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle bei rund 10.000 pro Jahr. Zahlreiche Vorschriften machten dies möglich, aber auch Sensibilisierung für die Gefahren der Arbeitswelt. Filme können dabei helfen – die Besten wurden nun prämiert.

Frankfurt (csr-news) > In Deutschland wurden im vergangenen Jahr fast 875.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert. Davon endeten 455 tödlich. Was auf den ersten Blick viel erscheint, ist auf den zweiten Blick eine Errungenschaft. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle bei rund 10.000 pro Jahr. Zahlreiche Vorschriften machten dies möglich, aber auch Sensibilisierung für die Gefahren der Arbeitswelt. Filme können dabei helfen – die Besten wurden nun prämiert.

Der Weihnachtsmann klagt über Monotonie. Immer der gleiche Ablauf, selbst beim Schlafen träumt er vom Geschenke verteilen. Abhilfe schafft nur eine neue berufliche Perspektive – er tauscht mit dem Osterhasen. Kurz zusammengefasst der Inhalt eines Films, den die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) produziert hat, um auf psychische Belastungen durch monotone Abläufe aufmerksam zu machen. Überzeugend für die Jury des „International Media Festival für Prävention“. Im Rahmen des Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit hat sie neun Preisträger aus 290 Film- und Multimediabeiträgen ausgewählt. Einer von ihnen ist der, von der DGUV in Szene gesetzte, Weihnachtsmann. Einen anderen Weg hat das brasilianische Bergbauunternehmen Vale gewählt. Mit dem ausgezeichneten Film will das Unternehmen seine Mitarbeiter für den Wert des Lebens sensibilisieren. In starken Bildern erzählen reale Menschen in einem vier Minuten langen Schwarz-Weiß-Film, wie sie den Verlust eines nahen Angehörigen erlebt haben. Im Idealfall sollen durch den Film Belegschaft und Führungskräfte ins Gespräch über Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz kommen.

Erfolgreich war auch eine Produktion der malaysischen Sozialversicherung. Statt emotionaler Betroffenheit wirkt dabei Humor, um auf die Bedeutung regelmäßiger Wartung für die Sicherheit aufmerksam zu machen. Das Thema Unternehmenskultur greift ein Film aus Italien auf. Der prämierte Film will zeigen, dass Sicherheit und Gesundheit auf allen Ebenen eines Unternehmens verankert sein müssen, um wirksam zu sein. Aus Dänemark kommt ein Preisträger, der mit einem kurzen Videoclip auf die Sehgewohnheiten junger Menschen abzielt, um Risikobewusstsein zu schärfen. Das Bewusstsein für gefährliche Situationen ist auch in anderen Teilen der Welt ein Thema. So etwa in einem 30-Sekunden-Spot aus Singapur.

Mit einer interaktiven Tour durch ein virtuelles Unternehmen vermittelt eine prämierte Webseite aus der Schweiz, dass oft schon kleine Anstrengungen ausreichen, um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz voranzubringen. Eine weitere Auszeichnung ging an ein Computerspiel aus den Niederlanden. Als Leiter eines Restaurants muss der Spieler einen Ausgleich zwischen Job und Privatleben finden, sechs Angestellte führen und obendrein Gewinn machen. Spielerisch werden so psychische Belastungen thematisiert. Ebenfalls ausgezeichnet wurde ein E-Learning-Angebot aus Norwegen. Mit Videos, Animationen, Links und umfassenden Informationen soll ein systematisches Arbeitsschutzmanagement gefördert werden.

Das Internationale Media Festival für Prävention wird seit 1990 durch die Sektion Elektrizität, Gas und Wasser der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) organisiert. Es findet alle drei Jahre zusammen mit dem Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit statt. Ursprünglich widmete sich das Festival nur Filmen. Seit 1999 können auch Multimediaprodukte eingereicht werden. „Der Arbeitsschutz braucht gute Medien, um zu sensibilisieren, Bewusstsein zu schaffen und Wissen zu transportieren. Darauf wollen wir mit dem Festival aufmerksam machen“, betont Olaf Petermann, Präsident der IVSS-Sektion Elektrizität, Gas und Wasser.

 

Preisträger:

Kategorie Film

 

How would you feel like if a loved one did not come home?

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Vale, Brazil

 

Bayangkan (Imagine)

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Social Security Organisation (SOCSO), Malaysia

 

Der Weihnachtsmann (Santa Claus)

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Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Germany

 

What comes first

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LHS Foundation, Italy

 

Videohilsen ender i tragisk ulykke (Video greeting ends in tragic accident)

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Branchearbejdsmiljørådet for service og tjenesteydelser, Denmark

 

This could be you

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Workplace Safety and Health Council (WSHC), Singapore

 

 

Kategorie Multimedia

 

EKAS-Box (FCOS Box)

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Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS, Switzerland

 

Engagementgame (The Engagement Game)

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Netherlands Organisation for Applied Scientific Research (TNO), The Netherlands

 

Arbeidsmiljoeguiden (Working Environment Guide)

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Norwegian Labour Inspection Authority, Norway

About the author

CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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