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Green Office 2014 – enormes Marktpotenzial

Die umweltfreundliche Gestaltung von Büroarbeit, Büroumgebung und Büroinfrastruktur hat in vielen Unternehmen einen hohen Stellenwert. Das geht aus der aktuellen Studie Green Office 2014 des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation hervor. Allerdings bleibt es oft beim Bewusstsein, entsprechende Investitionen werden deutlich seltener getätigt. Ein Grund sind fehlende Kenntnisse.

Stuttgart (csr-news) > Die umweltfreundliche Gestaltung von Büroarbeit, Büroumgebung und Büroinfrastruktur hat in vielen Unternehmen einen hohen Stellenwert. Das geht aus der aktuellen Studie Green Office 2014 des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation hervor. Allerdings bleibt es oft beim Bewusstsein, entsprechende Investitionen werden deutlich seltener getätigt. Ein Grund sind fehlende Kenntnisse.

Etwa 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, knapp 17 Millionen Menschen, arbeiten in Büros. Da lohnt sich die Frage, ob deren Arbeitsumgebung umweltfreundlich gestaltet wurde. Das Fraunhofer-Institut IAO hat zu diesem Zweck 158 Fach- und Führungskräfte in deutschsprachigen Unternehmen befragt. Herausgekommen ist die Studie Green Office 2014, Nachfolger der bereits 2010 durchgeführten Untersuchung. Hierbei wurde beleuchtet, welche konkreten ökologischen Maßnahmen die Unternehmen bei der Bürogestaltung, beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in Sachen Nutzerverhalten bereits realisiert haben, planen – oder auch, welche sie nicht vorsehen. Nicht minder interessant sind dabei Beweggründe und Barrieren, die entsprechende Investitionen verhindern. Die Studie zeigt das zunehmende Interesse der Unternehmen am grünen Büro. Rund 86 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einer zunehmenden Bedeutung innerhalb der nächsten 2-3 Jahre aus. Als wichtiger Motivator gelten dabei die eigenen Mitarbeiter, gegenüber der letzten Studie hat dieser Wert von 61 Prozent auf 78 Prozent der Nennungen deutlich zugelegt. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass 35 Prozent der befragten Unternehmen, zum einem großen Teil KMU, noch keine eigene Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen. Jene, die sich bereits mit CSR beschäftigen legen zu einem großen Teil ihren Fokus auf ökologische Themen.

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Quelle: Studie – Green Office 2014

Die Untersuchung betrachtet drei Teilbereiche eines grünen Büros, nämlich Green IT, Green Building und Green Behaviour. Vor allem eine grüne Informationstechnologie ist bereits heute in vielen Unternehmen wichtiger Bestandteil der betriebsinternen Infrastruktur. Doch auch in diesem Bereich erwarten die Befragten eine Zunahme der Bedeutung. Neben der Energieeffizienz sind in diesem Bereich die Bedeutung einer umweltfreundlichen Herstellung und die Nutzung recycelbarer Materiealien zukünftige Kernthemen. Den Nachweis werden Zertifizierungen liefern. Fast 80 Prozent der Befragten schätzen die Bedeutung von Zertifizierungen und Siegeln wie etwa der „Blaue Engel“ als hoch ein, deren Relevanz in den nächsten Jahren zunehmen wird. Die Bereitschaft in eine ökologische Büroumgebung zu investieren ist auch bei mehr als der Hälfte der Unternehmen gegeben. Allerdings sind 24 Prozent nicht bereit dafür mehr Geld auszugeben. Beim Thema Green Building ist die Diskrepanz zwischen Absicht und Handeln noch größer. Weniger als die Hälfte der Unternehmen haben bereits eigene Maßnahmen realisiert oder entsprechende Büros angemietet. Ein Grund sind die relativ hohen Investitionskosten, auch wenn eine grundsätzliche Bereitschaft, auch beim Innenausbau, vorhanden ist. Von zentraler Bedeutung wird in den nächsten Jahren ein nachhaltiges Verhalten der Beschäftigten sein. Schon jetzt setzen rund 60 Prozent auf Maßnahmen, mit denen die Angestellten in den Büros für einzelne Themen wie etwa Papierverbrauch sensibilisiert werden. Allerdings herrscht eine hohe Unsicherheit, ob diese Maßnahmen auch angenommen werden.

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Quelle: Studie – Green Office 2014

Insgesamt auffallend ist, dass trotz vorhandener Investitionsbereitschaft, umweltfreundliche Maßnahmen bisher eher zögerlich eingeführt werden. „Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Unternehmen bei der Umsetzung umweltfreundlicher Maßnahmen auch Risiken sehen“, schreiben die IAO-Forscher. Meist wird der erhöhte Investitionsaufwand als größtes Hemmnis gesehen, ähnlich wie in der Vorgängerstudie. Darüber hinaus stellen mangelnde Kenntnisse aber ebenso eine Barriere dar, auch dies wurde bereits 2010 als wichtiger Grund genannt. Lösungsanbieter haben somit die Chance, diese Lücke mit innovativen Angeboten zu schließen. Das Marktpotenzial ist nach Auffassung der Forscher enorm. Dabei sollten Industrie und Forschung gemeinsam an marktfähigen Lösungen und Produkten arbeiten, die sowohl den Ansprüchen eines grünen Büros als auch den darin arbeitenden Nutzern entsprechen. Dabei geht es nicht nur um die Beachtung ökologischer Aspekte, vielmehr seien ganzheitliche Konzepte gefragt, so ein Fazit der Studie: „Neben dem ökologischen Faktor müssen eben auch die ökonomischen Aspekte wie Flächeneffizienz und Produktivität, aber vor allem auch die sozialen Belange wie Flexibilität, Kommunikation, Wohlbefinden und Motivation unbedingt berücksichtigt werden“.

Die vollständige Studie zum Download.

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